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Caesar's Aufnahmestudio

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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Erik Xander(tot) am Fr 23 Okt - 23:53:28

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:30 Uhr
Caesar, Abby und Erik





Erik stand teilnahmslos in der Garderobe herum und wartete darauf, dass er vor die Zuschauer endlich humpeln kann, wo er idiotische Fragen beantworten darf. Das nervige wahr, dass er nett dabei sein sollte, was ihm komplett widerstrebte. Er kann sich bei einigen Sachen ja bemühen, höflich zu sein, aber er sah absolut kein Grund hier und jetzt freundlich und zuvorkommend zu sein, wenn eh schon seine letzte Stunde geschlagen hatte. Außerdem wurden nur idiotische Fragen gestellt und keine ernstzunehmende. Da konnte er sich überhaupt nicht zusammenreißen. Er sah sich die Interviews, der anderen Tributen an. Er hatte schon gerechnet damit, dass ein paar versuchen werden sich durch zu schmeicheln, beim Publikum, aber dass doch alle bis jetzt fröhlich und grinsend in die Kamera blickten, als gebe nichts Besseres als die Hungerspiele, damit hatte er wirklich nicht gerechnet.

Seine Betreuerin steuerte auch nichts wirklich Positives bei und die Stylistin nörgelte nur herum, dass sie ausgerechnet, so was Altes einkleiden muss. „Eine Verschwendung meiner Fähigkeiten.“, murmelte sie mit einer Nadel im Mund, während sie versuchte seinen Anzug zu korrigieren. ‚Die hatte sich auch eher, was Maskulines vorgestellt. Jemanden im Brutusstyle. Tja diese Gattung ist leider in Distrikt 5 vom Aussterben bedroht.‘  Erik quälte die Fliege, die ihm persönlich zu eng gebunden war, aber wenn er nur den Arm in die Richtung bewegte, bekam er einen auf die Finger geklapst von der Stylistin. Sie hatte ihre Augen anscheinend überall, dieser Wachhund. Am liebsten hätte er Lust, sich das Teil wieder runter zu reißen. Dann gab jemand Bescheid, dass Abby und er an der Reihe wären und er konnte noch sehen, wie Finnick Odair, die Bühne wieder verließ. Erik blickte einmal noch zu Abby und lächelte sie aufmunternd an. Sobald ihn seine Wachhunde, aus den Augen gelassen haben, nahm er seine Fliege und drehte sie mit voller Absicht schräg. Sein persönlicher Protest gegen seine Stylistin, die sicherlich ausrasten wird, wenn sie bemerkte, dass er das gemacht hatte und so vor den Kameras auftrat. Dies zauberte ihm ein kurz ein Lächeln ins Gesicht. Caesar war so, wie er es sich immer vorgestellt hatte und beziehungsweise was er kannte bis jetzt aus dem Fernsehen. Auffällig gekleidet, für einen Mann, verdammt laut und überhaupt nicht witzig. Zumindest fand Erik, dass was er vor sich quasselte nicht witzig war. Mit einem lauten „Hallöchen, meine Lieben!“, begrüßte er Abby und Erik. 

Erik setzte sich kommentarlos auf seinen Platz und begann die Sekunden zu zählen, bis diese qualvollen Minuten, endlich vorüber waren. „Wisst ihr, was mich wahrhaftig glücklich macht? Mich mit euch Tributen zu unterhalten. Jedes Jahr aufs Neue. Wenn wir uns Auge um Auge gegenüber sitzen und fröhlich miteinander plaudern. Erik, freust du dich schon auf die Spiele?“, frage ich lächelnd. ‚Das hat er jetzt nicht wirklich gefragt.’, dachte sich Erik, doch anscheinend meinte es dieser Caesar wirklich ernst. „Ob ich mich freue?“ fragte Erik mit einem leichten Ton von Sarkasmus. „Aber natürlich freue ich mich auf die Hungerspiele. Ist ja das erste Mal, dass so ein alter Knilch wie ich, wieder dabei sein darf. Werde auch der erste sein der verrecken wird. Damit kann man doch schön angeben oder?“, dabei grinste Erik Caesar an, lehnte sich gemütlich zurück und wartete gespannt, auf dessen Antwort.

 
Caesar begann, wieder das vorige Thema, was schon bei dem Interview von Distrikt 3 besprochen wurde, wieder aufzunehmen. Erik hörte nicht genau zu, weil sonst er wieder so eine unangebrachte Bemerkung von sich geben müsste. Zu seiner Verteidigung muss man schon sagen, was das bitte schön für Fragen sein sollen. Das Kapitol freute sich wie ein Kleinkind, dass zwei Tribute jetzt ein Pärchen sind. ‚Toll! Aber hat einer nachgedacht, dass zu 100% einer von ihnen in der Arena sterben wird? Geschweige stand nicht einmal die Chance zu 50%, dass einer von den zwei überleben wird. Vor allem mit der netten Tötungsrede von Brutus, hat es Beetee sicherlich nicht leicht. Zum Glück trägt er eine Brille, vier Augen sehen ja viel mehr als nur zwei. ‘, dachte sich Erik und zog eine Grimasse. Aber was hoffte er sich von dem Bewohner vom Kapitol. Bis jetzt hatten die noch nie bewiesen, dass sie ihre Gehirne, zum Nachdenken benutzen. „Diese Kombination aus Wissen und Schläue ist sehr machtvoll, findet ihr nicht? Glaubt ihr, dieses Mega-Bündnis bringt euch mehr als Körperkraft und Kampfgeschick?“, stellte Caesar die nächste Frage, aber dieses Mal an sie Beide. „Ich bin absolut davon überzeugt.“, stimmte er ihm zu. „Sicherlich können wir mit unser Raffinesse Brutus, vom Leibe halten. Wir werden ihn einfach mit unseren physischen und chemischen Formeln dermaßen Volltexten, dass sein Gehirn, dass nicht die Kapazität für so viel Informationen besitzt, überlastet sein wird und einfach so K.O gehen wird.“
Danach wurde das Interview, auf das Buch von Abby gewechselt. Abby konnte natürlich darauf stolz sein, dass ihr Buch es auf die Bestsellerlisten geschafft hat. Caesar schwärmte von diesem Buch, als würde es nie wieder etwas Besseres geben, was ja auch der Fall war. Denn würde Abby in der Arena sterben, würde es niemals zu einer Fortsetzung kommen. „Natürlich ist das Buch, Klasse. Hat auch Abby geschrieben.“, unterbrach Erik die beiden. „ Die Menschen, da draußen sollten sich nur bewusst sein, dass wenn Abby in die Arena geht und man sie nicht mit vollen Einsatz kräftig unterstützt, man nie wieder etwas neues von ihr zu lesen bekommt. Sondern das nur die Erinnerungen von ihr bleiben, vor dieser Zeit und dem einzigen Buch was sie geschrieben hat. Und wenn die Menschen Abby wirklich vom ganzen Herzen lieben, dann werden sie auch ihr helfen.“
 
 
„Nun denn, das Buch handelt davon, dass Wünsche in Erfüllung gehen“, fuhr er fort. „In deinem jetzigen Leben, was wäre da das, was du dir am sehnlichsten wünschst?“
 
‚Am Leben zu bleiben! ‘, dachte sich still Erik. Dann war die grausamste Zeit, dieses Tages endlich vorüber und Erik konnte wieder mit Abby die Bühne verlassen. Schrecklich, wenn alle einen die ganze Zeit anstarren können. „Ich bin so froh, dass es vorbei ist. Dieses ganze Heulgetue, nervte mich schon ziemlich. Was denkst du? Sicherlich will keiner in die Arena, um dort sein Leben zu lassen.“ Er machte kurz eine Pause. „ Außer die beiden Tötungsmaschinen aus Distrikt 2.“ Jetzt musste er nur noch die restliche Zeit abwarten und dann konnte er sich endlich in sein Bett fallen lassen. Das war das besondere, auf was er sich den ganzen Tag freute. In sein Bett sich verkriechen zu können. Aber jetzt einmal die nächsten Tribute ansehen, bevor die Strafpredigt von seiner Betreuerin über ihn ereilt, weil er die Fliege misshandelt habe.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Abby Joules (n.a.) am Di 27 Okt - 21:31:15

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:30 Uhr
Caesar, Erik & Abby

Anstatt sich auf ihr Interview vorzubereiten, geisterte in Abbys Kopf noch das von Beetee herum. Biress oder Babby. Auf so eigenartige Namen konnte auch nur das Kapitol kommen. Jedoch waren Beetees Antworten darauf unendlich niedlich gewesen. Entweder hatte er allein dadurch schon bei den Leuten da draußen gepunktet oder das komplette Gegenteil war der Fall und sie machten sich über ihn lustig. Doch daran wollte Abby nicht denken. Ihr Herz hatte er damit auf jeden Fall noch mehr gewonnen, falls das überhaupt noch möglich war.

„Also Schätzchen. Immer hübsch lächeln und gerade sitzen. Und rede nicht allzu viel von deinem verschrobenen Erfinder“, riet ihr ihre Stylisten, während diese noch einmal den Lippenstift nachzog und Abbys Kleid gerade zupfte. „Nur wenn du nach ihm gefragt wirst und vielleicht fasst du dich auch in dem Fall eher kurz.“
Daphne verzog leicht das Gesicht und schüttelte den Kopf. Ihre wäre es wohl lieber gewesen, wenn Abby sich in Finnick Odair verliebt hätte. Der war immerhin vorzeigbar, wie Daphne immer wieder betonte. Abby fand das so ermüdend, schließlich war es ganz allein ihre Sache, in wen sie sich verliebte. Sie ahnte schon, dass sie in ein paar Augenblicken ihr Privatleben dem gesamten Kapitol ausbreiten musste und das widerstrebte ihr total. Hoffentlich würde dieses Interview schnell vorbei gehen.

Kaum, dass Distrikt 4 die Bühne verlassen hatte, wurden Erik und Abby nach vorne gebeten. Sie hakte sich bei ihm unter, während er ihr ein aufmunterndes Lächeln entgegen brachte. Irgendwie würden sie beide das schon überstehen. Das war schließlich auch nicht das erste Interview, das sie führen und davon schwärmen mussten, wie wundervoll alles war. Dieses Mal mussten sie lediglich einen drauf setzen und hinzufügen, wie ehrenvoll es für sie war, noch einmal die Arena betreten zu dürfen.
„Auf in den Kampf“, wisperte sie Erik zu, bevor sie sich schließlich auf die Bühne begaben. Mit perfekten gebleichten Zähnen, mit denen er vermutlich noch in einem Kilometer Entfernung zu sehen war, begrüßte Caesar Flickerman sie beide.
„Hallöchen, meine Lieben! Wisst ihr, was mich wahrhaftig glücklich macht? Mich mit euch Tributen zu unterhalten. Jedes Jahr aufs Neue. Wenn wir uns Auge um Auge gegenüber sitzen und fröhlich miteinander plaudern. Erik, freust du dich schon auf die Spiele?“, begann er ohne Umschweife, kaum dass sie sich auf ihre Plätze gesetzt hatten. Ob er wohl tatsächlich daran glaubte, dass sich überhaupt irgendein Tribut, der kein Karriero war, ernsthaft auf die Spiele freute? Schweigend schaute sie zu ihrem ehemaligen Mentor.
„Ob ich mich freue?“, begann er. „Aber natürlich freue ich mich auf die Hungerspiele. Ist ja das erste Mal, dass so ein alter Knilch wie ich, wieder dabei sein darf. Werde auch der erste sein der verrecken wird. Damit kann man doch schön angeben oder?“

Abbys Augen weiteten sich erschrocken und durch das Publikum ging ein erstauntes Raunen. Mit so einer Antwort hatte wohl niemand gerechnet.

„Beetee hat uns Babby ja schon bestätigt und wir sind uns alle sicher, dass euer Babby das schlaueste in ganz Panem geworden wäre“, wandte sich Caesar an Abby und strahlte sie an. Sie lächelte nur als Antwort. Die morgigen Spiele waren nicht gerade ein passender Anlass für Familienplanung. Doch so bissige Antworten wie die von Erik waren einfach nicht ihre Art, daher beließ sie es bei dem Lächeln und wartete auf Caesars nächste Frage.
„Ich denke, jeder, der auch nur eins und eins zusammen zählen kann, sieht, dass sich Distrikt 3 und 5 verbünden werden. Diese Kombination aus Wissen und Schläue ist sehr machtvoll, findet ihr nicht? Glaubt ihr, dieses Mega-Bündnis bringt euch mehr als Körperkraft und Kampfgeschick?“
„Ich bin absolut davon überzeugt“, antwortete Erik und grinste. „Sicherlich können wir mit unser Raffinesse Brutus, vom Leibe halten. Wir werden ihn einfach mit unseren physischen und chemischen Formeln dermaßen Volltexten, dass sein Gehirn, dass nicht die Kapazität für so viel Informationen besitzt, überlastet sein wird und einfach so K.O gehen wird.“
Okay, er setzte bei diesem Interview eindeutig auf Provokation. Ein wenig amüsant war das schon, doch es besorgte Abby auch. Brutus würde das auf keinen Fall tatenlos so auf sich sitzen lassen. Einen Gefallen tat Erik sich damit nicht.
„Nun, ich denke, dass wir durch dieses Bündnis zumindest eine größere Chance haben zu überleben, als wenn wir auf uns allein gestellt wären. Und Körperkraft ist, wie wir wissen, längst nicht alles, was zählt. Uns zu unterschätzen wäre ein waghalsiger Fehler.“
Sie hoffte nur, dass sie damit auch Recht behielt. Vielleicht überlebten sie nicht einmal das Blutbad, in dem Fall würde ihnen ihre Intelligenz auch nichts nützen.

Caesar wechselte, wie zuvor schon, erneut das Thema, und kam nun auf Abbys Buch zu sprechen, das er in den höchsten Tönen lobte.
„Ich muss gestehen, dass ich selbst überhaupt nicht damit gerechnet habe, dass es so einen großen Erfolg haben wird“, antwortete sie, ehrlich berührt. „Beetee hatte mir damals Mut gemacht, es zu schreiben, ihm gebührt daher mein ganz besonderer Dank. Es ehrt mich zutiefst, dass dieses einfache Kinderbuch den Menschen im Kapitol so viel Freude macht und vielleicht werden sie sich ja an mich erinnern, wenn ich morgen in die Arena treten werde.“
„Wenn ich an das Buch denke, finde ich es wirklich sehr berührend, wie sehr es mich an dich und Beetee erinnert. Du hast deinen Screwster gefunden! Dass Beetee dich damals zum Buch inspiriert hat, macht das ganze noch besonderer!“, lobte Caesar weiter. Abby nickte.
„Ja, er war mir wirklich eine große Hilfe. Ohne ihn hätte ich diesen Traum, einmal ein Buch zu schreiben und veröffentlichen zu lassen, vermutlich nicht wahr gemacht. Genau wie das Buch ist er… etwas ganz Besonderes für mich…“

Hier und da war ein verzücktes Seufzen aus dem Publikum zu hören. Dass Beetee und sie ein Paar waren, war ja offensichtlich sowieso kein Geheimnis, also brauchte Abby das auch nicht zu leugnen. Allerdings würde sie sich hüten, diesen Aasgeiern alles über ihre Beziehung zu Beetee zu erzählen.
„Nun denn, das Buch handelt davon, dass Wünsche in Erfüllung gehen“, sagte Caesar weiter. „In deinem jetzigen Leben, was wäre da das, was du dir am sehnlichsten wünschst?“
Nicht in die Arena müssen.
Heiraten.
Mit Beetee eine Familie gründen.
Tun und lassen können, was man wollte, ohne in irgendeiner Weise dafür bestraft zu werden.
Abby hatte viele Wünsche, doch keinen davon wollte sie vor der Kamera aussprechen. Wie es in ihrem Herzen aussah, ging nur Beetee und sie etwas an.
„Das, was sich jedes Mädchen wünscht, Caesar. Doch Frauen brauchen ihre kleinen Geheimnisse, das verstehen Sie sicher“, antwortete sie deswegen mit einem charmanten Lächeln.

Damit war das Interview für Erik und sie auch schon beendet. Sie verabschiedeten sich von Caesar und dem Publikum und verließen die Bühne. Erleichtert atmeten die beiden auf.
„Ich bin so froh, dass es vorbei ist. Dieses ganze Heulgetue, nervte mich schon ziemlich. Was denkst du? Sicherlich will keiner in die Arena, um dort sein Leben zu lassen. Außer die beiden Tötungsmaschinen aus Distrikt 2“, meinte Erik. Abby nickte.
„Diese Interviews sind furchtbar lästig“, stimmte sie ihm zu. „Für die Kapitoler ist das alles nur eine Party. Sie werden nie verstehen, wie sich das alles für die Tribute anfühlt. Ich denke, sie wollen es auch gar nicht verstehen.“
So war es nun mal, dagegen konnten sie nichts tun. Sie konnten lediglich für die Kameras lächeln und das sagen, was die Menschen hören wollten. Abby war schon gespannt auf die nächsten Interviews. Besonders auf Distrikt 7. Adrian Rumlow und Johanna Mason waren beide nicht auf den Mund gefallen. Das würde sicher interessant werden.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Do 28 Sep - 22:26:01

4. Dezember im Jahr der 75. Hungerspiele
19:55 Uhr
Caesar Flickermann, Peeta Mellark, Katniss Everdeen (, Coriolanus Snow, Primrose Everdeen und jeder Kapitoler, der gerne im Publikum sitzen möchte

Uuuuund gleich nach der Werbung für Sie live im Fernsehen: Katniss Everdeen und Peeta Mellark mit einer ganz besonderen Botschaft an Panem.

Caesar saß in der Maske und wurde gerade ein letztes Mal abgepudert, während er die Fragen für das Interview durchging. „Da ist noch ein unschöner Fleck an meiner rechten Schläfe, Liebes“, sagte er gutgelaunt zu Clarice ohne aufzusehen, als diese gerade das Make-Up beiseitelegen wollte. Aber diese hässliche, dunkle Stelle konnte er regelrecht spüren. “Sorry, Caesar“, entschuldigte sie sich schnell und korrigierte ihren Fehler. “Ich bin schon total gespannt! Ein Glück, dass wir die Beiden aus der Arena retten konnten, bevor sie diesen Terroristen in die Hände gefallen sind“, quasselte sie weiter. “Gar nicht auszudenken wie das wäre! Jetzt können wir die Hochzeit ja doch noch sehen!“

Caesar hob den Blick und beobachtete die Visagistin durch den Spiegel. Er mochte ihr aufgedrehtes und ansteckend fröhliches Gemüt, das ihn sofort zu einem Lächeln verleitete. Sie glaubte tatsächlich an diese Liebe. Das tat sie schon vor einem Jahr, als Peeta hier saß und dem Publikum erzählte, dass er seit Jahren in sein Mittribut verliebt war. Er hatte immer noch Clarice’ wochenlangens Schmachten in den Ohren und ihre ‚Haaachs‘ und ‚Ooooh‘, wenn die Sieger im Fernsehen zu sehen waren.

Sie hatte auch vorm Fernseher gesessen und ein Taschentuch nach dem anderen vollgeheult, als sie gemeinsam im Studio das große Finale angesehen hatten. Und sie war die Erste gewesen, die er hatte Jubeln hören, als der Doppelsieg verkündet wurde. Peeta und Katniss waren für sie ‚das Pärchen‘ schlechthin und sie hatte unzählige Geschichten darüber geschrieben, wie deren Leben nach den Spielen wohl aussah. In trauter Zweisamkeit; im Dorf der Sieger das Jubelleben genießend.

„Ja, das wäre fantastisch“, erwiderte er und zog sich das Krepp aus dem Kragen, der das Puder davon abhalten sollte sich auf seinem schicken neuen Anzug zu verteilen. „Stell dir mal vor, was diese Botschaft für eine Tragweite hätte!“ Und was für eine! Er hatte die Bilder aus den Distrikten gesehen und umso wichtiger war es, das Land heute davon zu überzeugen, dass dieser Krieg falsch war.

Seit der Präsident ihm im Sommer von Dreizehn erzählt hatte wusste er, dass da etwas Großes im Gange war. Es hatte damals bereits gebrodelt. Das war ihm spätestens dann klar gewesen, als er an die Tür des Staatsoberhauptes geklopft und ihm die Siegerinterviews gezeigt hatte.

“Ich leb‘ mein Leben ganz spontan – weil ich‘s kann“, trällerte der Ton eines Werbejingles durch die Maske und Caesars breites Lächeln kehrte zurück. “Ich bin so frei. Starcafé ist dabeeeeeiiiii.“ Dass die immer noch diesen dämlichen Kaffeewerbespot bringen mussten. „Ich liebe, was der Tag mir bringt – weil’s gelingt“, sang er trotzdem lautstark mit und ließ sich damit von seinen trüben Gedanken ablenken. „Starcafééééeéé ist dabeeeeei!“

“Noch eine Minute, Caesar“, rief der Regieassistent nach hinten. „Alles klar!“

“Bereit?“, wollte Clarice wissen.
„Aber sowas von bereit!“ Und mit ein paar schnellen Schritten war er auf seinem Kreuz am Boden, wo er noch einen letzten Blick in den Spiegel warf, der dort extra für ihn angebracht worden war, um seinen Look zu begutachten. Perfekt!

Clarice fuhr seinen Rücken gerade noch mit einer Fusselrolle ab, als der Kameraassistent laut zu zählen begann: “Noch zwanzig Sekunden, bis wir live sind!“ Sie warf die Rolle achtlos hinter sich und begann noch ein letztes Mal an seiner Perücke rumzuzupfen.

“Fünfzehn!“ Caesar beugte sich zum Spiegel vor und fuhr mit der Zunge über seine strahlend weißen Zähne. Er würde sich in Grund und Boden schämen und das Haus nie wieder verlassen, wenn er mit Essensresten zwischen den Zähnen auf die Bühne gehen würde.

“Zehn…“ Ach was, auswandern würde er!

“Neun…“ Vielleicht nach Distrikt Eins.

“Acht…“ Nein, da war er auch bekannt wie ein bunter Hund.

“Sieben…“ Dann vielleicht nach Zwei.

“Sechs…“ Nein, das würde gar nichts ändern.

“Fünf…“ Dann in eins der Ferienresorts zwischen den Distrikten.

“Vier…“ Ja, das klang gut. Andere Perücke und – zack – anonym!

Die letzten drei Sekunden wurden stumm mit den Fingern in der Luft gezählt und dann ging mit drei großen, knallenden Schlägen die Studiobeleuchtung an, während die Trompeten zu spielen begannen. Caesar liebte dieses Stück. Jazz hatte ihn schon immer angesprochen und irgendwann hatte er das, wenn er sich recht erinnerte, mal in einem Artikel erwähnt, woraufhin Lucien Goodwitt diese Melodie persönlich für ihn komponiert hatte. Der Junge hatte echt Talent!

Mit dem Fuß wippte er im Takt der Töne, die ihm bereits in Fleisch und Blut übergegangen war und aus dem Lautsprecher ertönte schallend die Stimme, die Caesar genauso gut kannte, wie seine eigene:

Ladies und Gentlemen … Ihr Zeremonienmeister …. Caaaaaesaaaaar Flickermaaaaaaaaaaaaaan

Leichtfüßig lief er auf die Bühne, die Hände gen Himmel gestreckt und sein unverkennbares Lächeln im Gesicht, während das Publikum tobend von seinen Plätzen aufsprang und ihn freudig klatschend in Empfang nahm.

Caesar verbeugte sich höfisch und winkte in die Menge. „Daaaanke. Danke!“ Aber die Zuschauer dachten noch gar nicht daran ihren Applaus einzustellen und so drehte Caesar eine Runde über die Bühne und schenkte auch den Gesichtern hinter den Bildschirmen eine herzliche Begrüßung.

„Willkommen! Willkommen, willkommen, willkommen!“ Er lachte laut und ausgelassen, bevor er wie mit einem Fingerschnipp einen ernsten Ton anschlug. „Willkommen zu einem ganz besonderen Abend. Ihr alle …“, ließ er den Satz in der Luft hängen und machte eine verheißungsvolle Pause. „Ihr alle werdet heute Zeuge einer Nachricht, die mich tief im Herzen erschüttert hat.“ Er griff sich mit der freien Hand an die Brust und ein gequälter Ausdruck huschte über sein Gesicht. „Ihr alle werdet heute Teil unserer Zukunft. Ihr alle … kämpft mit uns für das Wohl des Kapitols … und Panems! Als eine Nation!“ Applaus.

„Begrüßen Sie mit mir … aus dem Palast extra zu uns gekommen …“ Pause. „Unseren geliebten Präsidenten..“ Tosender Applaus begann, der Caesars Worte fast übertönte: „Coriolanus Snow!“

Mit schweren Schritten trat Snow ins Rampenlicht und hob einen Arm zum Gruß. Während er zu Caesar ging, suchte er mit den Augen das Studio ab und entdeckte Primrose auf einem Sofa sitzend hinter der Bühne. Vom Zuschauerraum aus konnte man sie nicht sehen und die Kameras waren angewiesen worden diesen Bereich nicht aufzunehmen. Das Mädchen war seiner Einladung gefolgt, dachte der Präsident zufrieden und wandte sich dann dem Gastgeber des Abends zu. „Caesar“, begrüßte er ihn mit einem Handschlag. „Danke für die Einladung!“ „Es ist uns eine Ehre, Präsident Snow. Oder Leute?“, wandte er sich mit der Frage ans Publikum, um sie anzufeuern. Die Zuschauer fingen sofort an zu Johlen und zu Klatschen.

Die beiden Männer nahmen auf zwei Sofas gegenüber Platz und die Menge beruhigte sich durch ein Handzeichen Caesars wieder. „Präsident Snow, die letzten Tage waren aufreibend für Sie. Wollen Sie uns erzählen, warum?“ Mit dieser Frage begann er das Gespräch, das den ruhigen Schlaf jedes Einzelnen wohl für eine Weile stören würde.

“Ja, Caesar. Die letzten Tage haben das Kapitol schwer getroffen und Sie haben sich sicher gefragt, was es mit dem Sendungsabbruch der Spiele auf sich hatte.“ Caesar nickte. „Das haben wir alle!“

“Ich bin hier, um es euch zu erzählen. Euch allen.“ Ein Raunen ging durch die Menge. “Seit den Dunklen Tagen hat unsere Nation nichts als Frieden gekannt. Das Kapitol und die Distrikte haben fünfundsiebzig Jahre Hand in Hand gearbeitet. Doch jetzt droht dieser Frieden zu brechen.“

Eine Stille, wie Caesar sie in diesem Studio noch nie erlebt hatte, kehrte ein ohne, dass er etwas dafür tun musste. Er kannte die Information bereits, aber dass sie eine derartige Schockwelle hinterlassen würde, überrascht ihn trotzdem. „Würden Sie uns das genauer erklären, Präsident Snow?“
“Eine Reihe von Terrorristen, die unter dem Decknamen ‚Distrikt Dreizehn‘ handeln, haben die Arena angegriffen und einige unserer Sieger entführt.“

„Distrikt Dreizehn?“ Snow hatte Caesar im Sommer bereits erklärt, dass der Distrikt nicht so ausgelöscht war, wie er eigentlich sein sollte. Vermutlich hatte Valerius ihm geraten mit dieser Information nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.
“Wir vermuten, dass sie diesen Namen wählen, um die Angst und den Schrecken der Dunklen Tage wieder aufleben zu lassen. Sie bedienen sich feiger Mittel, um unser Land zu entzweien und beschmutzen damit den Namen Aller, die für unseren Frieden gestorben sind.“

„Das sind … schlimme Neuigkeiten. Und was sind ihre Forderungen?“
“Es wurden keine öffentlichen Forderungen formuliert. Wir müssen momentan annehmen, dass sie keine politischen Motive haben und aus einem Eigennutz handeln, der sich uns nicht erschließt.“

„Also ein Akt des Terrors“, schloss Caesar aus den Worten des Präsidenten. „Was raten Sie den Bewohnern unseres Landes? Müssen sie sich Sorgen machen abends das Haus zu verlassen oder ihre Kinder auf der Straße spielen zu lassen?“
“Nein, auf gar keinen Fall. Wir werden die Friedenswächter in den Distrikten verstärken und erwarten Mithilfe von jedem, der etwas Auffälliges bemerkt. Wir werden ihr Spiel der Angst nicht mitspielen.“

„Und was würden Sie den Angreifern sagen, wenn Sie die Chance dazu hätten?“
“Panem wird sich keiner Handvoll Leute beugen, die alles zerstören wollen, wofür wir gekämpft haben. Wofür wir täglich arbeiten. Die Distrikte stehen unter dem Schutz des Kapitols und wir werden das Leben jedes einzelnen Bewohners verteidigen. Dazu zählen auch die Sieger, die sich in deren Gewalt befinden. Wir werden sie finden, Caesar und mit der gleichen Macht zurückschlagen, um die, die wir beschützen, zu retten.“

„Panem heute.“

“Panem Morgen.“

PANEM. FÜR IMMER, schmetterte ihnen das Publikum entgegen, das aus seiner Starre erwachte und nun komplett auf den Beinen war, die Hand auf dem Herzen.

„Spielt die Hymne. Jetzt“, sagte Caesar leise, der die Situation sofort umzusetzen wusste, in sein Mikrofon und einen Moment später ertönte Panems Nationalhymne glockenhell durch das Studio, jeden Fernseher im Kapitol und in den Distrikten. Der Präsident nickte zustimmend und erhob sich schließlich ebenfalls, zusammen mit dem Moderator, von seinem Platz, um dem Stück seinen Respekt zu zollen.

Als die letzten Töne verklungen waren reichte Caesar dem Staatsoberhaupt die Hand. „Vielen Dank, Präsident Snow, dass Sie heute bei uns waren. Jetzt können alle unbesorgt einschlafen, weil sie wissen, dass morgen immer noch Frieden herrscht!“

Snow ergriff seine Hand und lächelte sein mysteriöses, großväterliches Lächeln. “Und ich werde den Frieden wahren, Caesar.“ Dann schaute er direkt in eine der Kameras. “Um jeden Preis.“

Und mit einem weiteren Lächeln und Gruß in die Menge verließ er unter Applaus die Bühne, wo er nicht zurück in den Aufenthaltsbereich ging, sondern zu Primrose, wo er sich neben ihr auf das Sofa setzte.

„Das waren harte Neuigkeiten, aber ihr habt alle den Präsidenten gehört; Es besteht kein Grund zur Sorge und deeeeeeswegen …“, er machte eine weitere Kunstpause, um das Publikum wieder einzufangen, „begrüßen wir gleich nach der Werbung unsere Sieger… unser tragisches Liebespaar aus Distrikt Zwölf… Katniiiiiiss Everdeen und Peeta Mellark. Und lasst euch von ihren Hochzeitsplänen überraschen!“

Die Worte verfehlten ihre Wirkung keinen Millimeter. Sofort war die triste Stimmung vergessen und wildes Geschnatter erfüllt den Saal, während Caesar winkend die Bühne verließ. Clarice nahm ihn in Empfang und drückte im bereits ein Glas Wasser in die Hand. Caesar nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. „Das ist ja Wasser“, sagte er empört und seine Visagistin grinste ihm entgegen, bevor sie das Glas in seiner Hand durch Eines mit Martini ersetzte.

Der Moderator war angewiesen das Interview mit dem Präsidenten ernst zu halten. Der Palast wollte nicht, dass die Nachricht ins Lächerliche gezogen wurde, auch nicht aufgelockert. Sie war nun einmal, wie sie war: ernst.
Aber der zweite Teil der Show sollte das Volk wieder auf Kurs bringen und wer war dafür wohl besser geeignet als der Mann, der wusste wie er aus einem geisteskranken Massenmörder einen heiligen Wohltäter machen konnte?

Die Zeit während der Pause verbrachte Caesar damit kurz seine Lieblingsnichte anzurufen. Zu seiner Schwester Juna hatte er stets ein gutes Verhältnis gehabt und war wie ein Ersatzvater für ihre Kinder geworden, als ihr Mann vor zehn Jahren gestorben war. Mittlerweile hatte seine Nichte zwar eine eigene Familie, aber sie war immer das Nesthäkchen gewesen und Caesar fühlte sich nach wie vor für sie verantwortlich.

Aber sie versicherte ihm, dass sie die Nachricht zwar getroffen hatte, aber sie an das Kapitol und den Palast glaubte. Sie würde sich keine Sorgen machen und ganz bestimmt jetzt ihr Leben deswegen nicht einschränken. Der Präsident würde das natürlich regeln und solange Caesar dem Land zeigte, wie man am besten Lachte, könne ja ohnehin nichts schiefgehen.

Nachdem er sich in die zweite Sendezeit verabschiedet und aufgelegt hatte, trat er mit einem Schmunzeln zurück in den Ready-Room, wo bereits Katniss und Peeta wartete. „Ihr seht klasse aus“, lobte er mit einem strahlenden Lächeln. „Die Zuschauer werden begeistert sein!“ Er drückte kurz Katniss‘ Hand und dann begann der Kameraassistent auch schon wieder zu zählen.

Unter erneuten Trompeten ging er zurück auf die Bühne. „Willkommen zurück, Willkommen!“ Er verbeugte sich und winkte abwechselnd ins Publikum und in die Kameras bis die Musik verstummte.

„Seid ihr noch gut drauf?“, wieder grölte das Publikum und manchmal überraschte es Caesar selbst wie naiv und leichtgläubig die Kapitoler waren. Der Präsident hatte ihnen gerade erzählt, dass womöglich ein Krieg bevorsteht, wenn auch in nette Worte verpackt, aber die Aussicht auf eine Siegerhochzeit ließ sie über all das hinwegsehen.

„Dann begrüßen Sie jetzt mit mir unsere Sieger … unser Lieblingspaar aus Distrikt Zwölf! … Katniss Everdeen und Peeta Mellark!“ Die Zuschauer rasteten förmlich aus, als die Beiden die Bühne betraten. Caesar lachte lauthals auf und nahm dann erst Katniss mit einem leichten Kuss auf die Wange und Peeta mit einem Handschlag in Empfang. „Setz euch, setzt euch“, sagte er und dirigierte beide zum Sofa, wo eben noch der Präsident gesessen hatte. Vom Platz der Sieger aus konnte man genau das Sofa sehen, wo Snow jetzt mit Primrose saß und sich mit ihr unterhielt, während beide einen Teller mit Schokoladenkuchen vor sich hatten.

„Ich glaube“, begann Caesar, „ich spreche für jeden einzelnen hier im Studio, wenn ich sage, dass ich froh bin euch beide wieder hier zu sehen. Zusammen. Wie geht es euch?“

Eine Frage zur Auflockerung. Doch dann schnitt er direkt das eigentliche Thema an. „Als die Lichter in der Arena ausgingen … da hat mein Herz einen Schlag ausgesetzt. Gibt es hier noch jemanden, dem es so ergangen ist?“ Einige aus dem Publikum klatschen und riefen ihre Zustimmung. „Peeta, was ist dir durch den Kopf gegangen, als dieses Hovercraft aufgetaucht ist?“

Neugierig hörte er zu, was Peeta zu Sagen hatte. Der Junge gefiel ihm. Er wusste immer, was er sagen sollte und wie er sich ausdrücken musste – genau wie er selbst. „Katniss, als Wiress plötzlich durchdrehte und Peeta gewürgt hat. Wie hast du dich dabei gefühlt?“

Auch diese Antwort hört er sich interessiert an und sein Lächeln wurde immer verträumter. Er beugte sich nach vorne und Griff erneut Katniss‘ freie Hand, um sie freundschaftlich in Seiner zu halten. „Wir haben gehört, was ihr füreinander empfindet“, er seufzte, „aber alle hier sind besorgt. Katniss, wie geht es dem Baby?“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Katniss Everdeen am So 8 Okt - 19:28:36

4. Dezember im Jahr der 75. Hungerspiele
19:55 Uhr
Caesar Flickermann, Peeta Mellark, Katniss Everdeen (& Coriolanus Snow)

Der tosende Applaus, als Caesar die Bühne betrat, dröhnte Katniss in den Ohren, riss sie zum ersten Mal seit langen Miuten aus ihrer Starre und sie richtete sich wieder etwas in dem Stuhl auf, in welchem sie zusammengesunken war. Irgendwann hatte ihre Stylistin sie ermahnt, sie solle die Schultern hoch nehmen, doch Katniss hatte sie vollkommen ignoriert. Auch den Ausspruch, dass sie da saß, wie ein Kerl, ließ sie über sich ergehen, ohne darauf zu reagieren. Es war ihr egal. Ihr Herz raste. Unter der dicken Make up Schicht in ihrem Gesicht schwitzte sie unerträglich und ständig hüpfte jemand um sie herum, um sie "nachzupudern". Mit einer ungeduldigen Handbewegung fuchtelte sie die Assistentin wieder weg. Hatte keine Nerven für dieses Herumgehüpfe.

Katniss hasste das. Sie hasste den Autritt im Fernsehen. Man hatte ihr gesagt, es würde leichter werden, je öfter man vor der Kamera stand, aber das stimmte nicht. Überhaupt nicht. Ihre Hände zitterten und sie wischte den kalten Schweiß an dem Kleid ab, in das man sie gezwungen hatte. Es brachte nichts. Der Stoff war glatt wie ein Spiegel und nahm nichts von der grässlichen Feuchtigkeit auf.

Peeta war ruhig. Sie wünschte sich, sie könnte seine Ruhe haben. Aber so vieles brodelte in ihr... Nicht nur die Aufregung. So viel Wut, so viel Verwirrung.

Als Snow die Bühne betrat, verfinsterte sich ihre Miene abrupt. Er trat dort hinaus, um den Bewohnern Panems das gleiche zu erzählen, wie er ihnen erzählt hatte. Und sie konnte keines seiner Worte glauben. Sie konnte niemandem irgendetwas glauben. Sie waren freiwillig hier. Katniss schnaubte, ohne den feindseligen Blick von der Bühne zu nehmen. Ja, natürlich. Als ob Snow sie mit Prim und Peeta einfach davon spazieren lassen würde. Er war verdammt gut darin, einem keine Wahl zu lassen... Und viele glaubten ihm auch noch, sie hätten eine. Diese ganzen Menschen, die da im Publikum saßen und ihm zujubelten... Sie alle glaubten ihm.

Katniss nicht. Er hasste sie. Und sie hasste ihn. So lief das zwischen ihnen. Sie waren nicht hier aus Güte. Sondern um einen Zweck zu erfüllen. Und danach... Was danach passierte, wusste sie nicht. Vielleicht konnte sie wenigstens Peeta und Prim rausbekommen. Und bis dahin... Bis dahin musste sie tun, was sie konnte.

Als der erste Teil der Show vorbei war und eine Werbepause eingeblendet wurde, wurden sie beide hochgescheucht und in den Raum direkt vor der Bühne gebracht. Katniss stolperte einmal fast über ihr Kleid und hielt sich an Peetas Schulter fest. "Entschuldige...", murmelte sie, verfluchte diese furchtbaren Schuhe, in denen ihr jetzt schon die Füße weh taten.

In dem Vorbereitungsraum trafen sie auf Caesar, der sie mit einem breiten Lächeln begrüßte, das ansteckend hätte sein können. Unter anderen Umständen. Aber leider trafen sie nunmal nie unter anderen, sprich, besseren Umständen auf ihn. „Ihr seht klasse aus!“, freute er sich und Katniss nickte zurückhaltend, zwang sich, zu einem Lächeln und erwiderte den Druck seiner Hand zaghaft.

Dann ging es auch schon rasant weiter und Katniss Herz schlug ihr bis zum Hals, als Caesar zurück auf die Bühne trat. Suchte nach Peetas Hand und drückte sie fest, als sie auf die Bühne gerufen wurden.

Der Applaus war noch viel betäubender als vorhin und das grelle Bühnenlicht stach grässlich in ihre Augen. Dennoch lächelte sie tapfer und winkte in Richtung des Publikums, das sie nichteinmal wirklich sehen konnte und dem hellen Licht. Caesar begrüßte sie erneut, diesmal überschwänglicher, doch dieses unangenehme Ritual war ihr schon eingetrichtert worden und sie erwiderte den Kuss auf die Wange des Moderators.

Sie folgten der Aufforderung und setzten sich auf das Sofa. Und als Katniss den Blick hob, entdeckte sie hinter der Bühne Prim. Einen Moment lang abgelenkt konnte sie nur dort hin starren. Wie sie da saß. Unschuldig. Und Snow neben ihr. Wie ein Wolf im Schafspelz...

„Ich glaube, ich spreche für jeden einzelnen hier im Studio, wenn ich sage, dass ich froh bin euch beide wieder hier zu sehen. Zusammen. Wie geht es euch?“

Katniss hatte den ersten Teil der Frage nur wie durch Watte gehört, doch zwang sie sich, sich wieder auf Caesar zu konzentrieren. Ein irritierter Blick ins Publikum folgte. Sie waren froh, sie wieder zu sehen? Nachdem man sie zum sterben in eine Arena geschickt hatte, von der sie niemals hätten zurückkommen sollen? Meinte er das? Das zornige Zucken ihrer Mundwinkel überspielte sie mit einem falschen Lächeln, oder versuchte es zumindest. Versuchte, nicht mit ihren Gedanken herauszuplatzen. Ihr wurde übel.
"Wir natürlich auch, Caesar", presste sie hervor unter dem falschesten Lächeln, dass sie jemals über sich hatte bringen müssen und drückte Peetas Hand unbewusst fester.

Caesar begann, von der Arena zu sprechen, vom Zeitpunkt, als die Lchter ausgingen und richtete an Peeta eine Frage. Stumm wartete sie. Unbewusst ging ihr Blick wieder zurück zu Prim, doch schien es ihr gut zu gehen...

„Katniss"
Katniss fuhr aus ihren Gedanken hoch, als sie angesprochen wurde. "Hm?", machte sie reflexmäßig und sank sofort peinlich berührt etwas in dem Sofa zurück, doch Caesar überging ihren Stolperer professionell. "Als Wiress plötzlich durchdrehte und Peeta gewürgt hat. Wie hast du dich dabei gefühlt?“

Schwer schluckte sie. Wiress... Sie hätte nie geglaubt... Und was da passiert war... "Es war schlimm", gab sie zu, musste nicht das geringste bisschen schauspielern, ließ das Zittern in ihrer Stimme einfach zu. "Ich hab nur..." Sie stockte. Wusste nicht, was sie sagen sollte. Blickte hilfesuchend zu Peeta: "Peeta hätte dasselbe für mich getan."

Caesar nickte und beugte sich plötzlich vor, griff nach ihrer Hand und Katniss senkte den Blick. Hoffte, dass er das Zittern nicht spürte, aber das bezweifelte sie. Doch ließ er sich wenn dann nichts anmerken, fuhr nur fort: „Wir haben gehört, was ihr füreinander empfindet, aber alle hier sind besorgt."
Unsicher blickte sie wieder auf.
"Katniss, wie geht es dem Baby?“

Einen Moment lang stockte sie irritiert, bis es ihr wieder einfiel. Unter allem, was geschehen war, hatte sie fast vergessen, was sie da ins Rollen gebracht hatten im schwachen Versuch damals, die Spielemacher zum absagen der Spiele zu bewegen. Und Trotz mischte sich plötzlich unter ihre Gedanken... Was glaubten die denn, wie es einer Frau, die wirklich schwanger wäre, in der Arena gehen würde?! Sollten sie ersticken an ihren Entscheidungen. Die standen doch auf dramatische Geschichten, oder? Das Zittern ihrer Glieder musste sie nicht einmal spielen. Und den Zorn, die Wut über ihre Hilflosigkeit nutzte sie, um das Gesicht traurig zu verziehen und mit brüchiger Stimme leise zu hervorzupressen: "Ich hab es verloren..."

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ein erschrockenes Raunen erfüllte die Luft des Studios und mit grimmiger Zufiedenheit merkte sie, wie sogar eine dicke Träne über ihre Wangen rollte. Ein kurzer Blick zu Prim hatte genügt. Der Gedanke an ihre Mutter, die vermutlich tot war.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Peeta Mellark am So 15 Okt - 17:51:26

4. Dezember im Jahr der 75. Hungerspiele
19:55 Uhr
Caesar Flickermann, Peeta Mellark, Katniss Everdeen (& Coriolanus Snow)

„Ich finde, die Krawatte sitzt ein bisschen eng...“, stellte die junge Frau mit der gepuderten Perücke nachdenklich fest. Peeta hatte dem wenig entgegenzusetzen. Ihm kam es ohnehin vor, als würde ihm das Ding die Luft abschnüren, doch als die Visagistin die Krawatte lockerte, merkte er, dass das Gefühl wohl nicht von zu enger Kleidung herrührte.
Er warf einen unauffälligen Blick auf Katniss, die immer wieder nervös mit den Händen über den Stoff ihres Kleids wetzte. Sie sah hübsch aus. Glamourös. Obwohl er sie immer noch am liebsten in dieser alten, für sie viel zu groß geratenen Lederjacke sah, in der sie immer um die Bäckerei geschlichen war – darauf bedacht, unauffällig auszuspähen, ob seine Mutter zu Hause oder die Luft rein war, um seinem Vater ein paar Eichhörnchen zu verkaufen.
Die selbe Bäckerei, von der heute nicht mehr als ein paar vom Ruß schwarz gefärbte Mauerreste übrig war.
“Eine Reihe von Terrorristen, die unter dem Decknamen ‚Distrikt Dreizehn‘ handeln, haben die Arena angegriffen und einige unserer Sieger entführt.“
Und seine Heimat dem Erdboden gleich gemacht, wenn der Präsident sie nicht belogen hatte. Peeta fragte sich, ob die Tatsache, dass Distrikt 12 toter war als Distrikt 13 allgemein bekannt war. Er hatte sich nicht getraut, jemanden danach zu fragen, aus Angst, dass ihnen ein falsches Wort eine Rückfahrkarte in ihre Zellen bescheren konnte, aber er vermutete, dass ihnen ein paar der vielen Menschen, die ihnen hier ständig versicherten, wie sehr sie ihr Schicksal berührt hatte, in diesem Fall längst ihr Beileid ausgesprochen hätten.
Immerhin waren ihre Familien abgesehen von Prim mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot.
“Eine Reihe von Terrorristen, die unter dem Decknamen ‚Distrikt Dreizehn‘ handeln, haben die Arena angegriffen und einige unserer Sieger entführt.“
„Distrikt Dreizehn?“
Peeta spitzte die Ohren und hielt die Luft an. Das war das Schlagwort, auf das er gewartet hatte.
“Wir vermuten, dass sie diesen Namen wählen, um die Angst und den Schrecken der Dunklen Tage wieder aufleben zu lassen. Sie bedienen sich feiger Mittel, um unser Land zu entzweien und beschmutzen damit den Namen Aller, die für unseren Frieden gestorben sind.“
So so... Oder sie hatten den Namen schlicht gewählt, weil sie aus Distrikt 13 stammten. Sein Blick klebte an dem Monitor, der das Gesicht des Präsidenten gerade in einer Großaufnahme brachte. Wie offen und ehrlich er wirkte. Als gäbe es nichts, was er dem Land verschweigen würde.
Seltsam. Nachdem sie offenbar die einzigen Tribute in der Arena gewesen waren, die nicht über diese verrückte Rettungsaktion Bescheid gewusst und ahnungslos von einem Spieler zum anderen geschoben worden waren, hatten sie nun offenbar dem Rest des Landes etwas voraus.
Nicht, dass das etwas an ihrer Rolle als Bauern ändern würde. In einem Spiel, das ihren Familien und allen ihren Freunden und Bekannten das Leben gekostet hatte. Weitere Bauernopfer. Und vermutlich wurden es mit jeder Stunde mehr.
Seine Hand ballte sich automatisch zu einer Faust und die junge Frau neben ihm unterbrach kurz ihre Arbeit, um ihn verwirrt anzusehen, bis er wieder sein übliches Lächeln aufsetzte.
„Die Manschettenknöpfe sind auch ein wenig eng, fürchte ich.“, fügte er erklärend hinzu und Allana versprach, sich darum zu kümmern, bevor sie wieder vollkommen zufrieden in ihrer Arbeit versank. Ob sie dem Präsidenten überhaupt zuhörte, während er von einem Krieg redete, der auch ihre kleine rosa Welt in Schmerz und Chaos versinken lassen konnte?
Es machte jedenfalls nicht den Anschein...
Über die pinke Perücke hinweg, versuchte er mit Katniss Blickkontakt aufzunehmen, ihr ein wenig Sicherheit zu schenken. So durch den Wind, wie sie aussah, war es schwer ihr die Lobeshymnen abzunehmen, die sie auf das Kapitol und den Präsidenten zu singen hatten. Zum Glück hatte man ihr auch schon früher immer ein bisschen angesehen, dass sie sich vor der Kamera nicht allzu wohl fühlte. Solange sie ihre Rolle spielte, würden die meisten Leute würden es für Lampenfieber halten, wenn ihr Lächeln nicht die Augen erreichte oder sie verkrampft mit den Fingern an ihrem Kleid herumnestelte. Die meisten Leute kannten sie eben nicht so gut, wie er es tat.
Wenn sie ihre Rolle spielte. Doch das würde sie. Das musste sie. Für Prim.
Peeta dachte an ihren schicksalhaften Auftritt in Distrikt 11 und bekam ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Er liebte ihre Ehrlichkeit. Ihre Impulsivität. Aber heute durften sie sich keine Ausrutscher leisten.
Langsam stand er auf und schritt auf sie zu, legte ihr kurz den Arm um die Hüfte, als sie in Richtung Bühne gelotst wurden. Er würde alles tun, um ihr diesen Auftritt so einfach wie möglich zu machen. Keine Überraschungen mehr. Haymitchs listige Ideen und Ratschläge gehörten ohnehin auch der Vergangenheit an.
Ob ihr Freund und Mentor überhaupt noch lebte? Vermutlich würde er in ein paar Sekunden bereuen, dass er sie nicht einfach in der Arena hatte verrecken lassen. Peeta zwang sich den Gedanken beiseite zu schieben. Darüber durfte er gar nicht erst nachdenken. Das hier war auch so schon schwierig und kompliziert genug.
Überraschend wurde er an der Schulter nach unten gezogen.
"Entschuldige...", murmelte Katniss, während er versuchte, möglichst sicher und elegant sein Gleichgewicht zu halten. Diese furchtbare Prothese. Manchmal vergaß er fast, dass er vom Knie abwärts nur ein Bein hatte. Glaubte, seine Füße beide spüren zu können. Und dann brachte ihn schon so eine Kleinigkeit aus dem Tritt.
„Das mache ich doch ohnehin gerne.“
Mit einem kleinen Lächeln und möglichst galant hielt er ihr seinen Arm hin, um sie das letzte Stück zur Bühne ganz offiziell zu begleiten. Ein Glück, dass sie diese Outfits nicht in der Arena tragen hatten müssen – dann würden sie heute garantiert nicht hier stehen. Katniss hätte es in diesen mörderischen Schuhen vielleicht nicht einmal rechtzeitig von der Startposition geschafft und er hätte sich mit der Krawatte an dem ersten Baum aufgehängt, an dem er blind und panisch vorbeilaufen hätte wollen.
„Ihr seht klasse aus“, stellte Caesar fest und hatte damit nicht ganz unrecht. Wer hätte vor ein paar Tagen gedacht, dass man all die Narben, Wunden und Knochen, die sich direkt unter ihrer Haut abgezeichnet hatten, so gut weg schminken konnte.
„Die Zuschauer werden begeistert sein!“
Seltsamerweise glaubte Peeta ihm das sogar. Es war erstaunlich, wie viele schlechte Nachrichten diese Leute schlucken und trotzdem unberührt weiter jubeln konnten. Manchmal fragte er sich, ob die Kapitoler überhaupt wussten, was um sie herum vorging und das machte ihn ärgerlich und besänftigte ihn zugleich. Wie konnte man nur so blind und unkritisch durchs Leben gehen? Andererseits war es schwierig, wütend auf jemanden zu sein, der sich nicht absichtlich falsch verhielt. Sie wussten es einfach nicht besser. Grell gekleidete Kleinkinder, die in den Farbtopf gefallen waren.
Nervös zog er Katniss ein Stück näher an sich heran, während Caesar auch schon wieder auf die Bühne hechtete, um sich vor die Kamera zu werfen.
„Wir kriegen das schon hin.“, versicherte Peeta ihr und lächelte vorsichtig. „Gemeinsam.“
„Dann begrüßen Sie jetzt mit mir unsere Sieger … unser Lieblingspaar aus Distrikt Zwölf! … Katniss Everdeen und Peeta Mellark!“
Er nickte ihr kurz zu und betrat dann als erster von ihnen beiden die Bühne, winkte dem Publikum und lächelte in die Kamera, bevor er Caesar die Hand reichte und seiner 'Verlobten' galant den Arm anbot, während sie sich in diesen wackeligen Schuhen auf die Couch niederließ.
Dass Prim im Publikum saß, war ihm nicht entgangen, aber er schenkte ihr nicht mehr als ein kurzes Zwinkern, konzentrierte sich lieber auf den Moderator, dessen Interview über das Schicksal des Mädchens entscheiden würde.
Auch wenn er das nie vor Katniss laut ausgesprochen hätte, aber er war ganz dankbar, dass sie ihre Schwester offenbar die ganze Übertragung lang vor der Nase haben würden. Das mochte grausam sein, aber so würden sie nie – auch nicht einen kleinen Moment lang – vergessen, was sie tun und sagen mussten. Außerdem war es eine Erleichterung zu sehen, dass es ihr gut ging. Sie wirkte entspannt und der Kuchen schien ihr zu schmecken.
„Ich glaube, ich spreche für jeden einzelnen hier im Studio, wenn ich sage, dass ich froh bin euch beide wieder hier zu sehen. Zusammen. Wie geht es euch?“
„Aber ich glaube, immer noch eine Spur weniger als wir.“
Gröhlendes Gelächter. Er hatte schon fast vergessen, WIE einfach dieses Publikum zu unterhalten war. Aber das war gut. Das machte es ihnen einfacher, die Rollen zu spielen, die man ihnen zugeteilt hatten.
"Wir natürlich auch, Caesar", bestätigte Katniss höflich. Er war sich ziemlich sicher, dass niemand außer ihm die Anspannung in ihrer Stimme hören konnte. Ihr Lächeln war dasselbe, das sie in allen ihren öffentlichen Auftritten zur Schau stellte. Reizend, wunderschön, aber ohne diesen ganz besonderen Zauber und die Wärme, die ihr seltenes, echtes Lächeln ausstrahlte.
„Uns geht es sehr gut.“, plauderte er los, um seine Freundin von der unangenehmen Aufmerksamkeit zu befreien. „Wir genießen die wunderbare Gastfreundschaft des Kapitols und sind dankbar für jeden Tag, den wir hier gemeinsam verbringen dürfen.“
Er küsste Katniss' Hand die in seiner lag, lehnte sich dann allerdings wieder Caesar entgegen, während er auf die nächste Frage wartete, die bestimmt kommen würde. Darauf, dass das Thema ungemütlicher wurde.
„Als die Lichter in der Arena ausgingen … da hat mein Herz einen Schlag ausgesetzt. Gibt es hier noch jemanden, dem es so ergangen ist?“
Auch Peeta machte ein nachdenkliches Gesicht und nickte. Das war nicht einmal gelogen, nur dass ihnen vermutlich ganz andere Gedanken durch den Kopf gejagt waren, als all diesen naiven Menschen hier im Saal. Was bedeutete das? Was bedeutete das für sie? Würden sie jetzt sterben? Würden sie leben?
„Peeta, was ist dir durch den Kopf gegangen, als dieses Hovercraft aufgetaucht ist?“
„Das erste, was ich gedacht habe, war – haben die, die Regeln für das Festmahl jetzt etwa wieder geändert?“
Lachen. Lachen war immer gut. Er setzte sein verlegener-netter-Junge-von-nebenan-Gesicht auf und zuckte hilflos mit den Schultern.
„Es ging immerhin um das Jubel-Jubiläum, es sah nach einem ganz besonders ausgeklügelten Event aus. Aber dann gingen die Schreie los...“
Seine Miene verdüsterte sich, als wären die Erinnerungen daran schmerzhaft – was sie in gewisser Weise auch waren.
„Wir haben gesehen, wie sie die anderen Tribute eingefangen haben. Es war schrecklich...“ Zu wissen, wie nahe man der Freiheit gewesen wäre, zu spüren, wie man sie mit den Fingern zu fassen bekam, nur um sie im nächsten Moment wieder zu verlieren. Er schüttelte den Kopf.
„Da haben wir natürlich die Beine in die Hand genommen und versucht so schnell wie möglich von dort abzuhauen. Zum Glück waren die Friedenswächter schnell zur Stelle, um uns zu retten... Wer weiß, was mit unseren Kollegen gerade passiert – wo auch immer sie sein mögen.“
Das fragte er sich allerdings tatsächlich.
Haymitch.
Wenn er nur wüsste, ob es ihrem grummeligen alten Mentor gut ging.
Im Saal herrschte betretenes Schweigen, bis Caesar wieder das Gespräch übernahm.
„Katniss, als Wiress plötzlich durchdrehte und Peeta gewürgt hat. Wie hast du dich dabei gefühlt?“
Automatisch fuhr Peeta mit den Fingerspitzen über den Hals, über die mittlerweile gelb gewordenen Blutergüsse, die unter der dicken Schminke versteckt waren. Er konnte sie noch spüren. Die dünnen Finger, die sich wie ein Schraubstock um ihn gelegt und ihm beinahe den Adamsapfel zerquetscht hätten. Erinnerte sich an die Verzweiflung, mit der er versucht hatte, den Griff zu lockern.
An die Explosion. Die Hirnmasse und das Blut in seinem Gesicht. Er fragte sich, ob die Kameras das auch eingefangen hatten. Ob es ausgestrahlt worden war. Das konnte er sich fast nicht vorstellen. War der Strom nicht ausgefallen gewesen?
"Es war schlimm. Ich hab nur..."
Die Hilflosigkeit in ihrem Blick tat ihm beinahe mehr weh, als die Erinnerung an das Gefühl zu ersticken.
"Peeta hätte dasselbe für mich getan."
Er nickte und legte seinen Arm um Katniss, zog sie näher an sich heran.
„Du hast nichts Falsches getan.“, tröstete er sie. Nicht, dass Katniss Wiress umgebracht hätte. Aber selbst wenn, hätte man ihr in diesem Szenario wohl kaum einen Vorwurf machen können. „Du hast mir das Leben gerettet. Wieder einmal. Ich wüsste gar nicht, wie ich ohne dich leben sollte...“
Peeta lehnte seine Wange gegen ihren Scheitel und küsste sie auf den Haaransatz.
Ein leises, entzücktes Raunen ging durch die Reihen des Publikums.
„Wir haben gehört, was ihr füreinander empfindet...“, unterbrach Caesar diesen Moment der Innigkeit nach ein paar Sekunden wieder. „... aber alle hier sind besorgt. Katniss, wie geht es dem Baby?“
Das Baby.
Es kostete ihm all seine Ruhe und Energie, sich den Schreck nicht anmerken zu lassen. Darüber hatten sie nicht gesprochen! Wie unglaublich dämlich! Aber über die Arena, die Folter und den Hunger, über all dem, was ihnen der Präsident eröffnet hatte, hatte er einfach darauf vergessen.
Jetzt, da sie die Spiele überlebt hatten, würde auffallen, wenn ihr Bauch nicht zu wachsen anfing, wenn sie nicht...
"Ich hab es verloren..."
Die Worte erfüllten ihn mit einer seltsamen Traurigkeit. Es gab kein Baby. Es hatte nie eines gegeben. Sie hatten ja nicht einmal... das würde Katniss bestimmt nicht wollen... und trotzdem.
Er machte eine betrübte Miene, mied den mitleidigen Blick des Moderators.
„Vermutlich die Strapazen der Flucht vor dem Hovercraft.“, stellte er leise fest. Dem Präsidenten würde bestimmt nicht gefallen, wenn seine heilige Arena mit einem fiktiven toten Fötus verunglimpft wurde. „Wir haben uns so darauf gefreut, als wir... Als klar wurde, dass wir wieder überlebt hatten. Gemeinsam. Und dann...“
Seine Stimme brach weg...
Als würde dieses erfundene Kind ein Leben symbolisieren, das sie nie haben würden. Sie wurden zum Tode verurteilt. Sie überlebten. Dann wurden sie wieder zum Tode verurteilt und überlebten ein weiteres Mal. Nur, um als Figuren in einem Spiel zu fungieren, dass sie mit ziemlich großer Sicherheit auch nicht überleben konnten.
Alles, was er wollte, war Katniss beim alt werden zuzusehen. Am liebsten natürlich direkt an ihrer Seite, doch, wenn sie das nicht wollte, auch aus der Ferne. Er wollte sie einfach nur glücklich sehen. Dafür brauchten sie weder Reichtümer, noch Macht, noch politischen Einfluss. Sie wollten einfach nur in Frieden leben. In einem Distrikt, in dem es nichts mehr außer verkohlte Leichen gab, die einst ihre Freunde und Verwandten gewesen waren. Leute, von denen sie Milch oder Eier gekauft hatten. Lehrer, die sie unterrichtet hatten oder auch Trinker, die jeden Abend auf der Straße liegen geblieben waren. Menschen, die es jetzt nicht mehr gab.
Ein Traum, der längst zerplatzt war.
Sie konnten nur darauf hoffen, so lange wie möglich zu schwimmen. So spät wie möglich in dem Sumpf zu ertrinken, in den sie unfreiwillig hineingezogen worden waren.
„Wir sind unglaublich traurig deswegen.“ Er drückte – gut für die Kamera sichtbar – Katniss' Hand. „Aber wir versuchen, uns auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Auf das gemeinsame Leben, das wir noch führen können.“
Er machte eine kurze Pause, versuchte seine Worte klug zu wählen.
„Das ist das Wichtigste, denke ich. Ein Leben zu haben, das man mit den Menschen teilen kann, die man liebt. Ein Geschenk, das man nicht wegwerfen sollte. Für nichts und niemanden.“
So sehr er das Kapitol und seinen Präsidenten auch verachten mochte. Es war undenkbar, dass ein Krieg die Situation der Distrikte verbessern würde. Ganz im Gegenteil. Der letzte Krieg hatte die Hungerspiele gebracht. Wer wusste schon, welches Grauen der Präsident diesmal für sie in der Hinterhand hatte?
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mo 16 Okt - 22:22:07

4. Dezember im Jahr der 75. Hungerspiele
20:17 Uhr
Caesar Flickermann, Peeta Mellark, Katniss Everdeen

Ungeduldig wartete Caesar bis Katniss und Peeta Platz genommen hatten und beobachtete dabei kurz ihre Gesichter auf den riesigen Bildschirmen, die überall auf der Bühne aufgestellt waren. Die Leinwände zeigten abwechselnd das aktuelle Geschehen, dann wieder Portraits der beiden Sieger, das Wappen des Kapitols und hin und wieder einmal Werbung von „Capitol Colours“. Es gab also eine neue Hautfarbe? Weiß wurde jetzt angepriesen, um ‚für eine Hochzeit angemessen gekleidet‘ zu sein. Passend dazu hatte Emidio Young ein Implantat entworfen, das einem direkt in die Iris eingesetzt wurde, wodurch es aussah, als ständen diese in Flammen.

Als der Applaus immer noch nicht verklingen wollte hob Caesar schließlich mit einem auffordernden Lächeln die Hand und wandte sich dann seinen beiden Gästen zu, um ihnen seine Freunde darüber, sie heute hier zu sehen, ausdrückte.
„Aber ich glaube, immer noch eine Spur weniger als wir“, antwortete Peeta mit geübtem Lächeln und die Reaktion des Publikums folgte auf dem Fuße. Caesar stimmte lauthals in das Lachen mit ein und nickte bestätigend. „Natürlich, Peeta!“  
Und nachdem auch Katniss ihre Freude über das Wiedersehen bekundet hatte, fragte Caesar im Namen aller Zuschauer nach ihrem Befinden. Ganz Panem sollte wissen, dass es ihrem Lieblingspärchen ausgezeichnet ging, was Peeta mit seiner Aussage sofort untermauerte: „Uns geht es sehr gut“, erklärte er und verfiel dann in einen leichten Plauderton, als er von ihrer Zeit hier in der Hauptstadt erzählte. „Nein, Peeta. Wir sind dankbar dafür, dass ihr bei uns seid. Nicht wahr?“ Die letzte Frage stellte er in den Zuschauerraum, wo zustimmendes Gemurmel und leichter Applause die Runde macht. „Nicht wahr?“, wiederholte Caesar nun deutlich enthusiastischer, um das Publikum aufzuheizen. „Leute, das könnt ihr doch besser!“ Und es folgten wildes Geklatsche, Jubelrufe und Pfiffe.

Schließlich lenkte der Moderator das Gespräch auf das erste Thema des Abends und wollte von Peeta wissen, was er beim Auftauchen des Hovercrafts empfunden hatte. Seine Antwort entlockte Caesar und den Zuschauern wieder ein Lachen. „Nachdem die Regeln in euren ersten zweimal Spielen geändert wurden ist dieser Gedanke nur allzu verständlich“, stimmte Caesar verständnisvoll hinzu und das unschuldige Lächeln des Jungen sorgte dafür, dass auch jeder im Publikum seine Erklärung akzeptierte.
“Es ging immerhin um das Jubel-Jubiläum.“
„Oh, ja…“
“Es sah nach einem ganz besonders ausgeklügelten Event aus.“ Caesar beugte sich gespannt etwas nach vorne, um nicht ein Wort zu verpassen. „Und dann? Was ist dann passiert?“
“Aber dann gingen die Schreie los.“ Es wurde mucksmäuschenstill im Studio und jeder lauschte gebannt Peetas Geschichte und der Schmerz stand ihm, bei der Erinnerung ins Gesicht geschrieben. Auch Caesar hing an seinen Lippen, denn diesen Teil kannte er selbst noch nicht und umso ehrlicher war seine Reaktion, als er sich entsetzt die Hand vor den Mund schlug. „Das ist grauenvoll“, sagte er mit belegter Stimme, vergas aber diesmal das Publikum mitzunehmen. Aber das musste er auch garnicht, denn vereinzelt hatten die Bewohner der Hauptstadt angefangen zu Weinen und eine Frau in der ersten Reihe, die ein unglaublich kunstvoll aussehendes Schild mit der Aufschrift „Finnick, ich vermisse dich!!!“ in der Hand hielt, begann bitterlich in der teure Kleid ihrer Freundin zu Schluchzen, die ähnlich betroffen aussah.
„Peeta, das waren schlimme, aber ehrliche Worte. Danke dafür.“ Er nickte Peeta mit hängenden Mundwinkeln anerkennend zu. „Danke.“ Und dann wandte er sich den Zuschauern entgegen: „Ich bin mir sicher Präsident Snow wird alles menschenmöglich unternehmen, um unsere geliebten Sieger sicher zurückzubringen.“

Aber Caesar wäre nicht Caesar, wenn er die trübe Stimmung nicht nutzen würde, um sie noch weiter auszuschlachten. Und so fragte er Katniss nach ihren Gefühlen zum Angriff auf Peeta. Das war das erste, das die Spielmacher angeblich wieder gesehen hatten nachdem die Techniker die Kontrolle über die Kameras wiedererlangt hatte. Und dann flog der Kopf der Siegerin aus Drei in die Luft. Clarice war einem Herzinfarkt nahegewesen, als er es hier erzählt hatte, weil es ‚viel, viel zu nah‘ an ihrem geliebten Pärchen war. Dass die Explosion Peetas Leben gerettet hatte, ignorierte sie dabei.

Caesar wusste, dass die Übertragung im Fernsehen nicht wieder eingeschaltet wurde. Nein, er wurde inmitten einer Spa-Behandlung angerufen, dass er sofort auf Sendung gehen musste und sieben Minuten späte war er das auch gewesen. Nur mit einem Bademantel bekleidet aus der Wellnessoase im östlichen Stadtring. Er hatte von technischen Störungen im Kontrollraum erzählt und dann ganz kräftig die Werbetrommel für das hiesige Etablissement gerührt, wo auch schon der ein oder andere Sieger als Gast gewesen war. Er ging ja selbst davon aus, dass er nur kurz die Wartezeit überbrücken sollte. Was wirklich passiert war, zumindest den offiziellen Teil, hatte er erst erfahren, als das Script für die nächste Sendung auf seinem Tisch lag.

“Es war schlimm“, antwortete Katniss auf Caesars nächste Frage hin, wobei ihre Stimme so dünn war, dass ein Untertext auf den großen Bildschirmen eingeblendet wurde. Sie wirklich plötzlich klein und verloren auf dem riesigen Sofa. “Ich hab nur…“
„Ja, Katniss?“, hakte Caesar sofort nach.
"Peeta hätte dasselbe für mich getan." Wie zur Bestätigung ihrer Aussage zog Peeta seine Frau näher zu sich heran, um sie zu trösten und seine Worten ließen reihenweise Seufzer durch den Zuschauersaal regnen. Und auch Caesar fasste sich ergriffen an die Brust als er Katniss einen Kuss auf die Haare hauchte. „Peeta“, flüsterte er. „Das war … Das war wunderbar.“

Und schließlich erkundigte sich Caesar nach dem Beweis ihrer Liebe. Stress war Gift für eine Schwangere und er machte sie ehrlich Sorgen. Sie alle machten sie Sorgen.
Als Katniss eine Träne über die Wange rollte und ihre Unterlippe verräterisch zu Beben begann, ahnte Caesar bereits das Schlimmste. Und das bewahrheitete sich: “Ich hab es verloren...“
„Nein“, rief er gleichzeitig erschrocken und entsetzt und die Zuschauer reagierten ähnlich betroffen. Peetas Vermutung über den Grund kommentierte der Moderator bloß mit einem andächtigen Nicken.
„Wir haben uns so darauf gefreut, als wir... Als klar wurde, dass wir wieder überlebt hatten. Gemeinsam. Und dann...“ Peetas Stimme versagte ihm und sofort griff Caesar nach den Händen der beiden Leidtragenden, um sie zu drücken. „Bitte erlaubt mir euch im Namen von ganz Panem unser Mitleid auszusprechen“, bat er. „Es tut mir leid.“

„Wir sind unglaublich traurig deswegen.“
„Natürlich…“
„Aber wir versuchen, uns auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Auf das gemeinsame Leben, das wir noch führen können.“
„Und wir werden euch dabei unterstützen so gut wir es können. Was steht für euch jetzt im Vordergrund?“
„Das ist das Wichtigste, denke ich. Ein Leben zu haben, das man mit den Menschen teilen kann, die man liebt.“
„Ja, Peeta, das war schon immer das größte Geschenk.“
“Ein Geschenk, das man nicht wegwerfen sollte“, stimmte dieser sofort zu. “Für nichts und niemanden.“
„Peeta?“ Caesars Stimme klang plötzlich verwirrt. „Sagst du uns gerade, dass du Angriffe dieser Terroristen.. die Angriffe von ‚Distrikt Dreizehn‘ verurteilst.“

Nach diesem Thema schlich sich langsam wieder die gute Laune ins Caesars Gemüt und er fand, nachdem er das finstere Gesicht des Präsidenten gesehen hatte, dass die Stimmung wieder aufgepeppt werden musste. Er selbst hatte nichts gegen ein gepflegtes Drama einzuwenden aber der Auftrag des Abends war nun mal das Volk wieder aus Kurs zu bringen.
„Katniss?“, versuchte Caesar nun also mit zuckersüßer Stimme die junge Dame ihm gegenüber aus ihrem Schneckenhaus zu locken und ein süffisantes Grinsen zierte sein Gesicht. „Peeta hat uns vor ein paar Tagen gesagt, dass eine gewisse Hochzeit bereits stattgefunden hat. Bist du jetzt Mrs. Mellark oder ist Peeta Mr. Everdeen?“

Er hörte sich die Antwort geduldig an, schob aber dann sofort die nächste hinterher: „Wir alle waren wirklich traurig, dass ihr diesen Moment nicht mit uns geteilt habt.“ Er ließ sich zu einem Schmollmund hinreißen, den er schon vor Jahren vor dem Spiel perfektioniert hatte. „Und wir finden es schade, dass ihr kleinen Rahmen heiraten musstest. Und deswegen…“ Er machte eine kunstvolle Pause, in der er aufstand und sich direkt vor der Publikum stellte. „Habt ihr es möglich gemacht“, sagte er in die Menge. „Eure Gebete sind erhört worden, eure Geschenken stapeln sich bereits…“ Caesar genoss das Gefühl, dass die Menschenmasse vor ihm auch nach all den Jahren noch auslöste. Dieses Kribbeln in den Gliedern, das überschwemmende Gefühl von Stolz und ein bisschen Ehrfurcht. Das zusammen ergab einen Cocktail, der nicht nur betrunken sondern auch süchtig machte.

Er drehte sich wieder zu seinen beiden Gästen um. „Capitol TV, unsere Zuschauer und unser geliebter Präsident höchstpersönlich haben es möglich gemacht…“ Noch eine Pause. „Und eine Hochzeit für euch organisiert, die in die Geschichte eingehen wird. Einen dicken Applaus!“ Er selbst klatschte aufgeregt in die Hände, was durch das Mikrofon in seinen Fingern um das Zehnfache verstärkt wurde, aber schon den Bruchteil einer Sekunde später vom Publikum, das jetzt völlig ausrastete übertönt wurde.
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