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Hotel 'Olympus'

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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Collin Jefferson am Fr 21 Aug - 16:51:30

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:30 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

Sorgfältig überprüfte Collin jeden Winkel des Zimmers, doch alles sah soweit Freigabebereit aus. Das Zimmer hatte nach dem Mord an Miss Stonem natürlich nicht wieder benutzt werden dürfen, bis alle Spuren gesichert waren. Collin hatte diese eigentlich relativ langweilige und undankbare Aufgabe mit Freuden übernommen heute Abend, sogar nach Dienstschluss. Das Hotel lag sowieso auf seinem Weg nach Hause und zu tun hatte er ohnehin heute nichts, daher hatte er sich direkt freiwillig gemeldet, die Freigabe zu erledigen. Das Zimmer ein letztes Mal überprüfen, etwas Papierkram... Eine willkommene Zusatzarbeit, bevor er ohnehin nur allein herumhängen würde. Eigentlich hatte er ja gehofft, vielleicht noch einen Blick auf den Tatort erhaschen zu können, aber natürlich war alles bereits gereinigt worden. 

Er packte die kleinen Zahlenschildchen in seinen Rucksack, zusammen mit dem Absperrband, das noch die Türe versiegelt hatte und setzte sich nach einem letzten Blick in das kleine Badezimmer auf den Boden, um die paar Formulare entsprechend für den Hotelier auszufüllen. 

Vor sich hin pfeifend setzte er seine letzten Unterschriften und raffte schließlich die Papiere zusammen. Nachdenkend sah er sich um, ging im Kopf nochmal durch, ob er auch wirklich alles entsprechend gecheckt hatte, aber er war tatsächlich schon fertig. Das hatte jetzt weniger Zeit in Anspruch genommen, als er sich erhofft hatte... Aber es half ja nichts. Bevor er hier sinnlos herumhing, würde er dann doch lieber zuhause ein paar Folgen von Capitol Crimes ansehen. Also hievte er sich hoch, schulterte den Rucksack und verließ das Hotelzimmer, schloss es sorgfältig ab.

Doch als er den Flur hinunterging, stach ihn eines der eckigen Schildchen durch den Rucksack in den Rücken, und da er jetzt schon wusste, dass es ihn beim Fahren wahnsinnig machen würde, zog er den Rucksack vor seinen Bauch und kramte darin herum, versuchte, die Plastikdinger irgendwie so zu verstauen, dass sie ihn nicht seine Milz oder Leber kosten würden. Doch so beschäftigt übersah er vollkommen die Person, die gerade aus ihrem Zimmer trat und rasselte gegen das unerwartete Hindernis. Erschrocken machte Collin einen Ausfallschritt, fuhr sofort hoch, um zu sehen, ob sein 'Unfallgegner' in Ordnung war, doch auch der hatte sich vor einem Sturz bewahren können, lediglich die Wäsche, die er auf dem Arm getragen hatte, war ihm zum Teil aus den Armen gefallen. Sofort ließ Collin seinen Rucksack vom Arm rutschen und stellte ihn auf dem Boden, um eilig beim aufsammeln der paar Wäschestücke zu helfen, während er eilig versicherte: "Ohje, tut mir schrecklich leid, ich hab überhaupt nicht aufgepasst. Könnte man sich ja denken, dass hier und da jemand aus den Zimmern kommen kann...", quasselte er, verzog entschuldigend das Gesicht und richtete sich wieder auf, drückte dem jungen Mann das aufgehobene Shirt in den Arm. "Haben Sie sich weh getan...?", fragte er nach, doch schien das nicht der Fall gewesen zu sein. Hatte sich wohl nur genauso erschreckt, wie er selbst. 

"Tut mir wirklich leid", versicherte er noch einmal, ehe ihm das Gesamtbild bewusst wurde. "Oh, sie wohnen hier zur Zeit?", erkundigte er sich freundlich und sah sich in der Pflicht, dem Kapitoler Bewohner seine allgemeine Sicherheit zuzusichern. Er deutete zu der Türe am Ende des Flurs, wo sich jetzt kein Absperrband mehr befand: "Dann haben Sie ja sicher auch von dem traurigen Vorfall gehört. Aber Sie können sich auch weiterhin sicher fühlen, wir haben alles unter Kontrolle." Und, da er ja bereits in Zivil unterwegs war, fügte er hinzu: "Ich bin Friedenswächter und habe das Zimmer soeben wieder freigegeben. Sie können also weiterhin beruhigt hier wohnen. Ist ja ein ganz nettes Hotel, nicht wahr?", verfiel er prompt unbewusst ins Plappern und fragte: "Haben Sie Renovierungsarbeiten zuhause? Als das bei meinem Kollegen war, hab ich ihm auch das Hotel hier empfohlen, eben weil es auch gut bezahlbar ist. Aber er ist dann ernsthaft ins Palms Hotel gegangen! Die paar Tage haben ihn sein ganzes Monatsgehalt gekostet, aber der Mistkerl hat es sich verdammt gut gehen lassen. Und es uns natürlich unter die Nase gerieben. Es war grässlich. Er kam sich vor wie der Präsident persönlich und hat das so ausgekostet... Plötzlich hat er nicht mehr gegessen, sondern 'diniert'" Collins Stimme sprang bei der Betonung des Wortes prätentiös in die Höhe und er malte Anführungszeichen in die Luft. Clint hatte sie natürlich mit Absicht so geärgert und auf prolligen Kapitoler gemacht. Collin grinste: "Er hat sich das Essen aufs Zimmer bringen lassen, fast jeden Tag, er ist regelrecht faul geworden... Naja wie auch immer. Oh, ich bin übrigens Collin!", stellte er sich vor, als er merkte, dass er das noch nicht einmal getan hatte. Und dann kam ihm eine spontane Idee und er fragte: "Kann ich dich für ein Bier in der Lobby unten begeistern? Oder natürlich was anderes. Als kleine Entschädigung quasi, dass ich dich umgemäht hab", lächelte er. "Ich hab jetzt sowieso Feierabend und nichts weiter zu tun. Also... Oh, oder hast du etwas Besuch?", fragte er hastig. Immerhin war es auch nicht ungewöhnlich, dass hier der ein oder andere für ein kleines Stelldichein hier buchte... Aber das schien nicht der Fall zu sein, also versuchte er sein Glück in der Hoffnung auf doch noch ein wenig Gesellschaft weiter: "Komm schon, die Wäsche rennt nicht weg."
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Do 27 Aug - 0:13:38

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:30 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

Gut gelaunt riss Charlie die Zimmertür auf und balancierte den Berg Schmutzwäsche vor sich hindurch. Oder zumindest versuchte er es, denn einer der Socken geriet schon wieder ziemlich ins Rutschen. Vielleicht sollte er doch zwei Mal gehen, es war schließlich nicht so, dass er besonders viel zu tun hatte, aber nachdem er es geschafft hatte, die Masse an getragener Kleidung aufzuladen, hatte ihn nun der Ehrgeiz gepackt, das Ganze so auch hinunter zum Waschen zu bringen. Außerdem hätte Präsidentin Coin es vermutlich als Zeit- und Energieverschwendung bezeichnet, wenn er den Weg wegen ein paar weniger Socken und Shorts zu viel doppelt zurücklegte. Davon abgesehen, dass er sich schon im Hotel kaum vor die Tür wagte und deshalb wie üblich eine ganze Menge zusammenkommen hatte lassen.

Doch heute störte es ihn nicht, das Zimmer aufzuräumen, während Bina in der Arbeit war, als wäre er ihr Dienstmädchen. Er hatte sich nicht einmal darüber geärgert, dass den Rock und die Bluse, die sie dann doch nicht anziehen hatte wollen, wie so oft einfach lieblos am Boden liegen hatte lassen. Sein Leben hier – eingesperrt in einem kleinen, wenn auch im Vergleich zu seiner Wohneinheit komfortablen Raum – war in den letzten Tagen um einiges aufregender und vor allem schöner geworden. Nur, dass Bina wegen dem morgigen Start der Spiele oft frustrierend lang arbeitete, trübte hin und wieder noch seine Laune.

Gerade erledigte sie für Gus noch eine mühselige aber stupide Tipp-Arbeit an ihrem Computer, bevor sie endlich gehen konnte, weshalb Charlie die Chance ergriffen hatte, seinen Schmink-Koffer neu zu sortieren und zwischendurch schnell die Schmutzwäsche wegzuschaffen. Im Grunde brauchte sie ihn heute sowieso nicht mehr. Jeder dachte nur mehr ans nachhause kommen, da würde sie niemand mit Smalltalk überraschen, außerdem war Bina mittlerweile doch recht geübt darin und kam gut alleine klar. Seine Stimme in ihrem Ohr war zu einer Sicherheit verkommen, was seinen Alltag nicht unbedingt spannender gestaltete.
Aber die Abende machten die Langeweile untertags mehr als wett und Bina hatte versprochen, heute so früh wie möglich abzureißen, damit sie sich am Abend die Interviews gemeinsam ansehen konnten und unterwegs etwas zu essen mitzunehmen. Dann würden sie sich gemütlich miteinander ins Bett kuscheln und hoffentlich ein bisschen...

„Ufff...“ Der Ellbogen, den er in die Seite gerammt bekommen hatte, riss ihn unsanft aus seinen angenehmen Gedanken, die gerade sehr direkt in eine Richtung abschweifen wollten, von der er sich noch gar nicht sicher war, bis zu welchem Grad zu denken es Bina überhaupt recht war – aber was sie nicht wusste, darüber konnte sie sich schwer aufregen. Er stolperte einen Schritt zurück gegen die mittlerweile geschlossene Tür, wobei ein beträchtlicher Teil der Unterwäsche aus seinen Armen rutschte und sich quer über den Boden verstreute.
"Ohje, tut mir schrecklich leid, ich hab überhaupt nicht aufgepasst. Könnte man sich ja denken, dass hier und da jemand aus den Zimmern kommen kann...", entschuldigte sich sein 'Angreifer' sofort hektisch und als Charlie an dem immer noch monströsen Berg Stoff vor seiner Nase vorbei schielte, konnte er nur einen Hintern sehen, der ein gutes Stück über den Boden schwebte.
Als er dann doch endlich ganz weit unten einen Kopf erspähte und sich dieser für einen Moment zu Seite drehte und den Blick auf ein Gesicht freigab, taumelte er vor Schreck gleich noch ein zweites Mal gegen die Tür. Dieses Gesicht hatte er schon einmal gesehen. Nicht 'in natura', aber auf einem Foto in der Zeitung und durch das verwackelte Bild, das Binas Busencam lieferte.

Der Friedenswächter.
Sein Puls schoss augenblicklich in die Höhe. War es nun so weit? Waren sie tatsächlich aufgeflogen? Sah so sein Ende aus? Verhaftet mit einem Haufen Schmutzwäsche in den Armen? Er konnte schon die Schlagzeile sehen:
Nach fast vier Jahren Versteckspiel: Fairweather endlich verhaftet – mit grauer Socke in den Haaren
Charlie atmete leise durch, mahnte sich die Nerven zu bewahren und riss sich gerade noch rechtzeitig zusammen, bevor der Friedenswächter damit fertig war, seine Wäsche zusammenzuklauben und ihm diese konzentriert zurück auf seinen Berg manövriert. Wenn der Kerl ihn erkannt hatte, wäre er kaum vor ihm am Boden herumgekrochen. Er entspannte sich wieder ein wenig – oder versuchte es zumindest – und lächelte ihn dankbar an. Innerlich dafür, dass er sein Gesicht offenbar nicht erkannte, aber offiziell, weil er ihm ja die heruntergefallenen Wäschestücke wieder aufgesammelt hatte.

„Nichts passiert.“, versicherte Charlie auf die ängstliche Nachfrage schnell und möglichst gut gelaunt. Je weniger Gedanken sich ein Friedenswächter über ihn machte, desto besser. Selbst wenn es dabei nur um seine körperliche Verfassung ging. „Ich bin überraschend widerstandsfähig und die Wäsche kann ohnehin nicht mehr dreckiger werden.“
Er nickte freundlich und wollte gerade sehen, dass er ihn schnell und unauffällig loswurde, als der Friedenswächter schneller wieder den Mund aufmachte, als sein Schuh den Flur für den ersten Schritt hier weg berühren konnte.
"Oh, sie wohnen hier zur Zeit?"
Scharf kombiniert, Cassius!
War ja auch kaum offensichtlich.

„Ja, seit einer Weile schon.“, antwortete er höflich und entschied sich in dem Fall bei der Wahrheit zu bleiben, für den Fall, dass der Kerl aus irgendeinem Grund auf die Idee kam, sich bei der Rezeption nach ihm zu erkundigen. Wieder lächelte er freundlich und wollte sich abwenden, doch der Friedenswächter schien gerade erst Fahrt aufzunehmen und die Worte schossen nur so aus seinem Mund, wie bei Bina, wenn sie ihm irgendeinen technischen Firlefanz erzählte und er ihr zuliebe Interesse heuchelte.
Nur, dass ihn das Thema in diesem Fall tatsächlich interessierte, er sich aber deutlich unwohler fühlte, als wenn seine Freundin mit diesem niedlichen Funkeln in den Augen vor sich hin brabbelte.

"Ich bin Friedenswächter und habe das Zimmer soeben wieder freigegeben. Sie können also weiterhin beruhigt hier wohnen.“
Ein Friedenswächter also. Tatsache?
Charlie verbiss sich vernünftigerweise den bissigen Kommentar, dass er doch eigentlich viel mehr wie ein Filmkritiker aussah und sah ihn mit einer Mischung aus Überraschung und ehrlichem Interesse an.
Dann konnte er sich also sicher fühlen, weil hier plötzlich regelmäßig Friedenswächter herum krebsten? Oh ja, er fühlte sich schon ganz warm und kuschelig deswegen... oder auch nicht!
„Sie können also weiterhin beruhigt hier wohnen.“
Bestimmt nicht. Charlie atmete betont auf und nickte wieder dankbar.
„Ist ja ein ganz nettes Hotel, nicht wahr?“
Vielleicht, wenn man aus Distrikt 2 stammte. Und nach über drei Jahren in seiner kleinen Zelle in Distrikt 13, die er mittlerweile dennoch mit Freuden sein Zuhause nannte, war das Zimmer, in dem er wohnte natürlich auch der reinste Palast. Doch vor Jahren wäre er hier vermutlich nicht freiwillig abgestiegen. Nicht luxuriös genug. Was er damals alles als lebensnotwendig erachtet hatte, würde Präsidenten Coin vermutlich erst vor Schreck und dann aus Wut erblassen lassen...
„Hat ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.“, gab er vage zurück. Er wollte nicht aufgeblasen wirken, aber auch nicht zu anspruchslos, immerhin hielt der Kerl ihn für einen Kapitoler. War er ein Kapitoler, verbesserte er sich im Kopf schnell selbst.

„Haben Sie Renovierungsarbeiten zuhause?“
Der war ja überhaupt nicht neugierig. Ob das eine Berufskrankheit war? Oder hatte er Charlie etwa in Verdacht und versuchte unauffällig, ihn auszuhorchen? Doch noch bevor er den Mund öffnen konnte, um zu antworten, ratterte der Kerl weiter und erzählte ihm von seinem Kollegen, der offenbar verrückt genug war, haufenweise Geld, das er eigentlich nicht hatte, im Palms Hotel zu verbraten, das früher auch seine erste Wahl gewesen wäre. Die Worte sprudelten ohne Punkt und Komma aus ihm heraus. Obwohl seine Stimme nun ein wenig anders klang als am Ball, da er sich diesmal keine Mühe machte, seinen Akzent zu verschleiern, schien dieser Teil seiner Tarnung tatsächlich seiner Persönlichkeit zu entsprechen.
Schon seltsam. Bis zu seiner Verhaftung hatte er sich sein Leben lang überhaupt keine Gedanken über Friedenswächter gemacht. Sie waren einfach da gewesen und hatten funktioniert. Wie gut geölte Maschinen. Danach waren sie ihm wie harte, herzlose Hüllen vorgekommen. Er hätte sich nie gedacht, dass zumindest einer von ihnen, wenn er den Helm abnahm, in etwa die Ausstrahlung eines aufgeregt herum springenden, quietschenden Gummiballs hatte und wie aufgezogen plapperte.

Allerdings war er im Moment alles andere als undankbar dafür, da ihm das die Gelegenheit gab, über eine Ausrede dafür, dass er hier nicht nur für ein paar Tage eingecheckt hatte, sondern lebte, nachzudenken.
„... Naja wie auch immer. Oh, ich bin übrigens Collin!"
'Collin' holte nach gefühlten drei Minuten ausnahmsweise wieder einmal Luft und sah ihn erwartungsvoll an.
„Janus.“, stellte er sich vor. Mit dem Namen hatte er hier eingecheckt und wie bei Bina und allen anderen Spionen, die längerfristig ins Kapitol geschickt wurden, gab es eine Art kleinen Lebenslauf im System, der zumindest einem oberflächlichen Check standhalten sollte. Janus Gates.
„Ich bin Frisör... oder zumindest war ich das. In einem der angesagtesten Salons der Innenstadt.“ Von denen es gefühlte hundert gab, die das von sich behaupteten. Was die Aussage spezifisch klingen ließ, obwohl sie eigentlich sehr schwammig formuliert war. Aber er konnte sich ohnehin nicht vorstellen, dass sich der Kerl für einen Haarschnitt interessierte und da nachhakte.

„Oder zumindest war ich das.“ Er machte eine leidende Miene und deutete auf sein Zimmer. „Nur weil eine der besonders wohlhabenden Stammkundinnen den Haarschnitt in Wirklichkeit gar nicht so wollte, wie sie ihn mir vorher bis ins Detail beschrieben hatte. Ich musste mittlerweile sogar mein Auto verkaufen und meine Freundin hat mich deswegen rausgeworfen.“
Das war hier gar nicht so unrealistisch. Beides. So ein Rauswurf war gang und gäbe und er hatte immerhin einmal eine Freundin gehabt, die ihn für einen noch reicheren Typen mit teurerem Auto verlassen hatte. Sein Blick fiel auf den Damenslip, der irgendwo zwischen seinen Shirt heraushing und er rettete sich in ein erst verlegenes Lächeln und dann ein etwas dreckiges Grinsen.
„Aber wie man sehen kann, ist sie ein wenig unentschlossen. Teilweise wohnt sie praktisch hier. Deswegen hab ich mir auch immer noch nichts Neues gesucht. Solange ich nur im Hotel wohne, denke ich, dass es immer noch eine Chance gibt, dass sie mich wieder zurück nimmt. Vielleicht wenn ich einen neuen Job finde. Doch der Markt in der Styling-Branche ist momentan ein hartes Pflaster.“ Er seufzte und schnitt eine Grimasse. „Aber gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis hin oder her, wenn nicht bald zumindest eines von beiden passiert, werden wir wohl irgendwann Kollegen.“

Das war einem Schulfreund seines Bruders passiert. Allerdings nicht wegen einer launischen Freundin und Arbeitslosigkeit, sondern wegen Spielschulden und eines zu ausschweifenden Lebensstils.
„Nichts für Ungut, ihr Jungs macht einen tollen Job, aber...“, fügte er hastig hinzu. „...glaub mir, von mir willst du keine Rückendeckung.“
Er zog einen Mundwinkel hoch und zuckte verlegen mit den Schultern.
„Ich kann leider höchstens dafür sorgen, dass du mit perfekter Frisur in dein Verderben läufst.“
Und perfekt gekleidet. Zumindest wäre das noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen. Jetzt traute er sich sogar zu, im Notfall den einen oder anderen Treffer gegen den Kerl zu landen, obwohl er im Nahkampf – nicht gerade seine stärkste Disziplin – bestimmt keine Chance gegen einen gut ausgebildeten Friedenswächter hatte... und seine Waffe lag sicher verstaut und gut versteckt im Schrank seines Zimmers. Aber die würde er ja auch hoffentlich benötigen. Nur zwei Leute, die im Flur eines Hotels kurz Smalltalk führten, der Friedenswächter würde ihn bestimmt sofort wieder vergessen. Wieder machte er Anstalten endlich seines Weges zu gehen und wieder wurde er zurückgehalten.

"Kann ich dich für ein Bier in der Lobby unten begeistern? Oder natürlich was anderes. Als kleine Entschädigung quasi, dass ich dich umgemäht hab"
Wer lud denn einen Fremden, den er angerempelt hatte, einfach so auf einen Drink ein, war der Kerl etwa...?! Er musterte ihn überrascht. Nicht, dass das für ihn an sich etwas besonders Ungewöhnliches war, in seiner Berufssparte hatte er immerhin eine ganze Menge homosexuelle Kollegen, aber so wie 'Mr. McGee' am Ball seine Partnerin abgekrabbelt hatte, war er automatisch davon ausgegangen, dass er sich zumindest grundsätzlich für Frauen interessierte... "Ich hab jetzt sowieso Feierabend und nichts weiter zu tun. Also... Oh, oder hast du etwa Besuch?“
„Oh... ähm... das ist wirklich großzügig, aber...“
Charlie schaukelte demonstrativ den Berg schmutzige Klamotten in seinen Armen.

"Komm schon, die Wäsche rennt nicht weg.", ließ der Kerl einfach nicht locker und für einen Moment schien in seinen Augen fast so etwas wie Verzweiflung aufzublitzen. Jedenfalls genug, dass er tatsächlich plötzlich Mitleid ein wenig Mitleid mit einem Friedenswächter bekam. Hatte der denn gar kein Privatleben? Mit einem Mal erinnerte er sich daran, dass diese Leute für die Zeit ihrer Verpflichtung weder heiraten noch Kinder bekommen durften und ihm wurde klar, dass der Typ nicht mit ihm geflirtet hatte. Der war einfach nur einsam...
Großartig. Ein einsamer Friedenswächter, der sich nach seiner Gesellschaft sehnte... Charlie stoppte den Gedanken. Das klang jetzt dann doch eher wie der Klappentext eines dieser Bücher, wie Lucius, der Frisör in seinem ehemaligen Vorbereitungsteam, sie mit Vorliebe gelesen hatte.
Was sollte er jetzt tun? Dieser Kerl war gefährlich. Andererseits traute er sich deswegen wiederum kaum, ihm den Wunsch auszuschlagen. Vielleicht würde er das verdächtig finden und dann erst recht überprüfen. So weit Charlie das beurteilen konnte, hatte Collin keine Ahnung, wer er war... und so lang er vorsichtig blieb, konnte es nicht schaden, sich ein paar Minuten zu unterhalten. Ein Bier... oder was auch immer. Dann konnte er sich höflich verabschieden und der Kerl würde ihn sofort wieder vergessen.

„Na gut, warum eigentlich denn eigentlich nicht.“, willigte er weit enthusiastischer ein, als er sich fühlte. „So scharf war ich sowieso nicht auf Hausarbeiten... Ich bring das nur vorher zurück.“
Er machte eine Kehrtwende, ging ins Zimmer, wo er den Berg auf dem Bett ablud und vorsichtig in Richtung angelehnte Tür schielte, bevor er nach dem kleinen Mikro griff und hinein flüsterte.
„Muss weg. Hab eine Einladung bekommen, die ich nicht ausschlagen konnte. Erklär's dir nachher. Mach lieber später Feierabend.“
Da er keine Zeit hatte, wartete er ihre Reaktion gar nicht erst ab, sondern klappte – für den Fall, dass der anhängliche Friedenswächter ihn auch noch in sein Zimmer verfolgte, wenn er nicht schnell genug wieder draußen war – den Laptop zu. Er checkte kurz sein Spiegelbild und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, bevor er zu Collin zurückkehrte.
„Also dann... wir können.“

Gemeinsam schlenderten sie zum Aufzug und Charlie drückte auf den Knopf fürs Erdgeschoß, wo sich die Lobby befand. Die Fahrstuhlmusik dudelte fröhlich vor sich hin und da er selbst nicht wirklich wusste, was er sagen sollte, lächelte er ihn einfach verlegen an und fragte sich heimlich, ob Collin so etwas wohl öfters machte. Wäre es für ihn nicht so gefährlich, hätte die Situation schon beinahe etwas lustig Groteskes gehabt. Er war ziemlich erleichtert, als die Kabine stoppte und die Türen sich öffneten. Alleine schon um der Musik zu entkommen, die einem scheinbar ständig vor Augen – oder eher Ohren – führen wollte, wenn gerade geschwiegen wurde.
'Die Lobby' war im Vergleich zu anderen Hotels eher klein und ein wenig schlicht und um diese Uhrzeit nur sehr spärlich besucht, doch sie sah gemütlich aus und der Kellner wirkte äußerst motiviert. Kaum, dass er sich auf eine bequeme Ledercouch sinken hatte lassen, stand dieser schon da und überreichte ihnen die Karte, doch Charlie winkte ab.
„Zwei Bier, bitte.“ Je schneller sie bestellt hatten, desto schneller würde er hier wegkommen. Und Bier kam auch sehr viel schneller als Cocktails.
„Palace, Center oder Haven?“
„Ähm...“ Ein wenig überfordert blickte er zu seinem hartnäckigen Begleiter und ließ dem die Entscheidung, woraufhin der Kellner eine Karte für sie am Tisch liegen ließ, aber die andere wieder einsammelte und davon wuselte.

„Ich muss gestehen, ich habe in meinem Leben noch nie ein Bier getrunken...“ Er grinste Collin schief an und zuckte mit den Schultern. „... aber ich probiere gern mal neue Dinge aus.“
Mit einem zufriedenen Seufzen ließ er sich bequemer in die Couch sinken und musterte sein Gegenüber – teils gespielt, teils tatsächlich – neugierig.
„Du bist also ernsthaft Friedenswächter, ja? Spannender Beruf. Da sieht man bestimmt eine Menge verrückte Sachen...“ Dann nach einem ängstlichen Blick nach oben, setzte er hinzu. „Ich hoffe wirklich, ihr schnappt den Kerl. Die arme Aurora...“
Collin schien ja grundsätzlich ein recht redseliger Typ zu sein. Vielleicht konnte er diese unangenehme Situation sogar irgendwie zu seinem Vorteil nutzen und irgendeine interessante Information aus ihm herauskitzeln. Er mochte vielleicht hier in diesem Hotelzimmer festsitzen und seine Arbeit darauf beschränkt sein, Bina per Headset beizustehen und morgens hübsch herzurichten, aber immerhin war er offiziell trotzdem ein Spion...
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Collin Jefferson am Mo 31 Aug - 1:36:14

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:35 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather


Begeistert nickte Collin, als Janus zustimmte, noch etwas mit ihm zu trinken und sein Gegenüber verschwand auch sogleich in seinem Zimmer, um den Wäscheberg loszuwerden. Gutgelaunt pfiff er während er wartete die Titelmelodie von 'Unter Feinden' und beschloss, dass er den unbedingt auch einmal wieder ansehen musste. Vielleicht das nächste Mal, wenn Meg für ihn Zeit hatte...? Durch einige Folgen von 'Capitol Crimes' würde er sich sowieso heute Abend wühlen, da hätte er vermutlich mehr Lust, sich den Film anzusehen mit ihr. 

Janus unterbrach ihn bei seinen Grübeleien, als er hinter sich die Zimmertüre zuzog und vermeldete: „Also dann... wir können.“
"Sehr gut!", freute sich Collin und schulterte seinen Rucksack, damit sie gemeinsam zum Aufzug gehen konnten. Sein Begleiter schwieg derweil, er schien nicht der aller gesprächigste zu sein. Aber das war ja nicht schlimm. 

In der Lobby angekommen steuerte Janus eine bequeme Sitzecke an. Ein Kellner schien sie beide bereits ins Visier genommen zu haben oder war vielleicht einfach nur sehr aufmerksam, aber jedenfalls wollte er ihnen schon eine Karte in die Hand drücken. Doch Janus war schneller und orderte für sie beide. Recht allgemein gehalten... Wollte er sich denn gar nichts aussuchen...? Der Kellner nahm ihm das ab, indem er zurückfragte: „Palace, Center oder Haven?“

„Ähm...“ 
Collin hob die Augenbrauen. Er schien nicht sehr entscheidungsfreudig zu sein. Beinahe hätte er darüber gegrinst, doch dann fiel ihm der etwas verzweifelt wirkende Blick seines Gegenübers auf. Er wirkte, als hätte er diese Namen noch nie gehört! Um die peinliche Situation abzuwenden, schließlich wollte er sich nicht, dass Janus Grund hatte, sich zu genieren, warf er selbst ein: "Haven!" Und als der Kellner nickend mit der Bestellung abgerauscht war, erklärte Collin an seinen neuen Bekannten gewandt: "Immer Haven. Das Palace ist nicht schlecht, aber bitterer. Center... Meh", machte er und winkte mit der Hand degradierend ab. "Haven ist milder und ein bisschen süß. Ich mag es, vielleicht taugt dir das ja auch." Eigentlich hatte er keine Ahnung, was der junge Mann mögen könnte, aber Haven kam eigentlich immer gut an, auch bei Frauen, die ja eher weniger für ihre Bier-Lust bekannt waren. 

„Ich muss gestehen, ich habe in meinem Leben noch nie ein Bier getrunken...“, gab Janus das bereits Offensichtliche ein wenig peinlich berührt zu, versicherte allerdings im selben Atemzug: „... aber ich probiere gern mal neue Dinge aus.“
Collin lächelte freundlich. Der Junge war ja nicht der erste Kerl, der ihm im Kapitol begegnete. Gewisse Dinge, die vielleicht in Distrikt 2 als männlich gelten würden, hatten hier einfach keine Relevanz. Und er wüsste auch nicht, was daran störend sein sollte. "Macht doch nichts, es gibt ja auch weit bessere Drinks hier. Allerdings... würde ich mich auf die konzentrieren, müsste ich einige Trainingseinheiten mehr ablegen", erklärte er unzufrieden und klopfte sich auf den Bauch. Sein Pflichtprogramm war schon zu viel. Wenn er jetzt noch Cocktails in sich hinein schüttete, die Kalorien von ganzen Mahlzeiten beinhalteten, würde er bald durchs Kapitol rollen... 

Janus schien sich jetzt endlich ein wenig zu entspannen, Collin hatte schon befürchtet, dass er das nur getan hatte, weil er womöglich gedrängelt hatte... Jackie hatte ihn oft schon gerügt deswegen, weil er das selber nicht merkte. Doch sein Gegenüber schien jetzt aufzutauen und ging auf Collin zu, fragte interessiert: „Du bist also ernsthaft Friedenswächter, ja? Spannender Beruf. Da sieht man bestimmt eine Menge verrückte Sachen...“

"Oh ja, unbedingt. Wobei... Hier im Kapitol ist es grundsätzlich ein wenig ruhiger. Da kanns schon passieren, dass man mit Knöllchen verteilen beschäftigt ist", grinste er. "Zumindest in der früheren Dienstzeit. Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit in der Palastwache", erklärte er, nicht ohne Stolz in der Stimme, "Und vor kurzem sogar befördert worden. Das hier", er nickte nach oben, "ist mein erster Fall in meiner neuen Truppe. Und das ist schon... heftig. Sowas hab ich auch noch nie erlebt, ehrlich gesagt." Weder die... für die Öffentlichkeit bestimmte Version, noch die Tatsächliche...

„Ich hoffe wirklich, ihr schnappt den Kerl", meinte Janus, "Die arme Aurora...“

Collin sah auf und blickte sein Gegenüber betrübt an: "Oh, du kanntest sie?" Grundsätzlich war das nicht so abwegig. Miss Stonem hatte hier laut ihren Überprüfungen öfters eingecheckt um... Nunja, Besuch zu empfangen. Entweder kannten sie sich eben von hier, wenn Janus schon etwas hier wohnte, oder, was auch nicht unwahrscheinlich war, waren sie zusammen vielleicht sogar in eine Schule gegangen. Sie schienen etwa gleich alt zu sein. Oder er kannte sie... privater. Darüber wollte Collin aber nicht nachdenken und fügte zerknirscht mit an: "Das tut mir wirklich leid. Und wir werden natürlich alles tun, um den Mistkerl zu erwischen..." Er hatte einfach die Pflicht, einem besorgten Bürger so etwas zu versichern. Auch, wenn es niemanden zu verfolgen gab... "Wir haben bereits heiße Spuren, er läuft nichtmehr lange frei herum." Erstunken und erlogen, aber er sagte es mit aufrichtiger Miene. Janus sollte sich deswegen doch nicht unnötig sorgen oder unsicher fühlen müssen. Und, weil das Thema so bedrückend war, wechselte er auch lieber schnell das Thema: "Und du bist tatsächlich gefeuert worden, weil eine Dame nicht zufrieden mit dir war?" Die Verwunderung darüber brauchte er gar nicht zu heucheln, die war wirklich echt. Wegen so etwas verlor man hier seinen Job...? "Da kann ich ja echt froh sein, Friedenswächter zu sein", lachte er, "Der Job ist ziemlich sicher. Zumindest... Könnte ich meinem Kollegen Klebstoff in die Haare schmieren, wenn er nach einer doppelten Schicht mal wieder vor seinem Spint einpennt", grinste er dreckig, fügte dann stirnrunzelnd an: "Wir... sollten vielleicht lieber nie Jobs tauschen." 

Einen Augenblick schwiegen sie beide, während der Kellner ihnen das Bier servierte. Und nachdem er sich wieder vom Acker gemacht hatte, hob Collin das Glas und prostete Janus zu: "Nochmal, entschuldige meinen Anrempler. Auf das der Abend weniger schmerzhaft endet", grinste er schief und nahm einen tiefen Schluck. Nun, für ihn würde das heute wohl das Aufregendste bleiben. Außer er verschluckte sich an den Chips, die er sich sicherlich noch einverleiben würde.

"Sieht es in der Branche derzeit sehr schlecht aus?", erkundigte sich Collin. Es tat ihm leid, dass ein netter Kerl wie Janus einer in seinen Augen vollkommen unnötigen Kündigung ausgesetzt war. "Oder willst du es vielleicht sogar anderweitig versuchen?" Vielleicht war das ja der Grund, weshalb er noch nach Arbeit suchte. Auch das würde Collin verstehen. Wenn er wegen so einer Nichtigkeit gekündigt werden würde, würde er sich wohl auch anderweitig orientieren wollen. Vielleicht. Er wusste es nicht. Schließlich hatte er sich darüber noch nie Gedanken gemacht. Er wäre wohl nach Distrikt 2 zurückgegangen, nachhause, zu seiner Familie. Hätte sich dort einen Job gesucht. Was ihn auf eine weitere Frage brachte: "Was ist eigentlich mit deinen Eltern? Wolltest du nicht zu ihnen?" Collin versuchte, das nachzuvollziehen. Sicher war nicht jeder wie er ein solcher Familienmensch. Ob es ganz so einfach war, wieder zuhause zu wohnen, wenn man komplett auf eigenen Beinen gestanden hatte, vermochte er nicht nachzuvollziehen, oder verstehen. Immerhin hatte er noch nicht in der Situation sein müssen, das herauszufinden. Ihm wurde klar, während er darüber nachdachte, dass die Frage vielleicht doch ein wenig persönlich war. Wer wusste, ob sich der Junge vielleicht mit seiner Familie verstritten hatte... Schnell versicherte er daher: "Tut mir leid, falls das zu aufdringlich war. Du musst natürlich darauf nicht antworten, das geht mich nichts an. Manchmal rede ich, bevor ich denke, weiß du... Meine Schwester, Jackie, rügt mich dafür oft, aber naja...", er zuckte etwas hilflos mit den Schultern. "Ich kann das nicht kontrollieren, das passiert ganz automatisch. Wie bei dem Computer-Nerd bei 'Ein Mann, ein Schlagstock'. Kennst du das überhaupt?", prüfend sah er sein Gegenüber an. Er musste es einfach kennen. Jeder kannte es. "Wirklich großartige Serie", fuhr er fort, "Ich kanns übrigens kaum erwarten, bis die Pause nach dem Jubiläum vorbei ist. Die können einen doch nicht einfach mit so einem Cliffhanger sitzen lassen..." Unzufrieden nahm er noch einen Schluck aus seinem Glas. Das war wirklich unglaublich. An der spannendsten Stelle hatte man die Zuschauer hängen lassen. "Hast du irgendeinen Lieblingsfilm? Ich könnte ein paar Tipps gebrauchen. Im Programm läuft ja kaum was während den Spielen, außerdem muss ich da zu den Filmzeiten total oft arbeiten. Meistens läuft ja nur mittags etwas. Mittags... Eh klar, wenn die meisten arbeiten sind", ärgerte sich Collin augenrollend. Aber die Spiele hatten nunmal Priorität im Programm. Naja, vielleicht hatte Janus ja ein paar Tipps parat, was er sich die Tage einmal lohnend ausleihen könnte zum anschauen. Erwartungsvoll sah er ihn an.
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Mi 2 Sep - 20:29:39

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:40 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather


"Oh ja, unbedingt. Wobei... Hier im Kapitol ist es grundsätzlich ein wenig ruhiger. Da kanns schon passieren, dass man mit Knöllchen verteilen beschäftigt ist"
Ach tatsächlich? Charlie hob fragend die Augenbrauen. So eine ruhige Kugel schoben die hier? In dem Fall war es kein Wunder, dass er sich Gedanken darüber machen musste, wie viele Cocktails seine Figur wohl vertrug. Allerdings war das nicht die Erfahrung, die er mit den Friedenswächtern hier gemacht hatte. Und wenn Collin damit zu tun hatte, war er selbst wohl auch kaum fürs Strafzettel verteilen zuständig. Schließlich hatte Marinas Schwester keinen von ihm bekommen – oder Falschparken wurde heutzutage ein wenig härter bestraft als früher...

"Zumindest in der früheren Dienstzeit. Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit in der Palastwache"
Palastwache?
Dafür hatte er aber ein sehr ausgedehntes Einsatzgebiet. Der Palast war wie weit von hier entfernt? Das war ja nicht einmal mehr die Innenstadt. Er nickte interessiert und speicherte die Information im Hinterkopf ab, während der Friedenswächter stolz von seiner Beförderung berichtete und das Thema wieder auf den 'Mord' brachte, worauf Charlie natürlich gleich einging, um ihn ein bisschen am Reden zu halten.
"Oh, du kanntest sie?"
Einen Moment lang zögerte er, ob er das bejahen sollte und tarnte das mit einem betont betroffenem Gesichtsausdruck. Nicht, dass der Kerl noch auf die Idee kam, sich zu genau in Auroras Freundeskreis umzusehen. Andererseits hatte er es vorhin ohne darüber nachzudenken ohnehin schon unfreiwillig verraten und da Aurora nicht unbedingt ein Kind von Traurigkeit gewesen war, gab es sowieso eine fast schon unüberschaubare Menge an Freunden und Liebhabern.

„Nur flüchtig.“, entschied er sich schlussendlich. „Wir waren auf der gleichen Schule, sie war allerdings in einem anderen Jahrgang.“
Dass er dafür mit ihrer Schwester in der Klasse gewesen war, verschwieg er dann aber doch lieber wohlweislich.
„Ich weiß gar nicht, ob sie mich überhaupt gekannt hat...“ Als Janus Gates bestimmt nicht. Er warf einen flüchtigen Blick auf seine Reflexion im Glastisch und fragte sich, ob Aurora nach all den Jahren überhaupt sein Gesicht erkannt hätte. Mit dem Bart und den langweilig dunkelblonden Haaren. Wenn sie ihn nach einem Training in 13 gesehen hätte, verschwitzt und staubig vom Boden und in diesen geschmacklosen grauen Trainingsklamotten, mit Sicherheit nicht. Für einen kurzen Augenblick musste er ein Zucken seiner Mundwinkel unterdrücken, bis ihm wieder einfiel, dass Aurora ohnehin niemals wieder irgendjemanden erkennen würde.
„...aber diese Haare sind ja auch wirklich schwer zu übersehen...“


"Das tut mir wirklich leid. Und wir werden natürlich alles tun, um den Mistkerl zu erwischen...", heuchelte der Friedenswächter, der für ihren Tod scheinbar zumindest mitverantwortlich war.
Charlie musste seine ganze Schauspielkunst zusammenkratzen, um ihn so dankbar anzusehen, wie dieser wohl erwartete, und höflich zu nicken, während er ihm irgendeinen Blödsinn über den angeblichen Ermittlungsstand auftischte.
Als ob sie nicht ganz genau wussten, wer das getan hatte! Hatte Collin etwa vor, einen seiner Kollegen zu verhaften? Den Mistkerl, der Aurora getötet hatte, kannte er bestimmt persönlich. Wenn er es nicht sogar selbst gewesen war... aber daran wollte Charlie lieber gar nicht denken. Es war so schon nervenaufreibend genug, mit einem Friedenswächter an einem Tisch zu sitzen, da musste er sich nicht auch noch vorstellen, wie der mit diesem unschuldigen Schaf-Grinsen im Gesicht die Schwester einer Freundin dahin metzelte...

"Und du bist tatsächlich gefeuert worden, weil eine Dame nicht zufrieden mit dir war?", lenkte besagter Friedenswächter da auch schon wieder geschickt das Gespräch auf ein Thema, bei dem wiederum er lügen musste. Allerdings war es nicht allzu schwierig sich dazu etwas Glaubhaftes einfallen zu lassen.
„Oh es ging nicht darum, dass eine Dame unzufrieden war, sondern darum welche. Nicht nur, dass sie eine Stammkundin ist, sie kennt die halbe Stadt und hat natürlich herum erzählt, ich hätte ihre Haare verschandelt. Ich denke, meinem Chef war sogar klar, dass ich nichts falsch gemacht habe, aber er konnte es sich trotzdem nicht leisten mich zu behalten. Er meinte, damit wäre der Ruf seines Salons ruiniert und hat mir viel Glück gewünscht.“
"Da kann ich ja echt froh sein, Friedenswächter zu sein", stellte Collin lachend fest.
Darüber gab es definitiv geteilte Meinungen.
Charlie hätte lieber jedes Haar einzeln vom Boden eines Studios aufgehoben und ihn danach noch blitzsauber geleckt, als Snows Dreck wegzumachen und Leute zu tyrannisieren.

"Der Job ist ziemlich sicher. Zumindest... Könnte ich meinem Kollegen Klebstoff in die Haare schmieren, wenn er nach einer doppelten Schicht mal wieder vor seinem Spint einpennt"
„Klebstoff in die Haare schmieren?!“ Er starrte sein Gegenüber mit weit aufgerissenen Augen an.
Wer tat denn so etwas?
Die armen, unschuldigen Haare, die waren danach bestimmt nicht mehr zu retten. War das eine neue Art der Folter? Vielleicht stand bei diesen Kerlen ein latenter Hang zu Sadismus ja schon in der Jobbeschreibung.
"Wir... sollten vielleicht lieber nie Jobs tauschen."
„Definitiv nicht.“, fügte er immer noch verblüfft hinzu. „Ich glaube, sowohl Haare als auch Bewohner Panems werden uns dafür dankbar sein.“
Zumindest die Haare. Die Einwohner bekamen dann ja vielleicht doch lieber einen neuen Haarschnitt, statt verhaftet und ermordet zu werden...

Er war fast schon dankbar, dass der Kellner kam und das Thema damit beendete. Jemandem Klebstoff in die Haare schmieren. Friedenswächter hatten offenbar wirklich einen ganz eigenen Humor. Etwas... derber. Einen Moment fragte er sich, ob seine Freunde in Distrikt 13 so etwas auch lustig finden würden. Skyler eventuell. Allgemein wären sie vermutlich auch schockiert, allerdings weniger wegen der unrettbar verklebten Haare, sondern mehr wegen des verschwendeten Klebstoffs...
"Nochmal, entschuldige meinen Anrempler. Auf das der Abend weniger schmerzhaft endet"
„Also darauf trink ich auf jeden Fall.“, stimmte er zu und beeilte sich Collin zuzuprosten.
Auf das er heute nicht verhaftet wurde.
Er nahm einen tiefen Schluck und konnte nur mit Mühe verhindern, dass er das Bier gleich wieder ins Glas spuckte. Musste leise hüsteln.
„Ah, mhmm... das hat ja mal einen... ganz eigenen Geschmack.“
Genau so stellte er sich vor, dass Affenpisse schmeckte.
Vielleicht sollte er lieber noch ein Wasser dazu bestellen, aber er wollte nicht unhöflich wirken und würgte stattdessen tapfer das Gesöff herunter, stellte das Glas dann aber schnell wieder ab und musterte seinen Gesprächspartner lieber interessiert.

„Sieht es in der Branche derzeit sehr schlecht aus?“, erkundigte sich dieser auch gleich neugierig.
„Also eigentlich gibt es hier einen sehr großen Bedarf an Frisören und Visagisten.“ Ganz automatisch, da er das Bier vor sich stehen hatte, nahm er noch einen kleinen Schluck und verzog für einen Moment das Gesicht, bevor er sich wieder unter Kontrolle hatte. „Aber es gibt eben leider noch mehr Leute, die das beruflich machen wollen.“
„Oder willst du es vielleicht sogar anderweitig versuchen?“
„Nein, nein. Glaub mir, wenn es nicht gerade um Haare oder Kleidung geht, hab ich zwei linke Hände.“, winkte er lachend ab. „Aber keine Sorge, ich finde bestimmt bald etwas Neues. Ich muss nur hoffen, dass dieses Weib mich nicht überall schlecht gemacht hat. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihr wohl eine Glatze geschnitten... oder ein bisschen Klebstoff in die Haare geschmiert.“
Er grinste Collin schief an.
„Hab gehört, dass man das jetzt zumindest in der Palastwache so trägt...“


Allerdings sollte er die Geschichte wohl lieber nicht noch breiter treten, bevor der Kerl auf die Idee kam, sich aus falschem Mitleid einmischen zu wollen.
„Was ist eigentlich mit deinen Eltern? Wolltest du nicht zu ihnen?“
Die Frage versetzte Charlie einen Stich in die Brust. Und wie er zu ihnen wollte! Wie sehr er sich danach sehnte, seine Familie wiederzusehen. Seinen Bruder. Seine Schwester. Seine süßen kleinen Nichten in den Arm nehmen, die mittlerweile vermutlich zwar immer noch süß, aber deutlich weniger klein waren. Er machte ein betrübtes Gesicht und nippte an seinem Bier, das mittlerweile glücklicherweise nur mehr halb so grässlich schmeckte. Sein Gaumen gewöhnte sich wohl langsam daran. Oder ein Teil seiner Geschmacksnerven war bereits abgetötet worden.

„Tot.“, hielt er sich an die offizielle Version seines frisierten Lebenslaufs. Oder eher Janus' Lebenslauf. Keine fiktiven Verwandten, deren Nicht-Nachweisbarkeit möglicherweise das Cover auffliegen lassen konnte. „Sie sind schon vor ein paar Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen.“
Wie beinahe schon erwartet, schreckte Collin ob der Schreckensmeldung sofort von dem Thema und entschuldigte sich für seine Neugier.
„Meine Schwester, Jackie, rügt mich dafür oft, aber na ja... Ich kann das nicht kontrollieren, das passiert ganz automatisch. Wie bei dem Computer-Nerd bei 'Ein Mann, ein Schlagstock.'“
Ah, der Kerl mit der komischen Frisur und dem nicht vorhandenen Kleidungsstil, der die ganze Zeit zu den unpassendsten Momenten dazwischen krähte und dadurch für eine Menge amüsante Situationen sorgte. Seine Mundwinkel zuckten bei der Erinnerung daran. Offenbar lief die Serie immer noch.

„Klar kenn ich die. Wer nicht.“
Allerdings hatte er sie schon eine ganze Weile nicht gesehen und war dankbar, dass Collin ihn nicht nach Details fragte, sondern sich selbst der beste Unterhalter war und fröhlich vor sich hin plapperte. Lächelte und nickte nur höflich, bis er nach seinem Lieblingsfilm gefragt wurde.
„Im Programm läuft ja kaum was während den Spielen...“, beschwerte er sich über das derzeitige Fernsehprogramm und hatte nicht unrecht damit. Abgesehen von Vorberichterstattungen hatte er momentan auch auf den wenigsten Sendern etwas gesehen und wenn nur...
„Mittags... eh klar, wenn die meisten arbeiten sind.“
Abgesehen von schminkenden Spionen, die um die Zeit in ihrem Hotelzimmer festsaßen. Oder natürlich offiziell arbeitslosen Frisören...
„Da läuft auch nichts übermäßig Spannendes, falls dich das tröstet.“

Leider. Das würde ihm bestimmt dabei helfen, nicht die Wände hoch zu laufen, wenn Bina mit eintöniger Arbeit beschäftigt war. Jetzt vertrieb er sich die Zeit zumindest mit Tagträumen. Die waren sehr viel besser und unterhaltsamer als das Fernsehprogramm... und würden darin streckenweise wohl erst mitten in der Nacht laufen...
„Mein Lieblingsfilm...“ Er kratzte sich am Hinterkopf, während er angestrengt in seinem Gedächtnis kramte. Darüber hatte er wirklich schon ewig nicht mehr nachgedacht. Mittlerweile war ihm durchaus klar, dass es im Leben deutlich Wichtigeres gab, aber sollte er einem Friedenswächter wohl lieber nicht erzählen. Da er ohnehin keine neuen Filme kannte, entschied er sich für einen richtigen Klassiker.
„Der Ruf der Nachtigall, falls du den noch nicht kennst.“, schlug er vor. „Eine verbotene Liebe. Ein Mord. Hass der über Jahrzehnte weiter wächst und einem Mann die Seele zerfrisst In irgendeiner Version sollte man den einfach einmal gesehen haben. Am besten die Verfilmung mit Antonius Sincerton. Der ist einfach unglaublich in diesem Film.“
Er wollte gerade erwähnen, dass er das Stück vor ein paar Jahren gleich drei Mal im Theater gesehen hatte, überlegte es sich dann aber doch anders. Schließlich war er kein gut verdienender Stylist aus äußerst wohlhabendem Elternhaus, sondern ein arbeitsloser kleiner Frisör, dessen Rücklagen so gering sind, dass er sich in diesem Hotel einquartieren und hoffen muss, nicht bald komplett Pleite zu gehen.

Außerdem war der Film vielleicht nicht unbedingt Collins Geschmack, wenn er mehr auf 'Prozedurale Friedenswächter-Shows' stand. Nachdenklich zog er die Augenbrauen zusammen und kramte in seinem Gehirn nach etwas Passendem. Am liebsten einen, in dem Friedenswächter die Bösen waren und Unschuldige verfolgten, doch davon abgesehen, dass so ein Tipp vermutlich nicht besonders klug wäre, konnte er sich auch nicht daran erinnern, so etwas schon einmal gesehen zu haben. Für ihn wäre es früher undenkbar gewesen, dass die Regierung 'gute Menschen' verhaften ließ, weggesperrt wurden nur gefährliche und üble Monster – bis es ihn selbst erwischt hatte.
„Der Diamanten-Code“, fiel ihm schließlich noch ein. Ein bisschen weniger Gerede, etwas mehr Action. Aber trotzdem durchaus etwas zum Mitdenken. „Politische Intrigen. Morde. Das volle Programm. Und gleich mehrere überraschende Plot-Twists.“
Er hob sein Glas und nahm einen Schluck, nickte Collin zufrieden zu.

„Der ist immer gut für einen gemütlichen Fernsehabend.“
Und gemütliche Fernsehabende waren nicht das allerschlechteste. Wobei er deutlich mehr Wert auf die Gesellschaft legte als darauf, was im Fernsehgerät lief. So konnten auch die Sieger-Interviews mit billigem Essen, im Vorbeigehen aus dem Laden um die Ecke mitgenommen, zu einem wahren Erlebnis werden. Ganz unbewusst wanderte sein Blick zur Uhr an der Wand und er beeilte sich, ihn wieder auf seinen Gesprächspartner zu richten, als es ihm auffiel.
Er wusste nicht, ob er sich wünschen sollte, dass Bina bald oder doch eher etwas später nach Hause kam. Wenn sie bald hier auftauchte, lief sie Gefahr Collin – Mr. Film-Kritiker – über den Weg zu laufen und wie sollten sie diesen Zufall erklären? Bina hier zu treffen, würde ihn bestimmt misstrauisch machen – auch wenn Charlie ihm von seiner Freundin erzählt und zugegeben hatte, dass sie öfters her übernachtete. Und schließlich war es Zufall, wenn sich die beiden hier wieder begegneten.

Aber wenn Collin hier nicht komplett festklebte, sollte es keine Probleme geben. Bina war schließlich immer noch fleißig am Arbeiten und brauchte, wenn sie ihnen etwas zu essen besorgte, dann noch gut über eine halbe Stunde von Gus' Büro hierher. So lange würde der Kerl ihm ja doch nicht Gesellschaft leisten. Der hatte heute Abend ganz bestimmt noch etwas Besseres zu tun.
Nach einem kurzen Schweigen, während dem sie beide weiter an ihrem Bier genuckelt hatten, entschied er sich noch einen zweiten Anlauf zu versuchen, ein wenig mehr über Auroras Verhaftung herauszufinden.

„Also Palastwache, hmmm...“, versuchte er das Thema wieder auf Collins Job zu lenken.
„Das klingt ja unglaublich wichtig.“ Er musterte ihn betont neugierig und zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Ich muss gestehen, dass ich mich damit bisher noch nie so wirklich beschäftigt habe. Heißt das, du bewachst den Präsidenten?“
Dann, als wäre es ihm gerade erst aufgefallen, runzelte er die Stirn und blickte sein Gegenüber mit zusammengezogenen Augenbrauen an.
„Wie kommt es denn, dass sich die Palastwache um einen Mord hier draußen kümmert?“ Und um die Frage ein wenig zu entschärfen, setzte er unschuldig hinzu:
„Seid ihr etwa für alle Verbrechen im Kapitol zuständig?“ Er grinste einfältig. „Gibt ja auch nicht allzu viele...“
Charlie ließ sich mit seinem Bier bequemer in die Couch sinken und sah ihn erwartungsvoll an, bevor er doch noch einmal die Stirn runzelte. Diese Frage beschäftigte ihn tatsächlich persönlich ein wenig.

„Und wieso musst du überhaupt nach Dienstschluss hier vorbei kommen? Du hast doch eigentlich schon Feierabend. Ist das in eurer Branche üblich oder musstest du das in deiner Freizeit erledigen, weil du neu bist?“
Das war bestimmt, weil er neu war. Charlie warf ihm einen mitleidigen Blick zu.
„Bist du etwa noch der...“ Beinahe hätte er Fußabtreter gesagt, aber er hatte sich gerade noch beherrschen können. „...Laufbursche von deinem Chef?“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Collin Jefferson am Mo 7 Sep - 12:18:49

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:30 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

Janus dachte ernsthaft über seine Frage nach, was Collin freute und er wartete gespannt, ob sein Gegenüber auf ein Ergebnis kommen würde für eine sinnvolle Empfehlung. Und schließlich entschied er sich für einen Film: „Der Ruf der Nachtigall, falls du den noch nicht kennst.“
Collin dachte darüber nach. Der Titel sagte ihm was, aber er war sich unsicher, ob er ihn kannte. Auch die Beschreibung kam ihm vage bekannt vor, doch ausschlaggebend für das letztendliche Erkennen war die Nennung des Schauspielers. Jetzt, da er ein Gesicht dazu hatte, konnte er auch den Film zuordnen. Gesehen hatte er ihn und die schauspielerische Leistung war sicher nicht anzuzweifeln, aber so ganz Collins Fall war es nicht gewesen. Doch Janus fiel nach etwas überlegen noch ein weiterer Film ein. Der Diamanten-Code? Den kannte er tatsächlich noch nicht! Und die Beschreibung klang dann doch recht reizvoll... Den speicherte er sich jedenfalls sofort gedanklich ab. "Der klingt super, ich glaub nicht, dass ich den schon gesehen hab", immerhin kam es manchmal ja auch vor, dass er beim Fernsehen versehentlich auf der Couch einschlief und Filme verpasste, die er eigentlich hatte sehen wollen...
„Der ist immer gut für einen gemütlichen Fernsehabend", versicherte Janus und Collin freute sich ehrlich: "Den werd ich mir auf jeden Fall mal ausleihen. Super, danke!"

Zufrieden griff er erneut nach seinem Bier und leerte es bis auf die Hälfte. Amüsiert sah er ganz kurz nur, damit es nicht auffiel, zu Janus, der vorhin nicht unbedingt gewirkt hatte, als würde es ihm sonderlich schmecken, doch mittlerweile verzog er schon weniger das Gesicht. Es war zwar wirklich höflich von ihm, aber wegen Collin müsste er sich das nicht hinunter zwingen, wenn es ihm nicht schmeckte. Er wollte gerade anmerken, dass er ihm auch gerne einen Cocktail ausgab, doch kam ihm der junge Mann zuvor.

„Also Palastwache, hmmm...“, machte er langgezogen und Collin nickte bei der Feststellung, wartete auf die Frage, die dem folgen würde. „Das klingt ja unglaublich wichtig. Ich muss gestehen, dass ich mich damit bisher noch nie so wirklich beschäftigt habe. Heißt das, du bewachst den Präsidenten?“

"Oh ja", winkte Collin ab, "Die wenigsten machen sich wirklich Gedanken um uns. Wir sind... einfach da und sorgen meist im Stillen dafür, dass sich alle sicher fühlen können. Den meisten Bewohnern hier fallen wir gar nichtmehr wirklich auf", lächelte er. Und das war tatsächlich so. Friedenswächter gehörten irgendwie zum... allgemeinen Inventar. Es war einfach selbstverständlich, dass sie da waren. Und so sollte es ja auch sein. "Aber den Präsidenten bewache ich nicht, nein. Er hat natürlich seine persönliche Eliteeinheit, die ihn beschützt. Nur die ranghöchsten, besten Friedenswächter werden je in diesen Rang erhoben." Ehrfurcht schwang in seiner Stimme ganz automatisch mit. Sein Boss war jetzt einer von ihnen. Das war schon verdammt cool, so jemanden als Vorgesetzten zu haben...

„Wie kommt es denn, dass sich die Palastwache um einen Mord hier draußen kümmert?“, hakte Janus interessiert nach, "Seid ihr etwa für alle Verbrechen im Kapitol zuständig?", und mit einem schiefen Grinsen fügte er hinzu: "Gibt ja auch nicht allzu viele..."
Collin lächelte zurück. Ja, das war wohl sowieso wahr. Aber ugh... Der Junge stellte ja Fragen... Das war dann doch nicht ganz so einfach zu beantworten und Collin überlegte sich gut, was er preisgeben wollte. Konnte. Er konnte ja kaum sagen, dass der Mordfall erst im Palast einer wurde... Collin schüttelte den Kopf. Blödsinn, Mord. Sie war eine Rebellin gewesen, eine Verräterin. Jeder wusste selbst, was er mit so einer Einstellung riskierte. Sie hatte sich im Prinzip selbst damit umgebracht. Das... machte es zumindest etwas leichter...
"Ja, das stimmt", antwortete er schließlich, "Ich... Ich habe in meiner Dienstzeit hier im Kapitol noch keinen Mord außer diesem erlebt." -keinen wirklichen Mord jedenfalls, der Unschuldige betraf, was ja auch nach wie vor so war...- "In dem Fall wird ein Sondertrupp zusammengestellt. Ein Mord ist ein gänzlich anderes Kaliber als ein kleiner Schmuckdiebstahl. Es ist unserem  Präsidenten ein persönliches Anliegen, dass so etwas von den Besten aufgeklärt wird, zum Schutz seines Volks." Ja doch, das hielt er dann wirklich für eine gelungene Antwort.

Doch Janus zeigte plötzlich überraschend großes Interesse, was Collin ziemlich freute. Er hatte fast ein wenig gefürchtet auf dem Weg in die Lobby, dass er vielleicht ein zu schweigsamer Kerl wäre und die Unterhaltungen einseitig verlaufen würde. Doch taute er zu Collins Freude immer mehr auf. „Und wieso musst du überhaupt nach Dienstschluss hier vorbei kommen? Du hast doch eigentlich schon Feierabend. Ist das in eurer Branche üblich oder musstest du das in deiner Freizeit erledigen, weil du neu bist?“ Sein Blick veränderte sich plötzlich und seine Stimme nahm einen bedauernden Tonfall an: „Bist du etwa noch der... Laufbursche von deinem Chef?“

Collin grinste schief und zuckte mit den Schultern. "Es wird besser. Die Neuen in einer Truppe oder direkt nach einer Beförderung werden öfters mal auf Herz und Nieren geprüft. Mein neuer Boss ist streng, aber..." Aber... auch nur ein Mensch... "aber er ist sowas wie eine wandelnde Legende in der Palastwache, es ist eine Ehre unter ihm arbeiten zu dürfen. Man geht durch eine harte Schule, aber es lohnt sich." Damit wollte er schon abschließen, doch hatte er ja noch gar nicht die eigentliche Frage beantwortet! "Oh, und das heute Abend hab ich freiwillig gemacht. Es stört mich nicht, sowas nach Dienstschluss zu erledigen, ich hatte sowieso nichts vor und das Hotel liegt auf meinem Nachhauseweg. Wieso sollte das dann jemand tun müssen, der vielleicht noch was machen will nach Feierabend" -jemand wie Meg- "Also...", wieder ein langsames Heben der Schultern. Es machte ihm einfach wirklich nichts aus.

Für Collin war das aber ein wenig spannendes Thema und er wollte lieber etwas interessanteres über Janus erfahren. "Sag mal... Du sagtest, du hast in einem angesagten Laden gearbeitet. Hast du da auch Prominenz kennengelernt? Schauspieler oder so?" Sowas wär immerhin echt ziemlich cool... "Ich hab nur hin und wieder welche aus der Ferne gesehen. Als ich hier recht neu war, musste ich mal ein Filmset sichern. Ein ziemlich lahmer Streifen eigentlich, ‚Tag der Rose‘, irgend so ein Schmalzschinken mit diesem... diesem... Wie heißt er noch gleich...", Collin schnippte nach dem Wort suchend mit dem Finger, bis es ihm wieder einfiel: "Pulcher Leafcolour! Ich wollte so gerne Statist sein. Nur einmal durchs Bild laufen, irgendwo, das wär ja so cool…“, schweifte er kurz ab, besann sich dann aber wieder auf das, worauf er eigentlich hinaus wollte: „Na, jedenfalls hab ich ihn mal aus der Ferne an dem Set gesehen. Aber das war nicht besonders... besonders, wenn du verstehst, was ich meine. Aber ich war auf dem Ball im Palast, da konnte ich ein paar wirklich coole Autogramme ergattern von den Siegern. Von Distrikt 7 und 3! Die zählen ja auch ziemlich zur Prominenz. Ich hab sie eigentlich für meine Kollegin geholt, Meg...", etwas verlegen kratzte er sich am Nacken. Wie alleine das Aussprechen des Namens plötzlich kribbelte... Schnell nahm er noch einen Schluck aus dem Bierglas und sah Janus an, auf eine Antwort wartend, nachdem er selbst ja schon wieder ein wenig ins Quasseln verfallen war...
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Mi 9 Sep - 20:02:04

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:40 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather


"Ja, das stimmt.“
Tatsächlich?
Charlie musste sich zusammen reißen, um sich nicht an seinem Bier zu verschlucken. Damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Oder hatte er Collin nur vorhin die perfekte Ausrede selbst geliefert? Jetzt ärgerte er sich fast ein bisschen darüber, dass er seinen Mund nicht halten hatte können, blickte seinen Gesprächspartner aber weiterhin interessiert und völlig unkritisch an, während dieser ihm nun erklärte, dass die besten Friedenswächter zur Aufklärung von Kapitalverbrechen herangezogen worden waren.
Dass es hier wenige Morde gab, konnte Charlie nur bestätigen. Allerdings verschwanden oder verstarben Menschen immer wieder ganz plötzlich. Etwas worüber er sich nie Gedanken gemacht hatte, bis er selbst ganz einfach 'verschwunden' statt 'offiziell verhaftet' worden war. Seither fragte er sich unter anderem, was mit dem Freund seines Vaters, den er als kleiner Junge 'Onkel Polonius' genannt und der ihm und seinen Geschwistern immer Zimt-Mandeln mitgebracht und tolle Witze erzählt hatte, wirklich passiert war. Wen der wohl verärgert hatte? Ob er noch lebte und wenn ja, wie? Darüber und in der Folge, was ihm selbst wohl geblüht wäre, hätte sein Dad ihn nicht rechtzeitig raus geschmuggelt, wollte er aber eigentlich lieber gar nicht nachdenken – auch wenn es sich nur schwer verhindern ließ. Er nahm einen etwas tieferen Schluck und konzentrierte sich lieber auf das, was Collin ihm über die Palastwache erzählte.

Dem Präsidenten war es ein persönliches Anliegen... zum Schutz des Volkes... Ob er diesen Mist eigentlich selbst glaubte?
So ehrlich und stolz wie er dreinschaute vermutlich schon. Er hatte sich automatisch ein wenig gestrafft und seine Augen strahlten. Charlie warf ihm einen gespielt bewundernden Blick zu. Schließlich kannte er das Gefühl noch zu gut, unbeschreiblich stolz auf seinen Beruf zu sein. Und auch er war es aus seiner heutigen Sicht damals vollkommen zu Unrecht gewesen. Nichts als ein besserer Leichenschminker war er gewesen.

Ein wenig enttäuscht darüber, wie problemlos Collin sich aus der Affäre gezogen hatte, versuchte er dennoch weiter über dessen Job nachzubohren, erkundigte sich zumindest nach dem heutigen Auftrag und warum gerade er dazu 'auserkoren' worden war. Immerhin spuckte der Friedenswächter dafür ein paar Informationen über seinen Chef aus.
Eine 'wandelnde Legende' also. Charlie war überzeugt davon, dass Aurora das genauso sah. Wer wurde nicht gerne von einer Friedenswächter-Berühmtheit ermordet?
"Oh, und das heute Abend hab ich freiwillig gemacht. Es stört mich nicht, sowas nach Dienstschluss zu erledigen, ich hatte sowieso nichts vor und das Hotel liegt auf meinem Nachhauseweg. Wieso sollte das dann jemand tun müssen, der vielleicht noch was machen will nach Feierabend"
Für einen kurzen Moment wirkte Collin irritiert. Fast unglücklich. Doch dann wurde sein Blick wieder klar und er zuckte mit den Schultern als wäre so ein kleiner Ausflug ans andere Ende der Stadt keine Rede wert.

Und natürlich wechselte er wieder das Thema. Charlie konnte sich nicht erinnern, schon einmal mit jemandem geredet zu haben, der so wenig von seinem Job preisgeben wollte. Aber unter all den Stylisten, Designern und Frisören gab es vermutlich wenig zu verschweigen und die Freunde seiner Eltern hatte er nie über ihre Arbeit ausgefragt. Selbst mit seinem Vater hatte er kaum darüber geredet. Warum auch? Die Politik hatte ihn nie besonders interessiert. Ein fataler Fehler, wie sich später herausgestellt hatte.

"Sag mal... Du sagtest, du hast in einem angesagten Laden gearbeitet. Hast du da auch Prominenz kennengelernt? Schauspieler oder so?"
Entweder das hier war der filmverliebteste Friedenswächter aller Zeiten oder in Distrikt 2 waren die Menschen auch nicht anders als im Kapitol – im großen Unterschied zu Distrikt 13. Aber hier konnte er zumindest problemlos mit Informationen dienen. Er machte den Mund auf, um ein wenig anzugeben, aber Collin ließ ihn wie üblich nicht zu Wort kommen und plapperte schon wieder begeistert darüber, einmal an einem Filmset gearbeitet zu haben.

'Tage der Rose'. Der letzte Film, den er jemals im Kino gesehen hatte. Valentina hatte darauf bestanden ihn anzuschauen. Wegen des Hauptdarstellers. So langweilig hatte Charlie ihn dann aber gar nicht gefunden. Das Ende hatte ihn sehr berührt. Als die junge Frau nach dem tragischen Tod des Helden allein mit ihrem gemeinsamen Sohn, den sein Vater nur einmal im Arm gehabt hatte, an dessen Grab gestanden hatte. Damals hatte er sich noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, wie viele Familien in den Distrikten ohne Väter über die Runden kommen mussten, weil die Sicherheit in den Betrieben nicht gewährleistet war. Und wie viele Familien jedes Jahr an einem anonymen Holzsarg ihre in den Spielen gefallenen Kinder beweinten...
Das war ihm alles erst bewusst geworden, als er es mit eigenen Augen gesehen hatte.

Collin hingegen schien daran nicht besonders viele Gedanken zu verschwenden, obwohl er doch in einem Distrikt geboren worden war. Entweder das Kapitol hatte ihm mittlerweile schon ein wenig die Gedanken vernebelt oder in 2 waren die Lebensumstände so viel besser als in den Distrikten, die er auf seiner Flucht durchquert oder zumindest gestreift hatte.
„Aber ich war auf dem Ball im Palast,...“, quatschte der Friedenswächter fröhlich weiter und Charlie freute sich, dass er das Thema angeschnitten hatte und er da nun einhaken konnte. „da konnte ich ein paar wirklich coole Autogramme ergattern von den Siegern. Von Distrikt 7 und 3! Die zählen ja auch ziemlich zur Prominenz. Ich hab sie eigentlich für meine Kollegin geholt, Meg..."
Ach, da war ja auch die 'Verlobte'.
Doch egal, was Collin gerade noch vorgehabt hatte, weiter über ihn auszuschütten wie eine Wortdusche, mit einem Mal verstummte er und interessierte sich betont für sein Bier. Charlie konnte sich nur mit Mühe ein Grinsen verbeißen und tat es ihm gleich, bevor er sich räusperte.


„Also Pulcher Leafcolour hab ich schon einmal ein wenig näher gesehen als quer über ein Filmset.“, begann er zu erzählen und konnte nicht verhindern, dass ein selbstzufriedener Ausdruck über sein Gesicht huschte. Zumindest bevor er sich an den Kerl erinnerte. Zwar hatte er ihm nie die Haare geschnitten, dafür aber einen maßgeschneiderten Anzug für ihn designt. Einmal und nie wieder. Er schnitt eine Grimasse und winkte abfällig ab. „Glaub mir, da hast du nichts verpasst. Der Kerl ist so dumm, dass er nicht einmal bis vier zählen kann, dafür hab ich noch nie jemanden getroffen, der so dermaßen lange und selbstverliebt in einen Spiegel starren kann.“
Und geizig war er. Hatte, als der Anzug fertig war, doch tatsächlich versucht den Preis auf den Wert des Stoffes allein zu drücken und gedroht ihn sonst nicht weiterzuempfehlen. Arroganter Mistkerl!
„Außerdem Primus Hamstein, der das tragische Genie in 'Tender Ideas' gespielt hat und Ophelia Silverline.“
Als er verhaftet worden war, war sie als eine der ganz Großen der Zukunft gehandelt worden. Aber er hatte keine Ahnung, ob sie mittlerweile nicht doch wieder in der Versenkung verschwunden war. Hübsche Blondinen im Showgeschäft kamen und gingen.

„Die waren beide sehr höflich und angenehm... normal. Ich glaube, das waren die bekanntesten. Zumindest von den Schauspielern, Sieger hab ich auch den einen oder anderen gesehen. Die meisten davon aber auch nur aus der Ferne.“
Das brachte der Job als Stylist bei den Spielen wohl einfach mit sich.
„Abgesehen von Stiff Ford und Mysla Hrönn.“
Die waren damals beide Mentoren gewesen. Bis er das junge Ding da bei der Parade gesehen hatte, wäre er davon ausgegangen, dass sie es immer noch waren.
„Stiff ist nicht unbedingt eine Stimmungskanone, aber wirklich okay.“ Definitiv der Teil des Duos gewesen, mit dem er sich lieber unterhalten hatte. „Vor Mysla würde ich mich in acht nehmen. Die ist... feurig...“
Und gefährlich. Jemand, bei dem man sich nicht wohlfühlte, wenn man ihm den Rücken zuwandte. Zumindest war sie ihm so vor gekommen.

„Du hast also Autogramme von Distrikt 3 für deine Kollegin geholt?“, hakte er nach und alleine der damit verbundene Gedanke an Bina ließ seine Miene gleich eine Spur weicher werden. „Die mag sie? Ich dachte immer meine Freundin...ich meine Ex... oder auch nicht... na, die Frau mit dem Beziehungsstatus 'Es ist kompliziert' eben... wäre so ziemlich die Einzige, die die schrägen Erfinder den muskelbepackten Kerlen vorzieht.“
Obwohl die auf dem Ball ohnehin selbst mit Baxter geredet hatte und ihn heute in seinem Labor besuchen hatte wollen – das allerdings leer gewesen war. Komplett leer. Kahl. Eine Information, die er natürlich sofort an seine Vorgesetzten weitergeleitet hatte.

Aber nach einem Autogramm zu fragen, hatte Bina sich nicht getraut, als sie vor ihm gestanden war.
„Die wäre richtig neidisch. Da hat sich deine Kollegin bestimmt gefreut.“ Er grinste Collin wissend an. „Lass mich raten... Die ist ja nicht zufälligerweise irgendwie besonders hübsch, oder? Oder sammelst du für alle deine Arbeitskollegen Autogramme? Kollege des Jahres.“
Charlie nippte an seinem Bier und blickte ihn herausfordernd an. Allein wie er plötzlich abgebrochen hatte, als ihr Name gefallen war, sprach schon Bände.
Dann runzelte er fragend die Stirn, als hätte er erst jetzt gerade darüber nachgedacht.

„Ich hätte ja gar nicht gedacht, dass Friedenswächter auch gerne auf solche Veranstaltungen gehen...“ Oder sich das überhaupt leisten konnten. Die Bälle im Präsidentenpalast waren zumeist eher dem wohlhabenderen Kreis des Kapitols und jenen, die den Anschein erwecken wollten, als würden sie dazu gehören und darauf hofften, es dank dort geknüpfter Verbindungen bald tatsächlich tun, vorbehalten. Außerdem hätte er nicht darauf getippt, dass jemand der Bier leckeren Cocktails vorzog, sich dort besonders wohl fühlen würde. Aber er wusste ja auch schon längst, dass Mr. McGee und seine reizende Verlobte nicht aus privaten Gründen dort gewesen waren.
„Ich habe noch nie auf einem Ball einen getroffen...“
Und er hatte früher kaum einen ausgelassen, er war... nur ein kleiner Frisör...
„Also auf den drei, auf denen ich bisher gewesen bin.“, fügte er eilig hinzu und machte ein betrübtes Gesicht. „Mein Chef hat mich mitgenommen. Ich wette, auf diesem war er auch. Der muss toll gewesen sein. Hat er dir gefallen? Gehst du denn oft auf Bälle? Wie bist du zu den Karten gekommen? Die müssen ja wirklich heiß begehrt gewesen sein.“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Collin Jefferson am Do 17 Sep - 15:20:35

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:40 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

„Du hast also Autogramme von Distrikt 3 für deine Kollegin geholt?“, fragte Janus nach, „Die mag sie? Ich dachte immer meine Freundin... ich meine Ex... oder auch nicht... na, die Frau mit dem Beziehungsstatus 'Es ist kompliziert' eben... wäre so ziemlich die Einzige, die die schrägen Erfinder den muskelbepackten Kerlen vorzieht. Die wäre richtig neidisch."
Collin grinste stolz, nickte dann. "Meg ist auch überhaupt nicht so. Sie mag sie ziemlich sogar. Mich hat das auch etwas überrascht, die meisten sind ja eher immer für die Karrieros. Eigentlich sollte ich wohl das Fähnchen für Distrikt 2 schwenken, aber ich verfolge die Spiele kaum, ehrlich gesagt... Weißt du, zu der Zeit müssen wir ohnehin verdammt viel arbeiten. Die ganzen öffentlichen Events vorher und währenddessen... Jetzt im Trainingscenter das Beaufsichtigen der Tribute… Da bleibt sowieso kaum Zeit, sich das anzusehen. Aber Meg mag es trotzdem total gern. Auch Distrikt 7. Sie steht total auf Wälder und..." Collin schreckte auf, als ihm bewusst wurde, dass er da gerade über Meg aus dem Nähkästchen plauderte... Seine Augen wurden groß und er sah Janus flehend an: "Solltest du uns jemals irgendwo über den Weg laufen... Sag Meg bloß nicht, dass ich das erzählt habe! Sie reißt mir den Kopf ab... Ich glaube, es ist ihr ein bisschen peinlich, dass sie das mag. Sie steht total auf so Survival-Zeug und hat sogar Bücher darüber", lächelte er vor sich hin, ehe er sich wieder räusperte: "Jedenfalls... Solltest du für dein Mädchen daran denken, Autogramme zu holen: Distrikt 3 ist super nett. Aber 7... Rumlow ist echt fies. Ich glaub, er und seine Freundin hätten mir den Kugelschreiber am liebsten in den Rücken gerammt... Also... halt dich lieber an 3." Allerdings würde er vermutlich vor Beginn der Spiele ohnehin nichtmehr wirklich dazu kommen... Der Gedanke machte Collin nur einmal mehr bewusst, wie begrenzt die Lebensspanne der ganzen Sieger nur mehr war. Das musste wirklich... grässlich bedrückend sein, seinen Tod auf sich zukommen zu sehen. Aber da wollte er lieber nicht daran denken.

„Da hat sich deine Kollegin bestimmt gefreut", gab Janus plötzlich von sich, mit einem gewissen Unterton in der Stimme, „Lass mich raten... Die ist ja nicht zufälligerweise irgendwie besonders hübsch, oder?" Er grinste wissend und Collin stieg Hitze in die Wangen, während sein Gegenüber wenig subtil fortfuhr: "Oder sammelst du für alle deine Arbeitskollegen Autogramme? Kollege des Jahres", neckte er und wirkte dabei auch noch grässlich zufrieden mit sich selbst und seinen Anspielungen, während Collin sich etwas wand.

"Sie ist nicht... Also schon, sie ist sogar sehr hübsch... Aber wir sind nur befreundet. Kollegen. Die auch mal privat was unternehmen. Aber heute hatte sie keine Zeit und..." Collin biss sich auf die Zunge. Sein peinliches Gestammel war kaum hilfreich und er versuchte lieber direkt abzulenken und hob gespielt arrogant die Nase: "Aber ja, wenn es den Titel gäbe, wäre ich sogar bestimmt der Kollege des Jahres." So viele Schichten, wie er oft anderen abnahm... Er würde ganz bestimmt gewählt werden.

„Ich hätte ja gar nicht gedacht, dass Friedenswächter auch gerne auf solche Veranstaltungen gehen...“, meinte Janus plötzlich und Collin sah irritiert auf, nachdem er noch in Überlegungen versunken war, wie er einen solche Wettbewerb einführen könnte. „Ich habe noch nie auf einem Ball einen getroffen...“
Oh, der Ball! Natürlich. Collin schmunzelte über Janus' Feststellung: "Naja, ist ja auch nicht so, dass wir unseren Berufsstand auf die Stirn tätowiert haben." Er glaubte kaum, dass der junge Mann nichts besseres zu tun hatte, als umherzugehen und Leute wahllos zu fragen, ob sie denn Friedenswächter sind. Der Gedanke brachte ihn noch ein bisschen mehr zum grinsen, doch ehe er auch das belustigt aussprechen konnte, sprudelte es plötzlich nur so aus Janus heraus und er klappte den Mund wieder zu, nickte freundlich lächelnd, während er mit Fragen geradezu überhäuft wurde. Angestrengt überlegte er, wie er sie am besten beantwortete, begann mit dem Einfachsten. "Der Ball war wirklich... unglaublich. Es war mein erster", gab er mit einem zurückhaltenden Lächeln zu, "In Distrikt 2 gibt es so etwas natürlich nicht und seit ich hier bin... Naja, ich wüsste nicht, was ich dort zu suchen hätte." Um ehrlich zu sein, wäre er sich da seither extrem fehl am Platz vorgekommen. Genauso fremd, wie er nun einmal war. Darum hatte er sich nie Gedanken darüber gemacht, einen zu besuchen. Er zuckte mit den Schultern: "Jedenfalls... So etwas hab ich noch nie gesehen. Ich ähm... brauchte keine Einladung. Also nicht direkt. Man hat ein paar Vorteile, wenn man im Palast arbeitet", grinste er und ließ die Frage damit ein wenig vager beantwortet. Und das war ja auch nichtmal gelogen... "Soweit ich weiß, waren keine Karten mehr zu bekommen, der Saal war brechend voll!" Es war wirklich beeindruckend gewesen. Allerdings wurde Collin auch bewusst, dass es vielleicht nicht das Beste war, allzu begeistert davon zu erzählen. Janus wirkte, als wäre er wirklich gerne auf Bällen gewesen. Und dass er jetzt wohl nichtmehr die Mittel hatte... war sicher nicht schön für ihn. Deshalb versuchte Collin, wieder abzuwinken: "Aber naja. Es war eigentlich schon zu viel los. Man musste sich ständig an den Leuten vorbei drücken und es war sehr... eng...", zumindest, wenn man in einem Wandschrank stand. Dicht an dicht mit einer Kollegin... Collin verschluckte sich an seiner eigenen Spucke als seine Gedanken eine ganz und gar falsche Richtung einschlugen und mit einem massiv verstörenden Kribbeln einhergingen... Er hüstelte ein wenig verlegen, obwohl es mehr als unwahrscheinlich war, dass Janus seine Gedanken erriet, und lenkte lieber ab: "Und in gewisser Weise fühlt man sich ja sowieso immer im Dienst, also war es auch nicht unbedingt besonders entspannend... Berufskrankheit, dass man immer versucht, alles im Auge zu behalten", grinste er schief. Manchmal hasste er es wirklich, dass er kaum etwas von seinem Job erzählen durfte. Wie gern würde er Janus erzählen, wie cool es war, in die Rolle eines Spions zu schlüpfen! Was für eine Abwechslung zum Alltag, tatsächlich Undercover gehen zu können... Er seufzte leise. Allerdings wäre es wohl auch nicht sehr rücksichtsvoll, wenn er Janus von seinem spannenden Beruf erzählte, wenn der gerade arbeitslos war.

Doch Collin schoss plötzlich eine Idee in den Kopf: "Hey, wenn du willst, kannst du mir deine Nummer geben und ich halte die Augen offen, was einen Job angeht. Dann kann ich dir gleich Bescheid geben, wenn ich etwas sehe. Ich komm viel rum und ich meine ich hab bisher natürlich nicht darauf geachtet, aber jetzt, da ich es weiß, kann ichs dir weiterleiten. Oh, da fällt mir schon ein! Meine Nachbarin sucht zum Beispiel einen Babysitter. Ich hab keine Ahnung ob du mit Kindern kannst. Kannst du? Naja, jedenfalls... Es ist sicher kein Traumberuf oder auch nur nahe an dem, was du gelernt hast, aber sie würde gut zahlen und das wäre vielleicht zumindest für den Übergang etwas. Und die beiden Kinder sind eigentlich ganz nett, ich hab sogar auch schonmal auf sie aufgepasst." Manchmal spielte er auch mit dem Jungen, wenn er ihn an freien Tagen draußen oder im Flur sah. Er war wirklich lieb. Und hatte Spielzeug, von dem Collin nur hatte Träumen können früher…
"Warte, ich geb dir einfach mal ihre Nummer, dann kannst du dich ja bei ihr melden, wenn du willst." Collin zog sofort seinen Rucksack heran und kramte nach seinem Telefon, wo er die Nummer noch eingespeichert hatte vom letzten mal, als er auf die Kinder aufgepasst hatte. Wie gut, dass er sie nicht gelöscht hatte! Emsig suchte er in seiner Kontaktliste danach, zog dann eine Serviette aus der Halterung und beförderte aus seiner Tasche noch einen Kugelschreiber, mit welchem er Name und Nummer aufschrieb und dann Janus zuschob. "Wenn du willst, kann ich Mrs. Goldblum vorher Bescheid geben, ansonsten ruf einfach an wenn du möchtest, und sag, dass du ihre Anzeige in der Zeitung gesehen hast", erklärte er und freute sich, dass er Janus zumindest einen Vorschlag in seiner misslichen Lage machen konnte. Vielleicht konnte er ja sogar einen Job im Palast ausfindig machen...? Aber das sagte er lieber noch nicht, immerhin wusste er noch gar nicht, ob es derzeit für irgend etwas eine freie Stelle gab und bevor Janus sich allzu große Hoffnungen machte, ließ er das lieber unausgesprochen.
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Mo 21 Sep - 0:57:55

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:40 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather


"Sie ist nicht... Also schon, sie ist sogar sehr hübsch... Aber wir sind nur befreundet. Kollegen.“
Ja, klar. Charlie grinste gleich noch ein bisschen breiter. Genauso hatten sie ausgesehen.
Wobei er das ganze verwirrende Masken-Spektakel nur durch die kleine Kamera in Binas Brosche beobachten hatte können und sie ja durchaus behauptet hatten, verlobt zu sein, aber trotzdem, spätestens nach seiner Reaktion jetzt war es klar.
„Die auch mal privat was unternehmen. Aber heute hatte sie keine Zeit und..." Collin verschluckte seine Zunge. Ach deswegen hatte er ihn zum Trinken zwangsrekrutiert.
Wenn die Situation nicht so prekär wäre, hätte Charlie darüber vermutlich lachen können. So etwas konnte auch nur ihm passieren.
Verhaftet, weil liebeskranker Friedenswächter abgeblitzt war.
"Aber ja, wenn es den Titel gäbe, wäre ich sogar bestimmt der Kollege des Jahres."
Bescheiden. Er grinste und korrigierte sich im Kopf selbst.
Verhaftet, weil der 'Kollege des Jahres' abgeblitzt war.


Wobei es im Moment ganz gut zu laufen schien, weshalb er langsam aber sicher begann sich zu entspannen und Collin noch ein bisschen weiter über den Ball ausfragte. Damit, dass man Friedenswächtern ihren Berufsstand nicht unbedingt von der Stirn ablesen konnte, hatte er durchaus recht, allerdings war Charlie früher vielleicht nicht direkt der Mittelpunkt jeder Party gewesen, aber dennoch jedes Mal mit sehr vielen anderen Gästen ins Gespräch gekommen. Er blieb dabei. Prunkvolle Bälle waren kein übliches Terrain für Friedenswächter, die zu ihrem Privatvergnügen unterwegs waren.
"Aber naja. Es war eigentlich schon zu viel los.“ Und da war es auch schon. In Wirklichkeit gefielen ihm solche Veranstaltungen gar nicht. Er wollte wohl nur nicht zugeben, dass er aus beruflichen Gründen dort gewesen war und Charlie konnte es ihm kaum verdenken. Schließlich würde es wohl den wenigsten Kapitolern gefallen, wenn sie wüssten, dass sie auf Bällen und Partys von verkleidete Friedenswächtern bespitzelt wurden. Er selbst hätte den Gedanken vor ein paar Jahren noch mehr als befremdlich gefunden.
„Man musste sich ständig an den Leuten vorbei drücken und es war sehr... eng..."
Falls er sonst noch etwas erzählen hatte wollen, wusste Collin es wohl nicht mehr, denn von einem Moment auf den anderen stand sein Mund ein wenig offen und seine Blick richtet sich auf etwas in der Ferne, das außer ihm niemand zu sehen schien.
Seltsamer Kerl.


Doch nach einer kurzen Pause hatte er sich wieder zusammengerissen und plapperte darüber, wie wenig er auch in seiner Freizeit seinen Job ablegen konnte. Ein Problem, das Charlie früher auch gekannt hatte, als es auf Partys teilweise unerträglich war, Menschen in so geschmacklosen Kleidern und mit grässlichen Frisuren herumlaufen zu sehen, aber man konnte nur jenen helfen, die sich auch helfen lassen wollten. Und wenn diese Leute in ihren zu bunten, zu schrillen oder - im anderen Extrem - zu langweiligen Outfits glücklich waren... Dennoch war es immer schwer gewesen, nicht automatisch darüber nachzudenken, was man besser machen konnte. Obwohl er mittlerweile in der Hinsicht schwer abgestumpft war, beschäftigte ihn das selbst in Distrikt 13 immer noch manchmal ein wenig. Wenn die Menschen dort nur ein bisschen mehr Farbe in ihrem Leben hätten, wären sie bestimmt ein wenig fröhlicher.
Gerade war er ein wenig in den Gedanken versunken, ob Commander Kakuheiki vielleicht ein wenig freundlicher und sanfter wäre, wenn sie ein hübsches Kleid tragen würde und musste über den Gedanken am Garrett Barker in einem extra schrillen, bunten Anzug grinsen, als sein Bier-Gefährte hochfuhr und so plötzlich und enthusiastisch mit einem Vorschlag herausplatze, dass Charlie vor Schreck beinahe sein Bier verschüttet hätte – nicht dass es darum besonders schade gewesen wäre...


"Hey, wenn du willst, kannst du mir deine Nummer geben und ich halte die Augen offen, was einen Job angeht.“
Seine Telefonnummer?!
Zum Glück hatte er das Glas gerade nicht an den Mund angesetzt, sonst wäre er vermutlich am Bier erstickt. Als 'gesuchter Verbrecher' seine Telefonnummer ausgerechnet einem Friedenswächter auszuhändigen, kam ihm nicht wie eine besonders schlaue Idee vor. Doch Collin wartete gar nicht auf sein Einverständnis, sondern machte nur Vorschläge, wo er ihm... oder eher dem armen arbeitslosen Frisör als der er sich ausgab... einen Job besorgen konnte.
Warum machte er das?
Warum war er so freundlich und hilfsbereit jemandem gegenüber, den er im Grunde gar nicht kannte. Den er nur nach einem unabsichtlichen Rempler auf ein Bier eingeladen hatte.
Und während er Collin neugierig musste, mit seinen strahlenden Augen und der fast schon kindlichen Begeisterung über seine Idee, wurde es ihm klar.
Der Typ war einfach nur richtig nett.
Er mochte erst vor ein paar Tagen eine vermutlich vollkommen unschuldige Frau verhaftet haben, die danach grausam hingerichtet worden war und lief jeden Tag steif, wortlos und unerbittlich in dieser gruseligen, weißen Uniform herum, aber wenn er sie auszog war er durch und durch freundlich.
Grotesk.
Wie er diesen Job nur einfach so mit seiner Uniform ablegen konnte?


„Oh, da fällt mir schon ein! Meine Nachbarin sucht zum Beispiel einen Babysitter. Ich hab keine Ahnung ob du mit Kindern kannst. Kannst du?“
„Ähm...“, erwiderte er unschlüssig. Er mochte Kinder und hatte selbst zwei entzückende Nichten, die er allerdings schon seit Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte und was er wohl besser nicht erwähnen sollte, da er auf keinen Fall Zeit hatte, bei dieser Familie babyzusitten. Aber Collin ließ ihn ohnehin nicht zu Wort kommen und versicherte ihm nur, dass es mehr oder weniger leicht verdientes Geld und nicht unmöglich zu schaffen war. Schrieb ihm ohne Aufforderung dazu die Telefonnummer auf eine Serviette und drückte sie ihm in die Hand.
„Danke.“, antwortete er überrumpelt und steckte sie ein.

„Sind es nur Jungen oder auch Mädchen? Mit Mädchen kann ich, glaub ich, besser.“ Er grinste verlegen. „Die freuen sich meistens über kunstvolle Frisuren und schminken.“
Bianca war damals noch zu klein gewesen. Aber Viola hatte sich immer wahnsinnig über die Prinzessinnenkleidchen, die er extra für sie genäht hatte, gefreut. Der Gedanke, dass er nicht einmal wusste, wie seine Nichten mittlerweile aussahen, verpasste ihm einen schmerzhaften Stich in den Magen. Bestimmt waren sie jetzt schon richtig groß. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, hatte Bianca gerade erst laufen gelernt.  
„Erfahrung hab ich aber keine und eigentlich bräuchte ich einen fixen Vollzeitjob...“ Allerdings konnte er das freundliche Angebot kaum ausschlagen. Janus Gates war nun mal verzweifelt auf Suche nach Arbeit. Das hatte er jetzt davon, dass er so dick auftragen hatte müssen.
„...aber ich kann ja eventuell mal fragen. Du hast recht. Für den Übergang wäre es nicht schlecht...“
Und auch sein anderes Angebot war eigentlich zu großzügig, um es ablehnen zu können. Aber vielleicht war das ja auch gar nicht so schlecht. Collin schien keinerlei Verdacht gegen ihn zu hegen. Offensichtlich hatte er noch nie ein Bild von ihm gesehen oder überhaupt von seiner Verhaftung gehört.
Wahrscheinlich ging man im Kapitol davon aus, dass Carolus Fairweather tot war. In den umliegenden Wäldern verhungert oder von wilden Tieren gefressen. Wie groß war schon die Wahrscheinlichkeit, dass einer wie er damals war es nach Distrikt 13 schaffte? Wenn sein Vater seine Flucht nicht organisiert hätte, hätte er es vermutlich nicht einmal über die Grenzen der Stadt geschafft...


Er verbannte den Gedanken und überlegte noch einmal, ob das wirklich eine gute Idee war. Aber Collin wirkte in kein bisschen misstrauisch und war erfreulicherweise ein ausgesprochen gesprächiger Friedenswächter. Da wog der Vorteil – eventuell an Informationen zu kommen – das Risiko erwischt zu werden auf, also borgte Charlie sich den Stift, notierte fein säuberlich die Telefonnummer seines Zimmers auf seiner eigenen Serviette und reichte sie Collin.
„Wenn du zufällig etwas hörst, wäre es wirklich super, wenn du mich anrufen könntest. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja demnächst beim Babysitten.“ Bestimmt nicht. „Du scheinst diese Kinder ja wirklich zu mögen. Nur diese oder willst du irgendwann eigene?“
Er hatte die Frage ganz automatisch gestellt. Höfliche Konversation. Doch kaum waren ihm die Worte rausgerutscht, bereute er sie auch schon wieder und stellte so eilig sein Glas ab, dass das Bier über den Rand schwappte und seine Finger nass und klebrig wurden. Serviette hatte er keine mehr, also wischte er sich die Hand nach kurzem suchendem Blick über den Tisch missmutig an seiner Hose ab.


„Tut mir leid. Ich hab einfach nicht daran gedacht...“ Er rang sich ein verlegenes Lächeln ab, konnte das Bedauern aber nicht aus seinen Augen verbannen. Da ihm Friedenswächter bisher wie Maschinen vorgekommen waren, hatte er dem nicht allzu viel Bedeutung beigemessen, aber jetzt, da hier einer saß, der wie ein ganz normaler Mensch, mit ganz normalen Gefühlen wirkte, wurde ihm klar, dass das eigentlich ein ungeheuer massiver Eingriff in dessen Privatleben war. Zwanzig Jahre waren eine lange Zeit...
„Aber dafür hat der Job ja gleichzeitig so viele positive Seiten.“, erinnerte er ihn tröstend.  
„Ich meine, immerhin kannst du hier Leben. Hast ein spannendes Aufgabengebiet. “ Wenn man gerne anderer Leute Leben zerstörte. „Und... Karten für angesagte Bälle.“
Er zwinkerte Collinzu und nahm – mittlerweile wieder ein wenig entspannter – einen ordentlichen Schluck von seinem Glas, das trotz des Geschmackes schon beinahe geleert war.
„Außerdem bist du ja noch jung. Ich meine, wenn du deinen Dienst abgeleistet hast bist du wie alt? Anfang vierzig? Da bleibt immer noch genug Zeit, um eine Familie zu gründen.“
Und da er es nicht lassen konnte, fügte er mit einem frechen Zwinkern hinzu:
„Wer weiß, vielleicht ja sogar mit der hübschen Kollegin...“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Collin Jefferson am Fr 2 Okt - 19:09:39

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:40 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

Collin freute sich sehr, dass Janus das Angebot zu schätzen wusste und ihm tatsächlich seine Nummer aufschrieb. Er war so ein netter Kerl, er hatte es verdient, bald wieder auf den Beinen zu stehen.

"...Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja demnächst beim Babysitten.“
Collin lächelte freudig. Ja, das wäre sicher nett. "Appartement 3B, wie gesagt, direkt nebenan von Mrs. Goldblum. Wenn du dort bist, klingel einfach, ich arbeite oft in Schicht, vielleicht bin ich ja da."

„Du scheinst diese Kinder ja wirklich zu mögen", stellte Janus fest und Collin nickte lächelnd: "Ja schon." Er mochte es, wie einfach es war, mit ihnen umzugehen und es machte unheimlich Spaß, mit ihnen zu spielen. "Cheb, der kleine Junge von Mrs. Goldblum, hat immer die neuesten und tollsten Spielsachen. Neulich hat er mir sein neuestes Hovercraft-Modell gezeigt, im originalgetreuen Maßstab, das ist so cool..." Collin merkte, wie begeistert er da von einem Spielzeug redete und bremste sich peinlich berührt selbst etwas aus, fügte etwas kleinlauter hinzu: "Sowas konnte ich nie haben. Das meiste gab es ja bei uns im Distrikt gar nicht und... Naja, jedenfalls ja, ich mag die Kinder irgendwie."

"Nur diese oder willst du irgendwann eigene?“, erkundigte sich Janus interessiert und Collin verzog lächelnd das Gesicht, doch stolperte sein Gegenüber bereits selbst über seine eigene Frage, als ihm bewusst wurde, welche Berufsgruppe ihm gerade Gesellschaft leistete und er haspelte eilig eine Entschuldigung, doch Collin hob schnell die Hände und versicherte ihm: "Nein nein! Ist doch nicht schlimm. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht gewusst, worauf ich mich einlasse", grinste er. Sicher. Wenn man jung war, wog man diesen Faktor vielleicht etwas leichtfertiger ab, als in späteren Jahren und ja, hin und wieder dachte er natürlich schon auch daran, wie es wohl wäre. Aber im Großen und Ganzen hatte er nie seine Entscheidung, Friedenswächter zu werden, bereut aufgrund der Faktoren, die ihm dadurch verwehrt blieben. 

Janus war ein wirklich, wirklich lieber Kerl. Er legte sich richtiggehend ins Zeug, seinen selbsternannten Tritt ins Fettnäpfchen wieder gut zu machen, indem er die positiven Seiten aufzählte, die ja allesamt so stimmten und Collin nur zu gut kannte. Aber er lächelte weiter freundlich und amüsierte sich im geheimen ein bisschen darüber, wie arg Janus der kleine Stolperer war. 

„Außerdem bist du ja noch jung. Ich meine, wenn du deinen Dienst abgeleistet hast bist du wie alt? Anfang vierzig? Da bleibt immer noch genug Zeit, um eine Familie zu gründen.“
"Ja, sowieso", stimmte Collin zu und trank den letzten Rest von seinem Bier aus. Das... hatte noch einige Jahre Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Er konnte es sich gerade einfach nicht vorstellen, darüber nachzudenken, weil... 

„Wer weiß, vielleicht ja sogar mit der hübschen Kollegin...“, schmunzelte Janus plötzlich frech, doch Collins Lächeln wurde jetzt eine Spur wehmütiger. Der Gedanke, von Meg irgendwann weg zu müssen, war mehr als unangenehm. Es lag noch so weit weg - aber dennoch würde er sich irgendwann damit befassen müssen. Aber sie waren Freunde. Ganz egal, wie sie beide sich entschieden, er hoffte natürlich, dass das immer so bleiben würde. Also zuckte er nur lahm mit den Schultern: "Selbst wenn... Also, selbst wenn da irgendwie mehr wäre... Was es nicht ist! ...Würde das wohl nicht möglich sein. Ich müsste zurück nach Hause, wenn ich mich nicht weiter verpflichte und sie... würde hier bleiben. In ihrem Zuhause. Also... Naja." Collin gab sich alle Mühe, sein Lächeln aufrecht zu erhalten, und er war mehr als froh, als ganz gelegen jemand für Ablenkung sorgte.

"Mr. Jefferson! Mr. Jefferson, das war doch Ihr Name, oder?", näselte es so plötzlich hinter ihm, dass er ein wenig zusammenzuckte. Als er sich umdrehte, erkannte er den Hotel-Manager, der, mit einem leichten Schweißfilm auf der Stirn, wirkte, als stünde er kurz vor einem Herzinfarkt. Collin gab sich alle Mühe, das Zucken seiner Mundwinkel zu unterdrücken. Kapitoler, die sich aufregten, waren immer wieder witzig... "Mr. Jefferson, ich habe eine lange Warteliste an Gästen, wenn Sie die Güte besäßen, mir mitzuteilen, ob ich das Zimmer wieder vergeben kann?" Der Kerl schnaufte, als sei er gerade von einem Marathon gekommen und Collin glaubte zu wissen, dass er ihn gesucht hatte. Was für ein aufgeblasener Schwachkopf... Nur weil Collin in Zivil hier war, ließ er sich doch nicht von der Seite anmachen. Schon gar nicht, wenn ihm jemand so eine lustige Vorlage lieferte und er sich beherrschen musste, den Clown nicht auszulachen. Er zwinkerte Janus kurz ungesehen zu, bevor er eine wieder sehr ernste Maske aufsetzte und sich von dem Sessel aufrichtete. Er trat an den Hotelier heran und jetzt, da er ihn um fast einen Kopf überragte, wurde der untersetzte, feistere Kerl dann doch etwas kleinlauter und trat einen halben Schritt zurück: "Ich meine... natürlich nur, wenn es Ihnen im Moment keine Umstände macht... Wissen Sie, ich muss ja auch an unseren Umsatz denken und..." Er verstummte, als Collin nach seinem Namensschildchen griff und sich etwas hinab beugte, , die Augen zusammenkniff und so tat, als könne er es nur dann lesen: "Mr... Laswell!" Einen kleinen Moment gönnte er sich den Spaß, ihn ein wenig unwohl zappeln zu lassen, dann klopfte er ihm übertrieben an die Schulter und strahlte: "Aber selbstverständlich." Er bückte sich nach seinem Rucksack und zog die Durchschläge der ausgefüllten Papiere heraus, die nun ein klein wenig zerknittert waren. Er sollte sich angewöhnen so ein Klemmbrett mitzunehmen... Andererseits war der pikierte Blick des Kapitolers es dann doch wieder Wert. "Das sind die entsprechenden Freigaben. Sie können das Zimmer wieder ganz normal nutzen", erklärte er nun offizieller und vor allem wieder seriöser und damit gab sich der Manager dann auch zufrieden und trollte sich wieder.

Collin wandte sich wieder Janus zu, kurz überlegte er, ob er sich wieder setzen sollte, doch hatten sie beide mittlerweile ausgetrunken und eigentlich hatte er den jungen Mann ja auch gar nicht so lange belästigen wollen. Obwohl er wirklich das Gefühl gehabt hatte, dass er etwas aufgetaut war und sie sich ganz gut verstanden. Er hoffte sehr, dass sie sich noch einmal über den Weg liefen, Collin schloss gerne neue Freundschaften hier und freute sich jedesmal, 'normale' Menschen hier zu treffen. Aber für heute Abend sollte er ihn wirklich nicht länger aufhalten, vielleicht hatte er ja sogar noch ein Date mit seiner Freundin. Ex... Wie auch immer. Jedenfalls konnte er sich vorstellen, dass Janus einfach zu freundlich war, um zu sagen, wenn er keine Zeit mehr hatte und das wollte Collin natürlich nicht. Also raffte er seine Tasche zusammen und schulterte sie, sagte zu Janus: "Also... Ich mach mich dann besser mal auf den Weg. War wirklich nett und ich hoffe, wir können das mal wieder wiederholen", lächelte er ehrlich und reichte Janus zum Abschied die Hand. "Also... wenn du dich von dem Trauma von meinem Monstertackle erholt hast, natürlich", fügte er grinsend hinzu, ehe er sich mit einem letzten kurzen Winken abwandte und das Hotel verließ.
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Di 6 Okt - 18:46:21

24. November im Jahre der 75. Hungerspiele
18:45 Uhr
Collin Jefferson & Charlie Fairweather

Das Lächeln seines Gegenübers begann so plötzlich zu bröckeln, dass Charlie sich automatisch fragte, was er Falsches gesagt hatte.
"Selbst wenn... Also, selbst wenn da irgendwie mehr wäre... Was es nicht ist!“
Klar.
„Würde das wohl nicht möglich sein. Ich müsste zurück nach Hause, wenn ich mich nicht weiter verpflichte und sie... würde hier bleiben. In ihrem Zuhause. Also... Naja."
In ihrem Zuhause?! Charlie runzelte die Stirn. Dann war die rothaarige 'Verlobte' ja tatsächlich eine Kapitolerin. Das erklärte, warum ihr Akzent auf dem Ball so viel überzeugender geklungen hatte, als das ihres Begleiters. Er war echt gewesen.
Das war in der Tat für eine gemeinsame Zukunft ein wenig ungünstig. Aber wahrscheinlich hätte eine Beziehung ohnehin nicht bis dahin gehalten und zu Hause würde er bald jemand Neues kennenlernen, aber das tröstete den jungen Friedenswächter jetzt vermutlich nicht besonders. Am Anfang dachte man doch immer, die Liebe würde fürs ganze Leben halten und man konnte Collin ansehen, dass ihn der Gedanke, sich irgendwann einmal von dieser Frau zu verabschieden, ein wenig traurig stimmte.
„Das tut mir wirklich leid.“, stellte er ehrlich fest und warf dem jungen Mann einen mitfühlenden Blick zu.
„Damit hab ich nicht gerechnet. Ich dachte, die meisten Friedenswächter würden aus Distrikt 2 stammen. Obwohl mein Bruder einen Freund hatte, der sich verpflichtet hat...“ Er konnte sich nicht vorstellen, dass viele Kapitoler gerne und freiwillig ihr bequemes Leben aufgaben und senkte die Stimme, bevor er neugierig nachfragte:
„Spielschulden...?“
Dagegen waren Frauen auch nicht unbedingt immun. Gerade bei den Spielen verwetteten einige mehr Geld als sie zur Verfügung hatten. Doch bevor Collin antworten konnten, wurden sie von einem nicht besonders höflichen Hotelmanager unterbrochen.

"Mr. Jefferson, ich habe eine lange Warteliste an Gästen, wenn Sie die Güte besäßen, mir mitzuteilen, ob ich das Zimmer wieder vergeben kann?", verlangte der so unwirsch, dass Charlie eine Augenbraue hob. Davon abgesehen, dass er bei seinem jetzigen Aufenthalt hier fürchten musste, jeden Moment verhaftetet zu werden – so hätte er es auch früher nie gewagt mit einem Friedenswächter zu sprechen. Collin sah das wohl ähnlich, denn er warf ihm einen vielsagenden Blick zu und zwinkerte kurz, bevor er sich mit strenger Miene zu dem Mann umdrehte, der auch sofort seine Tonlage zu bereuen schien, automatisch immer kleiner wurde, je weiter sich der junge Friedenswächter aufrichtete und hilflos vor sich hin stotterte.
"Mr... Laswell!", las der Friedenswächter so drohend von seinem Namensschild ab, dass Charlie, wenn er sich nicht vorhin mit ihm unterhalten und das Zwinkern gesehen hätte, davon ausgegangen wäre, der bibbernde Hotelmanager würde jeden Moment von ihm abgeführt werden. Doch stattdessen wurde seine Miene von einer Sekunde auf die nächste wieder so freundlich und fröhlich wie die letzten zwanzig Minuten und er händigte dem armen Kerl die Papiere aus, auf die er so sehnsüchtig wartete.
Komplett zerschnuddelte Papiere, wie Charlie pikiert feststellte. Wenn sie in 13 wüssten, wie fahrlässig hier mit so einer 'wertvollen Ressource' umgegangen wurde. Ihn selbst schockierte dann aber doch mehr, wie mit Collin einem offiziellen Formular umging. Ob alle Friedenswächter so arbeiteten? Bei solcher Schlampigkeit grenzte es ja eigentlich an ein Wunder, dass ihre Uniformen so weiß waren...

Kaum hatte sich der Manager zufrieden getrollt, wandte sich der Friedenswächter wieder ihm zu, doch anstatt sich noch einmal zu setzen, packte er sein Zeug zusammen und reichte ihm zum Abschied die Hand.
"Also... Ich mach mich dann besser mal auf den Weg. War wirklich nett und ich hoffe, wir können das mal wieder wiederholen"
Charlie versuchte nicht allzu erleichtert darüber auszusehen und erwiderte sein Lächeln freundlich.
„Würde mich freuen.“
Solange er nur mit einem Bier und nicht mit Handschellen anrückte...
"Also... wenn du dich von dem Trauma von meinem Monstertackle erholt hast, natürlich", fügte der Friedenswächter hinzu und Charlie grinste, hielt sich gespielt schwer verletzt die Seite, während der Kerl ihm noch einmal zuwinkte und das Hotel verließ.
Erst als er durch die Tür war, wagte er es tief durchzuatmen und während er sein Bierglas zum letzten Mal an diesem Tag auf dem Tisch abstellte, fiel ihm auf, dass seine Hand ein wenig zitterte. Er zog sie an seinem Körper, um es zu verbergen und stand vom Tisch auf, nickte dem Kellner kurz zu, bevor er sich endlich in ihr Hotelzimmer zurückzog.



Charlie hatte gerade erst seine Gedanken halbwegs geordnet – er war schließlich von einem Friedenswächter auf einen Drink eingeladen und weder abgeschleppt noch verhaftet worden, das musste man erst einmal verdauen – als die Zimmertür schon wieder aufflog. Erschrocken fuhr er zusammen, fürchtete im ersten Moment Collin hätte ihn doch durchschaut und wäre nun mit Verstärkung zurückgekehrt, doch es war nur Bina, die herein gewirbelt kam, wie einer dieser künstlichen Hurricanes, die es in der Arena oft zu sehen gab.
„Was machst du denn schon hier?“, fragte er verblüfft und lief ihr entgegen, um sie sanft von der Tür weg zu schubsen und diese sofort zu schließen, hatte nur mit Mühe den Impuls unterdrücken können, noch einmal den Kopf raus zu strecken und paranoid nach Links und Rechts zu schauen, ob die Luft auch rein war.
„Hoffentlich hat er dich nicht gesehen!“ Bestimmt hätte er sie wiedererkannt und dann waren sie geliefert! Charlie fuhr sich nervös durch die Haare und blickte Bina fest in die Augen.
„Hast du einen großen, dunkelblonden Kerl in einer abgetragenen Lederjacke gesehen?“
Was redete er da eigentlich... sie wusste schließlich, wie er aussah.
„Collin...! Hast du Collin gesehen? Den Typ vom Ball mit der angeblichen Verlobten. Hat behauptet er wäre ein Film-Kritiker...“
Mit einem leisen Seufzen ließ er sich aufs Bett sinken, zog Bina auf seinen Schoß und vergrub seine Nase in ihren Haaren. Er könnte es nicht ertragen, wenn ihr etwas passierte.
„Das hab ich ganz vergessen vor lauter...“ Er räusperte sich und grinste vorsichtig, küsste sie kurz auf die Lippen. „...hiervon. Ich hab einen Artikel über ihn in der Zeitung gelesen. Er ist kein Kritiker. Er ist ein Friedenswächter.“
Charlie schnaubte leise und intensivierte seine Umarmung, schmiegte sich von hinten an sie und lehnte seinen Kopf an ihren.
„Aber keine Sorge. Der war nicht wegen uns da, sondern um das Zimmer...“ Den Tatort. Er schluckte. „...freizugeben. Und ich glaub nicht, dass er meine Tarnung durchschaut hat. Eigentlich scheint er Janus Gates sogar recht sympathisch zu finden.“, fügte er schnell hinzu und versuchte seine Unsicherheit zu überspielen, indem er sich übertrieben selbstverliebt durch die Haare fuhr. „Ich meine, wie könnte man dieses Gesicht denn auch nicht mögen...?“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Bina Mahoney(n.a.) am So 18 Okt - 17:58:35

24. November im Jahr 75. Hungerspiele
19:00 Uhr
Charlie & Bina

Mit einem eigenartigen Gefühl im Bauch eilte Bina zum Hotel. Nachdem sie schon beinahe damit begonnen hatte, Gus‘ Bleistifte der Größe nach zu sortieren, weil er einfach keine weiteren Aufgaben mehr für sie gehabt hatte, hatte er sie nach Hause geschickt. Er hatte sich ohnehin schon gewundert, warum sie, obwohl sie eigentlich schon im Begriff gewesen war, Feierabend zu machen, dann doch noch hatte weiter arbeiten wollen. Wie hätte sie das auch erklären sollen? Ich kann leider nicht nach Hause, weil mein bester Freund, der im Kapitol übrigens als gesuchter Verbrecher gilt und mit dem ich mich im Olympus verstecke, mir eine kryptische Nachricht hinterlassen hat, dass ich noch weiter arbeiten soll?
Da war sie ganz froh, dass Gus nicht weiter nachgefragt hatte, doch anscheinend war ihm ihr Arbeitseifer dann doch zu viel geworden.

Im Grunde genommen war Bina sogar froh darüber, dass Gus sie mehr oder weniger raus gescheucht hatte. Sie hatte sich ohnehin nicht auf die Arbeit konzentrieren können, da sie sich viel zu sehr mit der Frage beschäftigte, von wem Charlie diese ominöse Einladung bekommen hatte, die er nicht hatte ausschlagen können. Sie hatte eine Vermutung, die ihr ganz und gar nicht gefiel. An der Rezeption im Hotel arbeitete eine blonde Kapitolerin, die regelmäßig mit Charlie flirtete und worauf er immer wieder einging. Was, wenn die Puderquaste heute noch einen drauf gesetzt und ihn auf einen Drink oder mehr eingeladen hatte? Bina beschleunigte ihre Schritte noch etwas. Bestimmt wollte Charlie ihr Bescheid geben, wann sie wieder zurück kommen konnte, doch darauf wollte sie nicht warten. Nicht, wenn in ihrem Kopf der Gedanke herumspukte, dass eine andere Frau sich an ihren… an Charlie heran machte!

Sie öffnete die Tür zum Hotel und erstarrte. Die Rezeption war leer. Augenblicklich stieg ein leichtes Gefühl von Panik in Bina auf – obwohl sie nicht einmal sicher war, ob die Blondine heute überhaupt arbeiten musste.
Schnell stieg sie die Stufen hoch und ging zu ihrem Zimmer. Sie zögerte kurz und lauschte. Zu hören war nichts, aber vielleicht waren sie auch einfach nur leise? Bina riss die Tür auf, doch noch bevor sie überhaupt irgendetwas erfassen konnte, wurde sie von Charlie, der scheinbar sehr überrascht war sie zu sehen, am Arm gepackt, ins Zimmer gezogen und die Tür wurde schnell wieder geschlossen. Misstrauisch schaute Bina sich um und entdeckte einen Damenslip, der vor dem Bett lag. Ihr Magen zog sich zusammen. Also war hier tatsächlich…
Im nächsten Augenblick fiel ihr der riesige Wäscheberg auf dem Bett auf, den Charlie eigentlich zum Waschen hatte bringen wollen und erkannte dann auch den Slip als ihren eigenen.

„Hast du einen großen, dunkelblonden Kerl in einer abgetragenen Lederjacke gesehen?“, fragte Charlie sie und erst jetzt schaute Bina zu ihm. Dunkelblonder… Kerl? Nun war sie wirklich irritiert. Sie hatte ja mit einer Blondine gerechnet, allerdings nicht mit einer männlichen.
„Collin...! Hast du Collin gesehen? Den Typ vom Ball mit der angeblichen Verlobten. Hat behauptet er wäre ein Film-Kritiker...“
„Collin? Nein. Ich hab niemanden gesehen. Charlie, was war denn hier los?“ Bina verstand gar nichts mehr. Also war Collin derjenige gewesen, dessen Einladung Charlie nicht hatte ablehnen dürfen?
Er seufzte leise und setzte sich aufs Bett, zog Bina auf seinen Schoß und küsste sie sanft. Sie schenkte ihm ein leichtes Lächeln, während sie ihm über die Wange streichelte.
„Ich habe einen Artikel über ihn in der Zeitung gelesen“, erklärte er. „Er ist kein Kritiker. Er ist ein Friedenswächter!“
Diese Information schlug ein wie eine Bombe. Entsetzt schaute Bina Charlie an. Da gaben sie sich seit Monaten redlich Mühe, nicht aufzufallen und dann liefen sie beide einem Friedenswächter regelrecht in die Arme. Das war nicht gut.
„Aber keine Sorge. Der war nicht wegen uns da, sondern um das Zimmer…freizugeben. Und ich glaub nicht, dass er meine Tarnung durchschaut hat. Eigentlich scheint er Janus Gates sogar recht sympathisch zu finden. Ich meine, wie könnte man dieses Gesicht denn auch nicht mögen...?“
Charlie versuchte, die Situation mit seinem Charme aufzulockern, doch das beruhigte Bina nicht wirklich. Sie stand von seinem Schoß auf und lief nervös im Zimmer auf und ab.
„Und was jetzt? Sind Collin McGee und Janus Gates nun beste Freunde?“, fragte sie besorgt. Sie wusste auf einmal nicht mehr, ob es ihr nicht lieber gewesen wäre, Charlie mit dieser aufgetakelten Hotelangestellten zu erwischen, als die Tatsache, dass sie beide auf ein und denselben Friedenswächter getroffen waren.
„Was, wenn er auf die Idee kommt, bei dir nachzuforschen? Was hast du ihm über Janus Gates erzählt?“
Bina hatte Angst. Was sollte sie tun, wenn sie morgen von der Arbeit kommen würde und Charlie nicht mehr da war? Wenn Collin erfuhr, dass es diesen Janus Gates vielleicht gar nicht gab und Charlie ihn offensichtlich angelogen hatte? Sie ging auf ihn zu, küsste ihn kurz und umarmte ihn.
„Ich will nicht, dass dir etwas passiert…“, flüsterte sie, während sie sich auf seinen Schoß setzte und sich an ihn schmiegte. „Ich hab mir Sorgen gemacht, als du vorhin meintest, ich soll noch nicht nach Hause kommen…“
Dass ihre Sorgen allerdings keinen Friedenswächter beinhaltet hatten, verriet sie lieber nicht, da ihr ihre kleine Eifersuchtsattacke im Nachhinein ziemlich unangenehm war.
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Di 20 Okt - 23:54:25

24. November im Jahr 75. Hungerspiele
19:00 Uhr
Charlie & Bina

Bina wirkte heute wenig für seinen Humor empfänglich und entschlüpfte seinem Schoß, noch bevor er beginnen konnte, ihren Nacken zu küssen.
„Und was jetzt? Sind Collin McGee und Janus Gates nun beste Freunde?“
„Wenn es nach ihm ginge, vermutlich ja.“, schmunzelte er und wollte sie wieder an sich ziehen, doch Bina lief lieber wie ein aufgescheuchtes Huhn im Kreis herum. Er konnte ja verstehen, dass sie sich Sorgen machte – und wie er das verstehen konnte – aber was geschehen war, war geschehen und es brachte nichts, den Teppich platt zu laufen und sich die hübschen Haare zu raufen.
„Er war richtig angetan von mir. Wollte sogar meine Telefonnummer haben...“, erwiderte er grinsend. „Also nicht, dass ich es nicht gewohnt wäre, meine Nummer herauszugeben, aber Kerle... insbesondere Friedenswächter... sind doch eine Seltenheit.“ Charlie versuchte Bina am Arm zu packen, doch sie entschlüpfte ihm wieder und tigerte weiterhin nervös vor dem Bett auf und ab.


„Was wenn er auf die Idee kommt, bei dir nachzuforschen?“
„Wird er nicht...“ Hoffentlich. „Zumindest nicht, so wie du befürchtest.“
Sein Grinsen wurde noch ein wenig breiter, bevor er den Kopf schief legte und ein betont unschuldiges Gesicht machte.
„Er geht nur eventuell auf Jobsuche für den armen Janus.“
„Was hast du ihm über Janus Gates erzählt?“
„Hauptsächlich die offizielle Story, aber ich musste ein bisschen improvisieren.“
Ein bisschen sehr, zumindest stellenweise. Aber er hatte auch nicht unbedingt damit gerechnet, hier im Hotel jemals auf einen neugierigen Friedenswächter zu treffen, der ihn über sein Privatleben ausfragte...
Endlich schien Bina ein bisschen ruhiger und zugänglicher für Streicheleinheiten zu werden und schmiegte sich wieder an ihn.
„Ich will nicht, dass dir etwas passiert...“
„Das weiß ich doch...“ Er zog sie an sich und kuschelte sanft seine Wange an ihre, bevor er ihr ins Ohrläppchen biss und frech entgegnete: „Und glaub mir... niemand will das weniger als ich...“
Das einzige, was er noch weniger wollte, war, dass Bina etwas zustieß. Aber wie es aussah, hatte er den heutigen unerwarteten Zwischenfall doch ganz gut gemeistert.
„Ich hab mir Sorgen gemacht, als du vorhin meintest, ich soll noch nicht nach Hause kommen...“
„Wirklich?“
Charlie zog verwundert eine Augenbraue hoch.
„Dabei hab ich mir extra Mühe gegeben, es harmlos zu formulieren.“
Nicht ohne Grund. Immerhin kannte er sie besser, als sie vermutlich glaubte. Ihm war klar gewesen, dass sie – hätte er angedeutet, dass er in Gefahr war – sofort angerast wäre, wie das Bataillon Friedenswächter, das sie im Moment unbedingt meiden wollten. Und Bina und Collin hätten sich wirklich nicht über den Weg laufen dürfen. Der junge Friedenswächter mochte freundlich und gutmütig sein, aber er wirkte nicht gerade dumm und Bina hatte ihm erst vor ein paar Tagen erzählt, sie würde ganz wo anders wohnen...


„Aber das hättest du wirklich nicht tun müssen, ich hatte alles unter Kontrolle.“, tröstete er sie.
Zum Glück auch seine Blase, sonst hätte er noch ein wenig mehr Wäsche zum Hinuntertragen gehabt und... diese Reaktion wäre Collin wohl ein wenig verdächtig vorgekommen.
„Ich hab ihm nur von diesem komplizierten und tollen Mädchen erzählt, dem er ganz verfallen ist.“, schmeichelte er und begann an ihrem Ohrläppchen zu knabbern. „Das ihn allerdings rausgeworfen hat, weil er arbeitslos ist.“
Er machte ein besonders mitleiderregendes Gesicht.
„Unglaublich wie grausam du zum armen kleinen Janus bist!“, fügte er vorwurfsvoll hinzu, dann begann er zu kichern, packte sie ohne Vorwarnung an der Hüfte und warf sie aufs Bett, lehnte sich über sie, so dass sie nicht wieder aufkam und biss ihr neckend in den Hals.
„Aber du kommst offensichtlich auch nicht von ihm los – er hat ja deine Höschen in seiner Schmutzwäsche – vermutlich, weil er so ein fantastischer Küsser ist.“
Was er auch gleich unter Beweis stellen musste, weshalb er sich langsam von ihrer Schulter nach oben arbeitete.
„Absolut unwiderstehlich.“
Er strich ihr mit dem Daumen über die Wange und presste seine Lippen sachte auf ihre. Als er sich wieder von ihr löste, grinste er sie frech an.


„Ich dachte nur, wir sollten unsere Geschichten abgleichen. Es ist nicht wahrscheinlich, aber falls du Collin doch hier noch einmal über den Weg laufen solltest, bist du immer noch Penelope Vitas, Gus' geschätzte Assistentin. Aber eben auch Penny, die grausame Freundin des arbeitslosen Frisörs, den sie ins Hotel verbannt hat, bis er einen neuen Job findet... den Collin – der freundliche Friedenswächter aus der Nachbarschaft – ihm jetzt wohl beschaffen möchte.“
Für einen Moment vergaß er darauf, die Situation mit Humor zu überspielen und verzog besorgt das Gesicht. Hoffentlich bereute er nicht noch, dass er dem Kerl seine Nummer gegeben hatte. Aber wenn man Janus' Situation bedachte, wäre es beinahe schon auffällig gewesen, es nicht zu tun.
„Vielleicht kommt ja etwas dabei raus, wenn ich ihn irgendwann noch einmal bequatsche. Er arbeitet in der Palastwache und sein Boss ist wohl ein hohes Tier.“, sinnierte er. Am besten er hielt erst mal Rücksprache mit Distrikt 13, wie er in dieser Hinsicht weiter vorgehen sollte. Ob sich das Risiko lohnte. „Und er scheint mich tatsächlich zu mögen.“
Was ihn allerdings nicht daran hindern würde, sie zu verhaften, wenn sie aufflogen. Charlies Miene verdüsterte sich. Eigentlich hatte er sich fast ein wenig unwohl dabei gefühlt, den Kerl anzulügen. Er war so freundlich. Und hilfsbereit. Stünden die Dinge anders, würde er ihn wahrscheinlich wirklich mögen. Wie konnte jemand mit so einer augenscheinlich freundlichen Persönlichkeit nur Friedenswächter werden?


„Eigentlich hat er privat ganz ähnlich gewirkt, wie auf dem Ball. Er ist kein Filmkritiker, sondern nur -liebhaber und sein Akzent hat mich nicht grundlos stutzig gemacht, aber sonst schien er sich nicht besonders verstellt zu haben. Er ist tatsächlich erschreckend... nett.
Nachdenklich ließ er sich neben sie auf die Matratze sinken und vergrub seine Nase in ihrer mittlerweile schon ein wenig zerrupften Steckfrisur. Ihre Mission hier wurde – in absolut jeder Hinsicht – von Tag zu Tag komplizierter. Und sie hatten immer noch keine Ahnung, wie lange sie hier benötigt wurden. Keine genaue Terminvorgabe. So lief es wohl als Spion. Man blieb solange, wie man nützliche Informationen beschaffte – und nicht aufflog. Aber sie waren sich des Risikos ja bewusst gewesen.

„Wie ist es ohne mich im Büro gelaufen?“, erkundigte er sich. „Hältst du es jetzt etwa ohne meine bezaubernde Stimme im Ohr etwa keine zwanzig Minuten mehr mit Gus, dem Wichtigtuer mit dem Namens-Alzheimer, aus, dass du gleich flüchten musstest, obwohl ich dir gesagt habe, dass du länger machen sollst?“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Bina Mahoney(n.a.) am Mo 2 Nov - 21:23:58

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
19:00 Uhr
Charlie & Bina

Charlie versuchte weiterhin, die Situation zu verharmlosen, doch Bina bereitete der Gedanke, dass er auf einen Friedenswächter getroffen war, gewaltige Bauchschmerzen. Collin hatte ihn offenbar nicht erkannt, aber was, wenn hier weitere Friedenswächter auftauchten? Irgendwer würde Charlie dann vielleicht als Carolus Fairweather erkennen und das wäre dann sein Todesurteil. Seufzend lehnte sie ihre Stirn an seine Schulter und atmete seinen Duft ein. Sie könnte es nicht ertragen, wenn ihm etwas passierte.

„Ich hatte alles unter Kontrolle“, meinte er leise. „Ich hab ihm nur von diesem komplizierten und tollen Mädchen erzählt, dem er ganz verfallen ist.“
„Tatsächlich?“ Bina schnurrte wohlig auf, während Charlie an ihrem Ohrläppchen knabberte.
„Das ihn allerdings rausgeworfen hat, weil er arbeitslos ist.“
Er schaute sie an und schob schmollend die Unterlippe vor. „Unglaublich, wie grausam du zum armen, kleinen Janus bist.“
Noch bevor sie darauf antworten konnte, grinste er sie breit an, hob sie hoch und warf sie aufs Bett. Er beugte sich über sie, schob ihren Kragen beiseite und biss ihr sanft in den Hals. Dieser Mann hatte scheinbar eine überaus betörende Vorliebe für beißen…
„Aber du kommst offensichtlich auch nicht von ihm los – er hat ja deine Höschen in seiner Schmutzwäsche – vermutlich, weil er so ein fantastischer Küsser ist.“
„Mhm… er ist einfach nur ein gemeiner Höschen-Dieb, der nicht von mir los kommt. Möglicherweise leicht pervers…“, murmelte sie frech gegen seine Lippen, ehe diese auf ihre trafen und sie in einen sanften Kuss verwickelten. Ja, ein fantastischer Küsser war er wirklich.


„Ich dachte nur, wir sollten unsere Geschichten abgleichen. Es ist nicht wahrscheinlich, aber falls du Collin doch hier noch einmal über den Weg laufen solltest, bist du immer noch Penelope Vitus, Gus' geschätzte Assistentin. Aber eben auch Penny, die grausame Freundin des arbeitslosen Frisörs, den sie ins Hotel verbannt hat, bis er einen neuen Job findet... den Collin – der freundliche Friedenswächter aus der Nachbarschaft – ihm jetzt wohl beschaffen möchte“, meinte Charlie weiter. Bina richtete sich etwas auf. Sofort waren die Sorgen wieder da.
„Aber das bedeutet ja dann, dass Collin hier sogar sehr wahrscheinlich wieder auftaucht. Was soll das dann für ein Job sein? Sollst du den Friedenswächtern die Haare schneiden?“
Sie beunruhigte das wirklich. Am liebsten würde sie sofort ihre sämtlichen Sachen zusammen packen und mit ihm zurück nach Distrikt 13 verschwinden. Dort war er zumindest in Sicherheit. Sie hatte auf einmal das Gefühl, dass ihre Zeit im Kapitol ablief. Sie wusste nicht, wie schnell, aber sie lief ab. Doch was würde passieren, wenn es vorbei war? War ihre Mission dann einfach beendet und sie würden nach Hause fahren oder saßen sie dann im Kapitol im Gefängnis? Sie nahm Charlies Hand und gab ihm einen sanften Kuss darauf.
„Versprich mir bitte, dass du vorsichtig bist.“
Dass er selbst etwas besorgt dreinschaute, machte die Situation für Bina nicht wirklich einfacher. Sie wusste ja, dass er nicht unvorsichtig war und auf sich aufpassen konnte, doch selbst die kleinste Kleinigkeit konnte den Friedenswächter skeptisch machen.
„Eigentlich hat er privat ganz ähnlich gewirkt, wie auf dem Ball. Er ist kein Filmkritiker, sondern nur -liebhaber und sein Akzent hat mich nicht grundlos stutzig gemacht, aber sonst schien er sich nicht besonders verstellt zu haben. Er ist tatsächlich erschreckend... nett“, erklärte Charlie weiter.
„Nun, diese Nettigkeit ist allerdings schnell vorbei, wenn er rausfinden sollte, wer wir wirklich sind oder zumindest, dass wir nicht die sind, die wir vorgeben zu sein und dann haben wir relativ schnell eine Kugel im Kopf. Vollkommen egal, wie nett so ein Friedenswächter privat ist.“

Sie seufzte laut und ließ sich wieder rücklinks auf die Matratze fallen. War sie jetzt nur so extrem besorgt, weil sie sich diese neuen Gefühle für Charlie eingestanden hatte oder einfach nur, weil er, abgesehen davon, ihr bester Freund war und ihr allein dadurch schon viel bedeutete? Sie drehte sich zu ihm und lehnte ihre Stirn an seine.
„Wie ist es ohne mich im Büro gelaufen?“, fragte er sie lächelnd. „Hältst du es jetzt etwa ohne meine bezaubernde Stimme im Ohr etwa zwanzig Minuten mehr mit Gus, dem Wichtigtuer mit dem Namens-Alzheimer, aus, dass du gleich flüchten musstest, obwohl ich dir gesagt habe, dass du länger machen sollst?“
„Ich war heute überaus fleißig und schon früher mit der Arbeit fertig. Als du meintest, ich soll noch dort bleiben, musste ich mir weitere Arbeit suchen. Doch mir blieb irgendwann nur noch Büroklammern ineinander stecken und Pflanzen abstauben, doch das ging Gus wohl zu weit. Stattdessen hat er mir eine andere… ‚körperlichere‘ Arbeit angeboten, aber ich musste ablehnen…“
Sie grinste ihn frech an und zwickte ihm spielerisch in die Nase. „Schließlich hab ich hier einen perversen Höschen-Dieb, der jeden Abend sehnsüchtig darauf wartet, dass ich komme und ihn wieder zurück nehme.“
Sie lachte kurz etwas und küsste ihn. Als sie sich von ihm löste, fuhr sie ihm durch die weichen Haare und schaute ihn nachdenklich an.
„… die Wahrheit ist…“, begann sie zögerlich und sofort spürte sie, wie ihre Ohren etwas heiß wurden. „Ich hatte nicht nur Sorge, dass dir etwas passieren könnte…“
Sie kuschelte sich an ihn und zupfte gedankenverloren an seinem T-Shirt herum.
„Du hast immer so… hemmungslos mit der Frau an der Rezeption geflirtet… und mir fiel sonst niemand an, wer dich eingeladen haben könnte…“
Das war unangenehm und nun konnte er sich über sie lustig machen, aber irgendwie hatte sie das Gefühl gehabt, es ihm sagen zu können. Außerdem hoffte sie, dass sie darüber reden würden, was das nun zwischen ihnen war.
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am Di 3 Nov - 19:22:15

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
19:05 Uhr
Charlie & Bina

„Versprich mir bitte, dass du vorsichtig bist.“
Es war ja richtiggehend niedlich, wie sie sich um ihn sorgte. Vor allem sah es niedlich aus. Klar, er machte sich selbst auch Sorgen deswegen, aber wenn er das tat, bekam er bestimmt ganz hässliche Furchen auf der Stirn – das sollte er eventuell sicherheitshalber im Spiegel checken – Bina dagegen zog dabei nur nachdenklich ihr kleines Näschen kraus und machte so ein angestrengtes Gesicht, als wäre sie gerade dabei ein Ei zu legen. Allerdings schaffte sie es irgendwie dabei süß statt dämlich auszusehen. Zumindest großteils.
„Aber selbstverständlich...“, versicherte er ihr sofort übertrieben großspurig, um sie aufzuheitern. „Vorsicht ist mein zweiter Vorname. Meine Mutter wollte eigentlich lieber 'Charmant' und 'Wundervoll' als dritten, was noch zutreffender gewesen wäre, aber ich pass schon auf mich auf.“

Um sie ein wenig zu beruhigen, bevor die Falten sich in ihr hübsches Gesicht einbrannten, beschloss er, ihr seinen persönlichen Eindruck von dem Kerl zu schildern, damit sie sich nicht allzu sehr vor ihm fürchtete. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg.
„Nun, diese Nettigkeit ist allerdings schnell vorbei, wenn er rausfinden sollte, wer wir wirklich sind oder zumindest, dass wir nicht die sind, die wir vorgeben zu sein und dann haben wir relativ schnell eine Kugel im Kopf. Vollkommen egal, wie nett so ein Friedenswächter privat ist.“
„Falls es dich tröstet... ich glaube nicht, dass sie uns erschießen würden.“
Er zwang sich zu einem schiefen Grinsen, obwohl der Gedanke seinen Mund trocken und seine Kehle eng werden ließ, denn im Grunde wären sie mit so einem schnellen und geradezu schmerzlosen Tod noch gut dran.

„Ich schätze eher, sie würden uns verhaften, um alles aus uns herauszupressen, was wir wissen.“ Eventuell nicht nur im übertragenen Sinne. Was er im Nachhinein erfahren hatte, schien man in seiner Heimat, in der er sich einst so sicher gefühlt hatte, vor Folter nicht zurückzuschrecken.
„Aber das wird nicht passieren. Ich hab das unter Kontrolle. Sieh es positiv... ein Friedenswächter ist eine ganz ordentliche Quelle für interessante Informationen und er scheint mich wirklich kein bisschen zu verdächtigen...“
Da Bina das nur bedingt zu beruhigen schien und sie ziemlich gequält aussah, als sie sich auf die Matratze fallen ließ, wechselte er lieber das Thema.

„Ich war heute überaus fleißig und schon früher mit der Arbeit fertig. Als du meintest, ich soll noch dort bleiben, musste ich mir weitere Arbeit suchen. Doch mir blieb irgendwann nur noch Büroklammern ineinander stecken und Pflanzen abstauben...“, antwortete Bina auf seine Frage nach der Arbeit.
Charlie gluckste leise, konnte sich bestens vorstellen, wie sein fleißiges und schlaues Mädchen wahnsinnig wurde, wenn es nichts zu tun hatte. Nur eine kleine Kostprobe von dem, was er hier in diesem engen kleinen Zimmer durchmachte und die schien ihr nicht besonders gut bekommen zu sein.
„...doch das ging Gus wohl zu weit. Stattdessen hat er mir eine andere… ‚körperlichere‘ Arbeit angeboten, aber ich musste ablehnen…“
Ja, klar... körperliche Arbeit war viel weniger ihr Ding als gei...
„Moment, was?!
Er setzte sich mit einem Ruck auf und blickte sie entgeistert an.
„Gus hat was vorgeschlagen? Dieser schleimige, selbstverliebte...“
Da ging man einmal Wäsche waschen und wurde von einem Friedenswächter umgemäht und dazu gezwungen mit ihm bitteres Bier zu trinken und schon wurde die Freundin von ihrem Boss... als ob der gewusst hatte, dass Charlie nicht mehr mithörte. Er würde nie wieder seinen Posten verlassen und wenn er dafür seine Socken zukünftig in der Dusche waschen musste.


Aber im nächsten Moment lachte Bina so herzlich, dass er sich des Wahrheitsgehalts ihrer Aussage nicht mehr ganz sicher war und kniff ihn in die Nase. Er wollte weiterhin böse drein schauen, aber das machte sie ihm ziemlich schwer mit diesen kleinen Grübchen, die sich in ihren Wangen bildeten, wenn sie lachte und bevor er fragen konnte, welche Art 'Arbeit' Gus nun genau von ihr verlangt hatte, küsste sie ihn und der Gedanke wurde wieder zurück in die hintersten und dunkelsten Ecken seines Gehirns gejagt.
„Von wegen perverser Höschen-Dieb...“, beschwerte er sich halbherzig, als sie wieder von ihm abließ. „ich bin nur dein armer Schmutzwäsche-Sklave.“
Seine Hand wanderte an ihre Hüfte, während er sein mitleiderregendstes Gesicht aufsetzte.
„Völlig überarbeitet und dann wurde ich noch bei der Ausübung meiner Pflichten von einem Friedenswächter gerammt. Ich verlange Mitleid... und Trost...“ Charlie schob seine Finger ein Stückchen weiter nach oben. „... und eine Gehaltserhöhung.“


Doch etwas in ihrem Blick ließ ihn stutzen und sie neugierig anschauen. Offenbar rang sie damit, ihm etwas zu erzählen.
„… die Wahrheit ist… Ich hatte nicht nur Sorge, dass dir etwas passieren könnte… “
Seine Augenbrauen wanderten fragend nach oben. Er legte den Kopf ein wenig schief.
„Du hast immer so… hemmungslos mit der Frau an der Rezeption geflirtet… und mir fiel sonst niemand an, wer dich eingeladen haben könnte…“
Ein paar Sekunden lang blinzelte er sie regungslos an, wartete darauf, ob da noch irgendein Nachsatz kam, bevor die Aussage langsam in sein Hirn einsickerte und er verstand, wovor sie sich gefürchtet hatte und sich ein Lachen nicht verkneifen konnte.


„Du meinst diese Blondine, die immer komplett andächtig ihre 'Capitol Couture' durchblättert, egal wann man an ihrer Rezeption vorbei kommt?“
Ob die vorhatte, die Zeitschrift auswendig zu lernen? Gut, er hatte die damals auch öfters als einmal gelesen, um auch ja keinen Modetrend zu verpassen, aber es war sein Job gewesen, immer genau zu wissen, wer auf welcher Veranstaltung was getragen hatte. Wie sonst hätte er sonst wissen können, in welche Richtung er selbst mit seinen neuen Kollektionen gehen sollte?
„Wie kommst du denn darauf?“
Gut, hin und wieder hatte sie vielleicht doch ihre Nase aus der Zeitschrift gehoben und sich mit ihm unterhalten. Eigentlich hatte sie ihm sogar einmal ihre Privatnummer zugesteckt, für den Fall, dass er einmal etwas 'bräuchte', wenn sie nicht im Dienst war. Charlie hatte sie höflich angenommen, aber ihr keine Hoffnungen gemacht, dass er tatsächlich anrufen würde – und hatte sie auch nicht mehr.
„Ist nicht meine Schuld, wenn sie auf mich fliegt. Ich war einfach nur höflich und freundlich. Charme und gutes Aussehen kann man eben nicht einfach so ablegen, wie ein ausgewaschenes T-Shirt.“
Vielleicht hätte es ja geholfen, wenn er eines seiner ausgewaschenen grauen Distrikt 13 T-Shirts angelegt hätte, aber das wäre dann wohl doch ein wenig auffällig gewesen. Ein unnötiges Risiko, um eine junge Frau davon abzuhalten mit ihm zu flirten... noch dazu, wo ihm das bis vor ein paar Tagen gar nicht so unrecht gewesen war. Nicht, dass er es direkt darauf angelegt – er war eben von Natur aus witzig und charmant – oder Interesse gehabt hatte, aber es war doch eine ganz nette Abwechslung zum tristen Hotel-Alltag gewesen und... es war durchaus nett, sich ein wenig begehrt fühlen zu können.


„Gut vielleicht hab ich ein bisschen mit der Frau geflirtet hin und wieder. Aber nicht ernst gemeint und damals waren wir ja auch noch nicht...“
Er brach ab und zog die Augenbrauen zusammen, begann am Saum seines Shirts herumzufummeln, unsicher was er hinzufügen sollte. Immerhin hatte sie damals nicht darüber reden wollen, was da überhaupt zwischen ihnen lief.
„Also ich meine, damals haben wir noch nicht...“ Seine Mundwinkel zuckten und er warf ihr einen halb nervösen, halb frechen Blick zu. „... du weißt schon... noch nicht getan, was wir mittlerweile eben so tun. Nicht, dass ich jemals mit der Frau ausgehen hätte wollen, aber warum sollte ich das jetzt noch tun?“
Eigentlich hatte er gedacht, das verstünde sich von selbst. Er jedenfalls war nicht der Typ dafür, mit mehr als einer Frau gleichzeitig irgendetwas am Laufen zu haben, schon gar nicht, wenn es sich bei der einen um seine beste Freundin handelte. Der ihm nächste und wichtigste Mensch, den er in seiner neuen Heimat gefunden hatte. Nur ein Idiot würde so etwas aufs Spiel setzen.

„Wozu mit irgendeiner langweiligen Rezeptionistin ausgehen, wenn ich deine Höschen stehlen kann.“ Er schob seinen Finger ein Stückchen unter Binas Rock und ließ den Bund ihres Slips gegen ihre Hüfte schnalzen, bevor er eine betont unschuldige Miene aufsetzte und beteuerte:
„Nur um sie zu waschen natürlich. Ich armer Haussklave.“
Charlie schob sich grinsend ein Stückchen näher und begann sich ihren Hals entlang zu küssen, hielt aber schnell wieder inne, als ihm ein unangenehmer Gedanke kam.
„Wieso... meinst du etwa, wir sollten... willst du...“ Er räusperte sich und machte ein selbstgefälliges Gesicht, während er bei seinem Kopf angefangen an seinem ganzen Körper herunter deutete.
„Du willst doch etwa nicht behaupten, dass das hier für dich noch nicht genug ist.“
Wollte sie doch wirklich nicht, oder? Sein Grinsen wurde ein wenig unsicherer und er suchte in ihrem Gesicht nach Bestätigung.
„Also ich für meinen Teil hatte eigentlich gedacht, dass wir seit dem Ball... du weißt schon... zusammen sind. In stillem Einverständnis eben.“
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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Bina Mahoney(n.a.) am Fr 6 Nov - 19:21:36

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
19:05 Uhr
Charlie & Bina

Nervös nestelte Bina an der Bettdecke herum. Sie hatte Charlie offenbart, dass sie aus reiner Eifersucht so schnell hierher geeilt war. Peinlicher ging es kaum, aber was hätte sie sonst tun sollen? Allein der Gedanke, dass Charlie eine andere Frau ihr vielleicht vorziehen könnte, bereitete ihr Bauchschmerzen. Nur weil sie sich ab und zu küssten, konnte sie ja wohl kaum Besitzansprüche ihm gegenüber stellen. Doch andererseits war er eben tatsächlich auch etwas wütend geworden, als sie ihn ein wenig mit Gus aufgezogen hatte.

„Ist nicht meine Schuld, wenn sie auf mich fliegt. Ich war einfach nur höflich und freundlich. Charme und gutes Aussehen kann man eben nicht einfach so ablegen, wie ein ausgewaschenes T-Shirt“, meinte er ein wenig selbstgefällig. Bina zog eine beleidigte Schnute.
„Vielleicht warst du ja zu höflich und freundlich“, murmelte sie und strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatte. Es stimmte zwar, dass die Blondine kaum von ihren Zeitschriften aufsah, doch wenn, dann himmelte sie Charlie regelrecht an.
„Gut vielleicht hab ich ein bisschen mit der Frau geflirtet hin und wieder“, lenkte er dann doch ein, was Bina jedoch nur mit einem leisen Schnauben quittierte. Also war ihre Befürchtung gar nicht so abwegig gewesen und es hätte durchaus sein können, dass sie die Rezeptionistin mit ihrem… mit Charlie im Bett erwischte.
„Aber nicht ernst gemeint“, sagte er weiter und lächelte sie leicht an. „Damals waren wir ja auch noch nicht... Also ich meine, damals haben wir noch nicht…du weißt schon... noch nicht getan, was wir mittlerweile eben so tun. Nicht, dass ich jemals mit der Frau ausgehen hätte wollen, aber warum sollte ich das jetzt noch tun?“
Bina öffnete den Mund, schloss ihn jedoch gleich wieder. Darauf fiel ihr nichts ein. Also sie hatte eine vage Vermutung, doch sie wagte es kaum, es auszusprechen beziehungsweise auch nur darüber nachzudenken. Darum schüttelte sie nur leicht den Kopf und zuckte mit den Schultern.
„Wozu mit irgendeiner langweiligen Rezeptionistin ausgehen, wenn ich deine Höschen stehlen kann.“
Bina zuckte leicht zusammen, als Charlies Finger sich unter ihren Rock schummelten und er am Bund ihres Slips zog. Lachend gab sie ihm einen Klaps auf die Hand.
„Nur um sie zu waschen natürlich. Ich armer Haussklave.“
„Du armer Mann“, antwortete sie kichernd, während er näher an sie heran rutschte und ihren Hals küsste. Jedoch hörte er – zu ihrem Bedauern – schnell wieder damit auf und schaute sie besorgt an.
„Wieso... meinst du etwa, wir sollten... willst du... Du willst doch etwa nicht behaupten, dass das hier für dich noch nicht genug ist.“
Er deutete seinen Körper hinab und gab sich selbstbewusst, doch Bina kannte ihn gut genug um zu merken, dass er wirklich ernsthaft besorgt war.
„Nein nein!“ Bina hob beschwichtigend die Hände. „Es ist alles gut. Ich bin sehr zufrieden mit dir.“ Sie zwinkerte ihm frech zu und küsste ihn kurz auf die Lippen. Als ob sie auch nur eine Minute darüber nachgedacht hätte, ob es irgendwo einen Mann gab, der besser zu ihr passte als Charlie. Es war irgendwie ziemlich süß, dass er sich solche Gedanken darüber machte.

„Also ich für meinen Teil hatte eigentlich gedacht, dass wir seit dem Ball... du weißt schon... zusammen sind. In stillem Einverständnis eben.“
Mit großen Augen starrte Bina Charlie an. Hatte er das jetzt wirklich gesagt? Also waren sie wirklich zusammen? Ein Paar? Ein glückliches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.
„Du… du meinst das ernst?“, fragte sie vorsichtig und musterte ihn. Natürlich meinte er das ernst, er hatte sie noch nie angelogen. Ihr Herz schlug wie verrückt. Da war sie so schnell hierher geeilt aus Angst, er könnte sich mit einer anderen vergnügen und dabei war sie es, die er wollte?
„Ich glaube, ich war ziemlich dumm, nicht wahr?“ Mit einem schüchternen Lächeln setzte sie sich auf Charlies Schoß und legte die Hände in seinen Nacken. „Weißt du, ich glaube, wenn Collin für den armen, armen Janus einen Job findet, besteht für ihn und Penny eine sehr gute Chance. Sie ist nämlich ziemlich verrückt nach ihm, nur vielleicht ein ‚wenig‘ oberflächlich.“
Sie beugte sich vor und legte ihre Lippen hauchzart an Charlies.
„Ich für meinen Teil… mag den mittellosen Distrikt 13-Soldaten Charlie Fairweather sehr viel lieber. Und ich lass ihn nicht so schnell gehen, nur weil er kein Geld hat. Oder weil ihm so eine aufgetakelte Blondine schöne Augen macht. Notfalls kratz ich ihr die Augen eben aus.“
Um ihre Aussage zu unterstreichen und ihm klar zu machen, dass sie ihn wirklich nicht mehr hergeben wollte, presste sie schließlich ihre Lippen auf seine und drängte sich an ihn.
„Dann bist du also jetzt mein bester fester Freund? An diese Kombination könnte ich mich gewöhnen.“
Auch wenn da trotzdem noch die Sorge war, was aus ihrer Freundschaft wurde, wenn es mit ihnen als Paar nicht funktionieren sollte, obwohl sie hoffnungslos verliebt in ihn war. Sie legte ihre Hände an seine Wangen und strich mit den Daumen sanft darüber. Sie grinste ihn breit an.
„Aber dir ist schon klar, was wir uns zu Hause anhören dürfen? Ich kenn da jemanden, der da wieder ein Riesending draus machen wird.“
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Bina Mahoney(n.a.)


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Re: Hotel 'Olympus'

Beitrag von Charlie Fairweather(n.a.) am So 28 Feb - 11:06:44

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
19:05 Uhr
Charlie & Bina
„Du… du meinst das ernst?“
Seine Mundwinkel zuckten, teils wegen der kurzen Ungläubigkeit, aber hauptsächlich wegen der unverhohlenen Begeisterung in ihrem Gesicht.
„Hin und wieder gedenke ich, Sachen zu sagen, die ich auch so meine...“, zog er sie grinsend auf. „Zum Beispiel, dass ich unglaublich gut aussehe und ein großartiger Liebhaber bin...“
Er duckte sich sicherheitshalber weg, bevor sie ihm eine Kopfnuss verpassen konnte.
„Und jap. Auch, dass wir meines Erachtens zusammen sind. Ich dachte einfach, für dich ist das klar und du meinst, wir brauchen darüber nicht groß reden, nachdem du ohne ein Wort zu sagen, verschwunden bist.“

„Ich glaube, ich war ziemlich dumm, nicht wahr?“, gab sie kleinlaut, aber mit einem süßen Lächeln zu und setzte sich auf seinen Schoß. Charlies Grinsen wurde noch ein bisschen breiter, während er großmütig erklärte:
„Nicht doch... du solltest wirklich nicht so streng mit dir sein. Das ist schon in Ordnung. Wir wissen doch beide, dass ich das Hirn in dieser Beziehung bin...“
Beinahe hätte er erwartet, dass sie ihre Hände um seinen Hals gelegt hatte, um ihn zu erwürgen, doch stattdessen, schlang Bina sie nur zärtlich um seinen Nacken und ließ sich bereitwillig von Charlie an ihn heranziehen.
„Weißt du, ich glaube, wenn Collin für den armen, armen Janus einen Job findet, besteht für ihn und Penny eine sehr gute Chance. Sie ist nämlich ziemlich verrückt nach ihm, nur vielleicht ein ‚wenig‘ oberflächlich.“
Er schmunzelte leise.
„Gut zu wissen. Das wird Collin freuen, der hatte nämlich so viel Mitleid für den armen kleinen Janus übrig, dass ich wegen der Lügerei fast ein schlechtes Gewissen habe.“
Wer konnte auch ahnen, dass ein Friedenswächter so großen Anteil an dem tragischen Schicksal eines arbeitslosen Mannes nahm, den er unabsichtlich umgelaufen hatte.

„Aber erzähl mir doch ruhig ein bisschen mehr darüber, wie 'verrückt' die süße kleine Penny nach ihrem finanziell ruinierten, aber dafür ausgesprochen heißen Frisör ist...“, verlangte er, doch Bina schien eine ganz andere Geschichte im Sinn zu haben, küsste ihn so zärtlich auf den Mund, dass er fast schon wieder vergessen hätte, worüber sie gerade gesprochen hatten, bevor sie sich dazu äußerte.
„Ich für meinen Teil… mag den mittellosen Distrikt 13-Soldaten Charlie Fairweather sehr viel lieber.“
Charlie schob sie gespielt empört ein Stück weg.
„Also mittellos finde ich etwas übertrieben. Schließlich hab ich jede Menge schicke graue Hemden und Hosen und jeden Tag Haferschleim zum Frühstück anzubieten. Bina Mahoney scheint offensichtlich auch sehr schwer zufrieden zu stellen zu sein.“

Nur, weil er kein Geld hatte. Seine Mundwinkel zuckten. Mittellos. Das Kapitol färbte wohl doch auf Bina ab. Als ob man in D13 irgendetwas kaufen konnte. Da konnte er gerne noch so reich sein, es würde ihm nichts bringen, außer er hatte in seiner Verzweiflung vor, Geldscheine zu essen. Wobei alles besser war als der Fraß, den er dort jeden Morgen in seinem Teller liegen hatte.
„Oder weil ihm so eine aufgetakelte Blondine schöne Augen macht. Notfalls kratz ich ihr die Augen eben aus.“
„Ich fürchte daran wirst du dich gewöhnen müssen.“, warf er gespielt nervös ein. „Ich kann nichts für meine Wirkung auf Frauen. Allerdings solltest du deine Eifersucht im Kapitol wohl sicherheitshalber ein bisschen zügeln. Nicht, dass ich etwas gegen einen netten Cat-Fight hätte... besonders nicht, wenn ein wenig Schlamm...“ Er schüttelte den Kopf und fuhr mit so viel Nachdruck in der Stimme fort, als wäre das tatsächlich eine Option gewesen. „Nein. Hier würde das definitiv unsere Mission zu sehr gefährden. Am Ende wirst du noch verhaftet und wem zieh ich dann meine hübschen Kleider an?“ Charlie zupfte an ihren Haaren. „Und wer wärmt mich nachts, falls die Heizung ausfällt?“

Als ob das im Kapitol jemals passieren würde. Ein bisschen Kuscheln zum Einschlafen schadete allerdings nicht einmal im heißesten Hochsommer. Er zog sie noch ein wenig fester an sich und suchte nach ihren Lippen, küsste sie hungrig, bis sie sich wieder von ihm löste und ihn nachdenklich ansah.
„Dann bist du also jetzt mein bester fester Freund? An diese Kombination könnte ich mich gewöhnen.“
Er legte den Kopf prüfend den Kopf schief, ließ sich den Ausdruck kurz durch den Kopf gehen.
„Hmmm... es reimt sich, dann muss es auf jeden Fall richtig sein.“, stellte er abschließend fest und lehnte seine Wange an ihren Hinterkopf. „Kann man sich jedenfalls leicht merken. Nicht, dass ich es noch vergesse...“ Er sah sie ängstlich an und hob abwehrend die Hände. „War nur ein Witz... Nicht schlagen! Vor allem nicht ins Gesicht...!“
Zwar konnte er sich theoretisch im Kapitol seine Nase richten lassen, aber abgesehen davon, dass er keinem Chirurgen so einen guten Job zutraute, wie die Natur ihn hier vollbracht hatte, konnte er ja nicht einmal die Schmutzwäsche zum Waschen hinunter bringen, ohne von Friedenswächtern umgemäht zu werden. Da wäre ein Krankenhaus-Aufenthalt der reinste Selbstmord. Außerdem hatte er den leisen Verdacht, dass Präsidentin Coin stutzig werden würde, wenn sie eine Schönheitsoperation auf der Kostenliste ihrer Spione fand. Ganz egal wie lebensnotwendig sie sein mochte...

„Aber dir ist schon klar, was wir uns zu Hause anhören dürfen? Ich kenn da jemanden, der da wieder ein Riesending draus machen wird.“
„Mhm...“, machte er geistesabwesend. Beinahe hätte er sie gar nicht gehört. War er doch so schwer damit beschäftigt genießerisch sein Gesicht in ihre Hände zu schmiegen. Nicht aufhören. „Soll den Mund halten, sonst erzähl ich allen, dass er mich einmal um schicke Kapitoler Seidenunterwäsche angehauen hat.“
Nicht, dass das wahr wäre. Aber Skyler verbreitete selbst auch oft genug Gerüchte, deren Wahrheitsgehalt mehr als fraglich war. Als Drohung war es also gut genug. Wobei Charlie nicht glaubte, dass sie mit ihren Freunden irgendein Problem deswegen haben würden. Offenbar hatten die – dank brodelnder Gerüchteküche – ohnehin nur darauf gewartet, dass sie ihre 'Beziehung' bekannt geben würden.

„Aber ich denke, es ist besser, wenn wir erst etwas sagen, wenn wir wieder zu Hause sind.“, stellte er ruhig fest. „Und am besten lassen wir es nicht gleich so raus hängen. Ich fürchte nämlich, Commander Kakuheiki wird darüber eher weniger begeistert sein.“
Diesmal zogen sich seine Augenbrauen ernsthaft besorgt zusammen. Der Commander war mit anderen so streng wie mit sich selbst und erwartete volle Konzentration und perfekte Leistung von ihnen. Am Ende dachte sie noch, sie beide hätten bessere Arbeit leisten können, wenn sie nicht so miteinander beschäftigt gewesen wären. Und das obwohl sie tagsüber wirklich auf Hochtouren liefen. Ob sie vor dem Schlafen gehen noch ein bisschen im Bett herumknutschten oder Bina ihn zum Schlafen auf die Couch verbannte, beeinflusste ihre Leistung nicht und ging daher außer ihnen auch niemanden etwas an.

„Freunden und Familie können wir es natürlich trotzdem gleich erzählen.“, versicherte er ihr jedoch schnell und küsste sie auf den Scheitel, bevor sie noch dachte, er wollte verstecken spielen.
„Also... deiner Familie jedenfalls...“ Seine Miene verdüsterte sich ein wenig und so kroch er schnell weiter ins Bett, um davon abzulenken, hob den Arm, damit Bina sich zu ihm kuscheln konnte. Ihre Eltern waren sehr anständige, freundliche Menschen, die er zu schätzen wusste, es waren nur nicht... seine Eltern.
Mit einem wehmütigen Lächeln schob er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und strich ihr sanft mit dem Daumen über die Wange.
„Meine Eltern würden dich lieben.“ Kein Glauben. Kein Vermuten. Wissen. Genau die Sorte Mädchen, die sie mochten. Seine Mutter würde vermutlich nur darauf bestehen, Binas Modegeschmack etwas zu entwickeln... oder überhaupt erst zum Vorschein zu bringen. „Und mein Bruder, würde dich vermutlich fragen, was du mit mir willst.“
Er grinste. So garantiert wie der Kanonschuss nach dem Tod eines Tributen. Nicht, dass Romanus das wirklich ernst meinen würde, aber sagen... garantiert. Auch seine Schwester hätte vermutlich nichts an Bina zu meckern. Abgesehen von ihrer politischen Einstellung natürlich... Ob sie ihren Verräter-Bruder totschwieg? Vermutlich. Charlie schob den unangenehmen Gedanken beiseite. Schlimm genug, dass er seine Familie nicht sehen konnte. Dass seine Eltern vielleicht nie herausfinden würden, dass er noch lebte und sogar eine süße und unheimlich schlaue Freundin hatte. Er schmiegte sich dichter an Bina und schloss die Augen, um den Duft ihrer Haare zu genießen, während er mehr für sich selbst als für ihre Ohren bestimmt murmelte:
„Wenn das alles vorbei ist, vielleicht...“
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Charlie Fairweather(n.a.)


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Wohnort: Distrikt 13, ehemals Kapitol

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