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Caesar's Aufnahmestudio

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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Fr 25 Jul - 14:31:55

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:15 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman (& Aurora Stonem)
„Brutus! Was freut es mich, dich wieder zu sehen! Es fühlt sich schon so lange her an!“, rufe ich aus und tätschele ihn behutsam an die Schulter. Ich höre schnell damit auf, damit er nicht denkt, ich würde ihn wie einen Hund streicheln. Allein der Anblick seiner vielen Muskeln macht mich schon ganz beunruhigt. Aber ich weiß, dass er mir nie etwas tun würde.
„So alt bin ich seit unserem letzten Interview nicht geworden“, lacht er und schenkt und sieht kurz zu Aurora. „Ich bin immer noch topfit.“
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Worte mehr an meine Assistentin gerichtet sind, aber trotzdem antworte ich sofort lächelnd: „Das wird dir auch niemand vorwerfen!“
„Ich glaube nicht, dass ich das nötig habe. Ich sehe auch ohne Puder gut aus", meint er, als ich ihm anbiete, sich für die Kamera fertig machen zu lassen. Ich nicke zum Zeichen, dass es in Ordnung ist und er widmet seine Aufmerksamkeit wieder Aurora zu.
Anscheinend will er sich verabschieden, deswegen gehe ich schon einmal weiter vor ins Studio. Da sich meine Neugierde nicht ganz bändigen lässt, schaue ich noch einmal zurück und sehe, wie Brutus ihre Wange küsst. Ist zwischen ihnen etwas vorgefallen?
Schnell richte ich meinen Blick wieder nach vorne, weil ich sie nicht auffällig beobachten möchte, aber neugierig bin ich dennoch.
Als ich die Bühne betrete, auf der Brutus und ich gleich Live sein werden, verschwinden die Gedanken sofort und mein Strahlen wird breiter. Jetzt gelten meine Gedanken voll und ganz dem kommenden Interview.

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:30 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

Ich beginne die Show und kündige Brutus an. Als ich ihn als „den bislang erfolgreichsten Sieger in der Geschichte der Hungerspiele“ vorstelle, kann er sich nicht verkneifen zu sagen: „Nicht nur bislang, Caesar. Auch weiterhin werde ich es sein."
„Natürlich“, lache ich. „Die diesjährigen Hungerspiele versprechen besonders interessant zu werden!“

Brutus erzählt davon, dass er immer gerne im Kapitol ist. Das wissen wir natürlich alle, aber es zu hören ist einfach immer wieder erfreulich. Ich frage weiter nach seinen bisherigen Unternehmungen und er gibt als Antwort unzählige Termine an. „Diese aufzuzählen würde bereits die Sendezeit sprengen", beendet er, macht es sich aber in seinem Sessel gemütlich, als würde es ihn nicht stören, länger als nötig hier zu bleiben.
„Wie dumm von mir! Als so erfolgreicher Sieger ist man immer überall Willkommen“, lächele ich, was gleich zur nächsten Frage überleitet. Nämlich ob er noch irgendwelche Pläne bis zu seiner Rückkehr in Distrikt zwei hat.
„Ich wollte eigentlich diese Nacht ins Nightfever gehen, aber wie ich gehört habe, wurde es geschlossen. Da werde ich mir wohl einen neuen Club aussuchen müssen.“
„Ja, das ist sehr traurig. Das Nightfever war ein beliebter Nachtclub“, sage ich traurig nickend.
“Hast du einen Vorschlag, Caesar? Als angesehener Kapitolbewohner kannst du mich da am besten beraten“, fragt er interessiert.
„Wie vermutlich alle wissen, komme ich kaum zum Feiern, aber bei meinem Status kenne ich natürlich viele gute Clubs. Im Stadtzentrum gibt es einen guten, den High Dessert. Er ist bekannt dafür, dass er viele gute Desserts anbietet und verschiedene Tanzräume hat, die jedem Geschmack treffen. Ins Dance Flowers kommen nur Vips rein, da dürftest du keine Probleme haben. Außerdem sollen die Damen wohl ein Augenschmaus an sich sein“, ich hebe die Hände verteidigend, „nicht meine Worte, so heißt es. Ich war da allerdings auch schon ein paar Mal und es hat sich mehr als ausgezahlt. Die Cocktails im Hero sind unantastbar köstlich. Unvergleichlich mit allen anderen und der Club gönnt sich auch einen besonders guten Ruf“, lächele ich. „Ich hab schon öfters versucht, mir einen Cocktail nach Hause zu bestellen, aber leider, leider gibt es die nur im Clubinneren. Glücklicherweise gibt es auch eine kleine, ruhige Ecke für alte Hasen wie mir.“ Ich lache und merke, wie ich abgeschwiffen bin und komme schnell wieder zurück zur Frage. „Also du wirst sehen, alle drei Clubs sind besonders und empfehlenswert.“

Endlich kommen wir zum Jubel-Jubiläum und ich weiß, dass jeder Kapitoler jetzt gespannt lauscht, um kein Wort zu verpassen. Brutus und das Jubel-Jubiläum, das will bestimmt keiner verpassen.
„Eine wunderbare Idee des Präsidenten",antwortet Brutus sofort und ich liebe den Respekt in seiner Stimme. „Endlich wird der Sieger der Sieger auserkoren. Gleich zwei Mal ergibt sich die Chance für mich, meinen Distrikt würdig zu vertreten.“ Ich höre die Vorfreude, was meine Laune gleich noch zwei mal hebt.
„Jeder freut sich schon auf diese Spiele!“, stimme ich ihm zu. „Ich schätze, es ist kein Geheimnis, dass du auf den Wettlisten ganz oben stehst. Wen würdest du denn als gefährlich einschätzen? Oder eher als einen interessanten Gegner, auf den du dich freust?“
„Worauf freust du dich schon am meisten, wenn du an die Arena denkst?“
„Was machen die Spiele für dich so besonders?“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Brutus Cunningham (n.a.) am So 27 Jul - 19:16:01

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:40 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

Caesar erklärt gerade, welche Clubs er mir als Ersatz für das Nightfever vorschlagen würde. Die ganzen Namen habe ich bisher noch nie gehört, aber bei der Reaktion der Zuschauer müssen es wohl ebenfalls angesagte Clubs sein und nicht so eine Möchtegern-Bar. Caesar lacht schlussendlich laut auf und kehrt wieder zu meinem Lieblingsthema zurück – die Hungerspiele.

„Jeder freut sich schon auf diese Spiele!“ , sagt Caesar mit einem vorfreudigem Lachen. „Ich schätze, es ist kein Geheimnis, dass du auf den Wettlisten ganz oben stehst.“
„In der Arena werde ich meine Sponsoren auch nicht enttäuschen“, versichere ich den Zuschauern grinsend. Obwohl meine Fähigkeiten für den Sieg reichen werden, kann es nicht schaden, ein paar Sponsoren für mich zu gewinnen.

„Wen würdest du denn als gefährlich einschätzen?“ , fragt Caesar weiter.
Ich lehne mich wieder in meinem Sofa zurück und setze einen grimmigen Blick auf. „Ganz einfach, niemanden. Die meisten Sieger sind es gar nicht mehr wert, beachtet zu werden. Das Gesamtpaket muss passen und das ist bei mir der Fall“, erkläre ich selbstsicher. „Andere Sieger haben etwas im Kopf, andere an Kraft und andere vertrauen auf die Sponsoren. Bei mir kommen alle drei Eigenschaften zusammen.“
„Oder eher als einen interessanten Gegner, auf den du dich freust?“ , hackt er weiter.
Ich überlege kurz und grinse Caesar dann an. „Ich habe mir natürlich schon Gedanken über Verbündete gemacht. Distrikt eins wird höchstwahrscheinlich wie jedes Jahr dazu gehören. Von Distrikt vier brauchen wir dieses Jahr kein Bündnis zu erwarten. Odair wird sich eher alleine in der Arena rumschlagen, bis wir ihn finden und töten.“, lache ich und fahre direkt fort. „Sieger wie Adrian Rumlow aus Distrikt sieben wären vielleicht ein Gewinn. Er ist zwar nicht so stark wie ich, aber doch eine Zeit lang recht nützlich bis er nicht mehr gebraucht wird.“

„Worauf freust du dich schon am meisten, wenn du an die Arena denkst?“
Ich grinse wieder in die Kamera rein. „Ganz einfach, Caesar. Das Adrenalin. Wenn man in die Arena hochfährt und 60 Sekunden warten muss, bis man endlich wieder kämpfen kann. Und natürlich freue ich mich wieder alte Bekannte zu sehen, auch wenn es wohl nicht auf Gegenseitigkeit beruht“, lache ich und schaue wieder zu Caesar.

„Was machen die Spiele für dich so besonders?“ , fragt er weiter.
Ich kann nicht anders, als in Gedanken Caesar zu danken für diese Fragen. Er weiß genau, welche Fragen interessant für mich und den Zuschauern sind.
„Ich würde sagen, das Jagen der Tribute und die Spannung dahinter sind wohl das Besondere an den Spielen“, erkläre ich Caesar. „Als Zuschauer hat man einen Überblick über die Geschehnisse, aber als Tribut steht man alleine da. Genau das bringt den Adrenalinkick in sich. Natürlich genieße ich jedes Mal meinen Triumph nach einem Kampf aus. Ein Speer oder ein scharfes Messer in die Körper zu rammen und dann den Kanonenschuss zu hören.“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am So 27 Jul - 21:00:21

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:40 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

Ich bin hellauf begeistert und meine Laune hebt sich stetig. Das Publikum ist einfach klasse und solche Antworten bekommt man auch nicht alle Tage.
Gestern Finnick, heute Brutus, morgen Beetee. Was ein Spaß.
Man merkt Brutus einfach an, dass er es genießt, im Mittelpunkt zu stehen. Dass er zu so etwas geboren wurde. Und deshalb hat er auch eine natürliche Autorität und gerade diese spürbare Präsenz gestaltet das Interview so farbenfroh und lebendig.

Ich stelle Brutus ein paar Fragen und er gibt ausgezeichnete Antworten. Diese unerwartete Redegewandtheit ist eine der Sachen, die ich an Brutus liebe und schätze. Er ist eben nicht nur der brutale Karriero, er besitzt auch Köpfchen und das demonstriert er uns immer wieder.
„Andere Sieger haben etwas im Kopf, andere an Kraft und andere vertrauen auf die Sponsoren. Bei mir kommen alle drei Eigenschaften zusammen.“
Als er das ausspricht rutscht mir gleich raus: „Eine sehr schöne Antwort!“ Und dann frage ich auch schon weiter.
Ein Punkt seiner Antwort überrascht mich jedoch.
„Warum ist dieses Jahr nicht mit einen Bündnis mit 4 zu rechnen?“, kann ich es nicht darauf beruhen lassen. Es gab schon immer Gerüchte, dass Finnick und Brutus nicht miteinander auskommen. Ob das wohl daran liegt, dass beide heiß begehrte Sieger sind und aufeinander eifersüchtig sind? Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Brutus auf jemanden eifersüchtig ist, wenn er gleichzeitig ein so hohes Selbstwertgefühl hat. Sehr interessant ist jedoch, dass beide mir auf diese Frage eine ganz ähnliche Antwort gegeben haben. Das wird sich auf den Wettlisten bestimmt noch bemerkbar machen. Ich kann meine Gedanken nicht weiter ausführen, weil Brutus schon zu einer Antwort ansetzt.

Als ich ihn frage, worauf er sich schon am meisten freut, antwortet er mit Adrenalin.
“Wenn man in die Arena hochfährt und 60 Sekunden warten muss, bis man endlich wieder kämpfen kann. Und natürlich freue ich mich wieder alte Bekannte zu sehen, auch wenn es wohl nicht auf Gegenseitigkeit beruht.“ Er lacht dreckig, was mich nicht abschreckt, sondern mich faszinierend grinsen lässt. Wenn ich jetzt hier sitze und ihm beim Reden zuhöre, kommt mir das Gefühl hoch, dass er es schaffen wird. Dass er Sieger wird.
Das lässt mich kurz schlucken. Man kann es jetzt noch nicht wissen, immerhin gibt es dieses Jahr so viele gut ausgebildete Tribute. Alle wissen, was sie für den Sieg tun müssen. Und Brutus freut sich eben schon besonders darauf.

Schnell frage ich weiter, was die Spiele denn so besonders macht und er enttäuscht mich wieder mal nicht.
„Ich würde sagen, das Jagen der Tribute und die Spannung dahinter sind wohl das Besondere an den Spielen“, sagt er und erläutert das noch einmal genau. „Als Zuschauer hat man einen Überblick über die Geschehnisse, aber als Tribut steht man alleine da. Genau das bringt den Adrenalinkick in sich. Natürlich genieße ich jedes Mal meinen Triumph nach einem Kampf aus. Ein Speer oder ein scharfes Messer in die Körper zu rammen und dann den Kanonenschuss zu hören.“

Das lässt mich sofort aufhorchen und macht mich neugierig.
„Wenn du mit deinem Gegner kämpfst, was geht da in deinem Kopf vor? Denkst du über deine Schritte gezielt nach oder kommen sie ganz natürlich – oder schießt dir was ganz anderes durch den Kopf?“
„Und was denkst du in dem Moment, in dem du deinen Gegner besiegt hast?“

„Lass uns in eine andere Richtung gehen. Mit welchem Wort würdest du die Hungerspiele beschreiben?“ Mir fällt auf, wie lächerlich die Frage wirken könnte und setze schnell noch etwas an, bevor Brutus auch nur die Gelegenheit zum Antworten bekommt. "Du hast gesagt, dir gefällt das Adrenalin besonders, aber mit welchem Wort verbindest du die Spiele sofort? Und ist das Adrenalin das stärkste Empfinden in der Arena?“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Brutus Cunningham (n.a.) am Do 31 Jul - 13:00:29

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:50 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

„Warum ist dieses Jahr nicht mit einen Bündnis mit 4 zu rechnen?“ , fragt mich Caesar wahrlich interessiert über das Thema, was mich kurz aufseufzen lässt. Das Thema „Odair“ geht mir auf die Nerven und ich sehe auch nicht ein, viele Worte darüber zu verlieren.
„Odair besitzt viele Sponsoren, das kann man nicht leugnen. Aber die Karrieros bleiben immer noch die stärkste Gruppe in den Spielen und auch ohne ihn, haben wir genügend Kapitolbewohner, die uns durch Geschenke helfen, eine gute Show abzuliefern. Odair würde uns nur im Weg stehen bei den wichtigen Dingen in der Arena“, gebe ich gepresst beherrscht wieder. Es müsste schon an ein Wunder grenzen, dass ich in Erwägung ziehe, mich mit „Mr. Poseidon“ zu verbünden.

Caesar scheint meinen Unmut zu bemerken und lenkt das Gespräch über freudige Dinge – Die Hungerspiele. Schade, dass es noch so lange dauern wird bis ich mich freiwillig melden kann und gewinnen werde.
„Wenn du mit deinem Gegner kämpfst, was geht da in deinem Kopf vor?“ , unterbricht Caesar meine Gedanken. „Denkst du über deine Schritte gezielt nach oder kommen sie ganz natürlich – oder schießt dir was ganz anderes durch den Kopf?“
Wieder grinse ich ihn an. „Jeder Schritt ist wichtig beim Kampf. Ein kleiner Fehler kann alles entscheiden. Aber bei meiner Erfahrung,  gehört beim Kampf schon eine gewisse Routine dazu“, erkläre ich meinen Fans im Publikum. „Ich weiß, wie ich die Verteidigung meines Gegners am besten durchbreche und handle dementsprechend.“

„Erfahrung ist das A und O für den Sieg“, fahre ich fort und schaue zum Publikum. „Wie soll ein unerfahrenes Mädchen aus Distrikt zwölf ein Schwert halten, wenn sie nur etwa zwei Tage Training hatte“, lache ich und beziehe mich auf das Flammenmädchen, das ich in der Arena töten werde. Lächerlich dieses Affentheater.  „Pfeil und Bogen werden nicht viele vorhanden sein, weil die Spielemacher auf Nahkampf pochen, um die Hungerspiele interessanter zu gestalten.“

„Und was denkst du in dem Moment, in dem du deinen Gegner besiegt hast?“ , fährt Caesar fort.
„Ich fühle Triumph, Caesar. Triumph, dass ich der Stärkste von all meinen Gegnern bin. Ich kann jeden bezwingen und keiner kann etwas dagegen unternehmen“, grinse ich und fahre fort, während ich in die Kamera blicke. „Wie ich schon vor ein paar Tagen gesagt habe, wäre es besser, wenn sich die Sieger mir nicht in den Weg stellen würden.“

"Du hast gesagt, dir gefällt das Adrenalin besonders, aber mit welchem Wort verbindest du die Spiele sofort? Und ist das Adrenalin das stärkste Empfinden in der Arena?“
„Schwer zu sagen, Caesar“, antworte ich nachdenklich. „Ich empfinde Vorfreude darüber, als Sieger zurückzukehren und da ist natürlich der Spaß in der Arena selber, gegen meine Kontrahenten zu kämpfen und zu siegen.“
Kurz stoppe ich mit meiner Erklärung und schaue grinsend zu Caesar. „Das waren jetzt mehrere Wörter.“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mo 4 Aug - 14:50:43

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
9:50 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

Brutus scheint von Finnick nicht gerade angetan zu sein. Seine Worte sind noch relativ höflich gehalten, aber seine unterdrückte Wut lässt sich nicht leugnen. Vielleicht ist es auch mehr Verachtung als Wut.
Aber ich finde es nicht schlimm, dass die beiden sich nicht zusammentun und das spreche ich auch aus.
„Die Spiele werden auch viel spannender, wenn wir mehrere Bündnisse haben, die sich gegenseitig jagen“, stimme ich also zu.
Und dann wechsele ich das Thema, weil es nicht mehr viel dazu zu sagen gibt. Stattdessen stelle ich eine Frage, die mich schon immer interessiert und fasziniert hat. Nämlich, was Brutus beim Kämpfen denkt.
„Jeder Schritt ist wichtig beim Kampf. Ein kleiner Fehler kann alles entscheiden“, erklärt er und ich nicke interessiert. “Aber bei meiner Erfahrung, gehört beim Kampf schon eine gewisse Routine dazu. Ich weiß, wie ich die Verteidigung meines Gegners am besten durchbreche und handle dementsprechend.“
„So viel Erfahrung und Kampfgeist zahlt sich gewiss aus. Und genau solche Fähigkeiten gestalten den Kampf spannend und begeistern.“
„Erfahrung ist das A und O für den Sieg“, erwidert Brutus und sucht nun Augenkontakt zum Publikum. „Wie soll ein unerfahrenes Mädchen aus Distrikt zwölf ein Schwert halten, wenn sie nur etwa zwei Tage Training hatte“, argumentiert er und lacht.
„Pfeil und Bogen sind ihre Waffen und das war es, was uns alle so beeindruckt hat“, erinnere ich den Sieger. Die Anspielung auf Katniss war nicht zu überhören. „Viele würden gerne sehen, wie gut sie wirklich in diesem Gebiet ist. Sie konnte bemerkenswert präzise treffen.“ Und dann merke ich, dass ich Brutus soeben indirekt widersprochen habe. Und das war bestimmt keine gute Idee.
„Pfeil und Bogen werden nicht viele vorhanden sein, weil die Spielemacher auf Nahkampf pochen, um die Hungerspiele interessanter zu gestalten“, bleibt er dabei und ich lächele.
„So sehr Bogenschießen auch an Ansehen gewonnen habe, da hast du natürlich recht. Nahkämpfe sind mir immer noch die Liebsten. Das seht ihr doch auch so, oder?“, frage ich das Publikum und es stimmt mir gröhlend zu. Ich beruhige mich etwas und lache. Auf mein Publikum ist immer Verlass.

Ich lenke schnell davon ab, indem ich nach dem Moment frage, in dem er es geschafft hat zu töten.
„Ich fühle Triumph, Caesar. Triumph, dass ich der Stärkste von all meinen Gegnern bin. Ich kann jeden bezwingen und keiner kann etwas dagegen unternehmen.“
Mir kommt augenblicklich ein kleinen „ahhh“ über die Lippen, was ich immer mache, wenn ich belehrt werde. Meine Fingerspitzen sind vor mir gespreizt und berühren sich, während ich mich fasziniert vorbeuge.
Brutus nächsten Worte sind wieder an die Kamera gerichtet und mich beschleicht das Gefühl, dass er sie direkt an seine Mitstreiter adressiert.
„Wie ich schon vor ein paar Tagen gesagt habe, wäre es besser, wenn sich die Sieger mir nicht in den Weg stellen würden.“
„Das bleibt abzuwarten, ob jemand wirklich so mutig ist“, lache ich.

"Du hast gesagt, dir gefällt das Adrenalin besonders, aber mit welchem Wort verbindest du die Spiele sofort? Und ist das Adrenalin das stärkste Empfinden in der Arena?“, frage ich ihn danach.
„Schwer zu sagen, Caesar“, antwortet er und denkt kurz nach. „Ich empfinde Vorfreude darüber, als Sieger zurückzukehren und da ist natürlich der Spaß in der Arena selber, gegen meine Kontrahenten zu kämpfen und zu siegen.“ Dann hält er inne grinst schief. „Das waren jetzt mehrere Wörter.“
Ich lache. „Du bist eben nicht wortkarg, mein Lieber!“ Und wieder lache ich kurz, bevor ich weiterfahre: „Ich denke, man kann es auf 'Vorfreude' beschränken und die kleine Erklärung dazu ist erfreulich anzuhören. Es fasziniert einen und steckt ganz mit der Vorfreude an!“ Ganz ohne Aufforderung höre ich einige Zustimmungen aus dem Publikum.
Ich hebe meine Augenbrauen, teils überrascht, aber größtenteils nach Motto: „Siehst du?“, jedoch ganz unschuldig ohne Provokation. Laut füge ich diesem Blick hinzu: „Was habe ich dir gesagt?“ und lache.

„Jetzt stelle ich mal eine Frage im Interesse der Ladys. Dir liegen so viele Damen zu Füßen. Aber was brauchen sie, um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen? Was entspricht deinem Typ?“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Brutus Cunningham (n.a.) am So 17 Aug - 12:05:15

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
10:00 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman

„Pfeil und Bogen sind ihre Waffen und das war es, was uns alle so beeindruckt hat“ , erwähnt Caesar beiläufig, nachdem ich eine Anspielung auf das Flammenmädchen gemacht habe. Doch bevor ich weitersprechen kann, fährt Caesar fort. „Viele würden gerne sehen, wie gut sie wirklich in diesem Gebiet ist. Sie konnte bemerkenswert präzise treffen.“
Ich schaue verärgert zu Caesar. „Wenn sie kein Pfeil in die Hände bekommt, dann kann sie auch nicht schießen“, belehre ich ihn. „Und wenn sie sich bis zum Füllhorn traut, dann warten dort schon die Karrieros auf sie. Weit wird sie nicht kommen.“

„Jetzt stelle ich mal eine Frage im Interesse der Ladys. Dir liegen so viele Damen zu Füßen“ , sagt Caesar, woraufhin einige Damen im Publikum laut aufseufzen. Ich  
zwinkere ihnen zu.
„Aber was brauchen sie, um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen? Was entspricht deinem Typ?“
Ich bemerke, wie mich die Frauen im Publikum eindringlich ansehen, um keine Worte verpassen zu wollen. Meine Augen sind direkt in die Kamera gerichtet, während ich mich an meine zahlreichen Bettgeschichten kurz erinnere.
„Selbstbewusst und natürlich gutaussehend“, grinse ich. „Erfahrene Frauen sind mir allerdings lieber, als kleine Mauerblümchen, die nur im Bett rumliegen und sich nicht bewegen. Da können sie noch so großartig aussehen. Ich würde sie aus dem Zimmer jagen.“
Ich wende mich wieder Caesar grinsend zu. „Sie sollte nicht sofort zusammenbrechen, wenn ich sie mal stärker anpacke.“
In Gedanken stelle ich mir bereits die Damen vor, wie sie vor dem Fernseher aufseufzen und mir verfallen. Allein Aurora hinter der Bühne wird jetzt wohl verträumt das Interview verfolgen.
Als kleiner Zusatz zwinkere ich Caesar zu und stelle ihm eine Frage. „Was für Damen sind denn dein Typ, Caesar?"
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Fr 22 Aug - 19:56:40

16. Juli im Jahr der 75. Hungerspiele
10:00 Uhr
Brutus Cunningham, Caesar Flickerman



„Wenn sie kein Pfeil in die Hände bekommt, dann kann sie auch nicht schießen“, meint Brutus verärgert. „Und wenn sie sich bis zum Füllhorn traut, dann warten dort schon die Karrieros auf sie. Weit wird sie nicht kommen.“
"Natürlich", lache ich nervös. "Wir werden ja sehen, wie die Arena wird."

Ich frage Brutus nach seinem Frauentyp und weiß, dass die Damen ihm jetzt an den Lippen hängen werden.
„Selbstbewusst und natürlich gutaussehend“, grinst er. „Erfahrene Frauen sind mir allerdings lieber, als kleine Mauerblümchen, die nur im Bett rumliegen und sich nicht bewegen. Da können sie noch so großartig aussehen. Ich würde sie aus dem Zimmer jagen.“
Er hatte es in die Kamera gesagt, jetzt jedoch blickt er mich grinsend an. „Sie sollte nicht sofort zusammenbrechen, wenn ich sie mal stärker anpacke.“
"Ich hoffe, ein paar haben sich dazu Notizen gemacht!", meine ich scherzhaft.
„Was für Damen sind denn dein Typ, Caesar?", fragt Brutus zwinkernd und ich muss fast husten, weil die Frage so unerwartet kam. Dann lache ich.
"Ich bin meiner Arbeit zweifelsfrei verfallen", gebe ich ganz ohne Kummer zu. "Nichts befriedigt mich so sehr, wie Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern! Aber was ich bei den Damen neben ihres Aussehens sehr schätze, ist eine ausgeprägte Persönlichkeit mit einem guten Sinn für Humor!"
"Ach, das wurde ich aber schon lange nicht mehr gefragt!", lache ich. "Es ist immer so schön, dich hier zu haben, Brutus! Zu schade, dass du uns jetzt wieder verlässt!" Mein Gesicht nimmt einen bekümmerten Ausdruck an und meine Schultern sacken kaum merklich herab. "Du bist immer hezlich willkommen!", sage ich nachdrücklich.
"Es ist Zeit für eine kleine Werbepause, in der Brutus uns leider verlassen wird", füge ich an die Kamera gerichtet hinzu.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mi 27 Aug - 17:32:29

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:30 Uhr
Abby Joules & Caesar Flickerman
„Guten morgen, meine lieben Damen und Herren!“, grüße ich das Publikum freudig und gut gelaunt wie immer. „Wie schon groß angekündigt, dürfen wir heute unsere reizende Siegerin aus Distrikt 5 begrüßen – Abby Joules! Wie geht es dir, Abby?“, frage ich nach einem höflichen Applaus.

„Also, du hast kürzlich dein neues Buch veröffentlicht. Erzähl uns doch mal bitte ein bisschen, worum es geht“, fordere ich neugierig.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Abby Joules (n.a.) am Do 4 Sep - 12:43:27

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:30 Uhr
Abby & Caesar

Nervös stand Abby bereit, um auf die Bühne zu treten. Sie wollte das hier nicht. Warum sollte sie im Fernsehen bei Caesar Flickerman von ihrem Buch erzählen? Sie glaubte nicht wirklich daran, dass die Geschichte über einen kleinen Roboter im Kapitol besonders gut ankam. Wenn überhaupt würde sich dieses Buch aufgrund ihres Namens verkaufen. Sie war zwar eine unscheinbare und relativ uninteressante Siegerin, aber eben dennoch eine Siegerin.
Nachdenklich schaute Abby auf den kleinen Roboter-Hund, den sie eben von Beetee bekommen hatte.
Screwster.
Zwar war Screwster seine Idee gewesen, doch Abby hatte niemals erwartet, dass Beetee ihn auch tatsächlich bauen würde. Sie war unglaublich gerührt darüber. Der kleine Hund war genauso, wie Beetee ihn beschrieben hatte. Besonders das kleine Lämpchen an seiner Schwanzspitze, das anfing zu leuchten, wenn er sich freute, hatte es ihr angetan. Dass ein Roboter sich überhaupt freuen konnte, war schon ziemlich faszinierend.
Abby schaute auf, als Caesar sie schließlich ankündigte. Sie atmete noch einmal tief ein, setzte anschließend ihr seit Jahren einstudiertes Kameralächeln auf und trat auf die Bühne. Sie hasste diesen Trubel um ihre Person. Da saßen diese vielen Menschen. Ein Großteil von ihnen hatte während ihrer Spiele darauf gewettet, wann sie wohl sterben würde und nun jubelten sie ihr zu. Diese ganze Stadt war so schrecklich heuchlerisch. Sie war nur froh, dass sie nicht das ganze Jahr über hier sein musste.
Lächelnd setzte sie sich Flickerman gegenüber.
„Guten Morgen, Caesar. Es geht mir hervorragend“, log sie und strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr.
„Wie könnte es mir auch schlecht gehen? Es ist immer wieder eine Freude, hier in dieser wunderbaren Stadt zu sein.“
Natürlich sprang das Publikum sofort darauf an. Innerlich verdrehte Abby die Augen. Hoffentlich dauert das hier nicht allzu lang.


„Also, du hast kürzlich dein neues Buch veröffentlicht. Erzähl uns doch mal bitte ein bisschen, worum es geht“, forderte Caesar und präsentierte dabei seine perfekt gebleichten Zähne. Ob das Gebiss im Dunkeln wohl leuchtete? Abby musste sich wirklich zusammen reißen, bei dem Gedanken nicht zu grinsen.

„Es geht um einen kleinen Roboterjungen“, antwortete sie und hob dabei Screwster hoch.
„Dieser Junge hat natürlich auch einen Hund. In der Geschichte geht es darum, dass der Junge sehr einsam ist. Er findet keine Freunde, weil er… nun ja… eben anders ist. Und damit er glücklicher ist, baut ihm sein Erfinder, den er selbst Daddy nennt, einen Hund. Screwster ist der perfekte Begleiter für den kleinen Jungen“, erklärte sie weiter.
„Ibo – so heißt der Roboterjunge – findet heraus, dass nicht nur er Hunde mag. Auch andere Kinder mögen Hunde und Screwster ist wirklich etwas Besonderes. Durch seine Hilfe nähern sich die anderen Kinder Ibo an.“

Während Abby erzählte, fragte sie sich unweigerlich, ob die Geschichte von Ibo überhaupt irgendwie Anklang finden konnte im Kapitol. Dessen Bewohner grenzten vermutlich auch jeden aus, der nur ein bisschen anders war. Für die Distriktler interessierten sie sich ja auch nicht, es sei denn es ging um die Sieger der Hungerspiele. Vermutlich würden Eltern das Buch für ihre Kinder kaufen, in der Hoffnung, dass Ibo am Ende verschrottet wurde. Die dürften dann ziemlich enttäuscht vom Ende sein.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Fr 5 Sep - 21:14:09

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:30 Uhr
Abby & Caesar

„Guten Morgen, Caesar. Es geht mir hervorragend“, erwidert Abby freundlich und streicht sich eine Strähne hinters Ohr. „Wie könnte es mir auch schlecht gehen? Es ist immer wieder eine Freude, hier in dieser wunderbaren Stadt zu sein“, lächelt sie und wie jedes Mal, wenn ein Sieger das sagt, wallt der Stolz in meiner Brust auf und mein Lächeln wird automatisch fröhlicher.

Ich halte mich heute gar nicht groß mit Small-Talk auf und komme gleich zu dem Hauptgrund ihres Besuchs – ihr neues Buch.
„Es geht um einen kleinen Roboterjungen“, erzählt sie und hebt den kleinen Roboterhund hoch, den ich schon vorher neugierige Blicke zugeworfen habe. Jetzt schenke ich ihm jedoch ein wenig mehr Aufmerksamkeit.
„Dieser Junge hat natürlich auch einen Hund“, fährt sie fort. “In der Geschichte geht es darum, dass der Junge sehr einsam ist. Er findet keine Freunde, weil er… nun ja… eben anders ist. Und damit er glücklicher ist, baut ihm sein Erfinder, den er selbst Daddy nennt, einen Hund.“
„Das ist wirklich eine wunderbare Geschichte“, lobe ich Abby. „Niemand ist gerne anders und einsam!“
„Screwster ist der perfekte Begleiter für den kleinen Jungen“, fügt sie hinzu.
Natürlich, denn er ist ja auch nur ein Roboter. Sie sind beide anders – unmenschlich – deshalb verstehen sie sich bestimmt gut.
Ohne jeglichen Stimmungswechsel frage ich gespannt: „Wie geht es weiter? Nachdem die beiden einander gefunden haben?“
„Ibo – so heißt der Roboterjunge – findet heraus, dass nicht nur er Hunde mag. Auch andere Kinder mögen Hunde und Screwster ist wirklich etwas Besonderes. Durch seine Hilfe nähern sich die anderen Kinder Ibo an.“
„Ich bin mir sicher, dass es ein sehr gutes Kinderbuch ist! Weißt du, ständig bekomme ich zu Ohren, wie unsere Jugend mit ihrer Einzigartigkeit nicht umzugehen weiß. Die Armen fühlen sich so besonders und anders, dass es ihnen manchmal reichlich schwer fällt.“ Ich gucke in das Publikum und sehe einige verständnisvolle Blicke. Dann suche ich wieder Abbys Augenkontakt. „Aber sie müssen lernen mit ihren Besonderheiten klar zu kommen und zu erkennen, dass auch andere Talente besitzen, die unsere Gesellschaft bereichern. Eine Gemeinschaft zu bilden ist sehr wichtig für die Entwicklung und wie du das Thema in deinem Buch aufgreifst, ist wirklich rührend“, sage ich und lege mir kurz die Hand auf die Brust, während ich wohlig aufseufze.

„Was macht Screwster so besonders?“, hake ich nach.

Mein Blick bleibt wieder an den kleinen Roboterhund hängen und ich mustere ihn neugierig.
"Das kleine Exemplar von Screwster ist wirklich beeindruckend!", komme ich nicht umher zu sagen. "Sieht so auch der Screwster im Buch aus?"
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Abby Joules (n.a.) am Do 11 Sep - 23:52:13

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:30 Uhr
Caesar & Abby


„Ich bin mir sicher, dass es ein sehr gutes Kinderbuch ist! Weißt du, ständig bekomme ich zu Ohren, wie unsere Jugend mit ihrer Einzigartigkeit nicht umzugehen weiß. Die Armen fühlen sich so besonders und anders, dass es ihnen manchmal reichlich schwer fällt“, sagte Caesar und schaute nach Zustimmung suchend ins Publikum. Da zu allen Seiten Kameras standen, musste Abby wirklich aufpassen, dass sie nicht die Augen verdrehte. Caesar Flickerman erwartete doch nicht wirklich, dass sie ihm seine Heuchelei abkaufte. Wobei es ihm dabei wohl doch eher um die Meinung des Publikums ging als um ihre. Schließlich schaute er wieder zu ihr.
„Aber sie müssen lernen mit ihren Besonderheiten klar zu kommen und zu erkennen, dass auch andere Talente besitzen, die unsere Gesellschaft bereichern. Eine Gemeinschaft zu bilden ist sehr wichtig für die Entwicklung und wie du das Thema in deinem Buch aufgreifst, ist wirklich rührend.“
Abby nickte lächelnd.
„Ich habe mich vor allem bemüht, eine Geschichte über Freundschaft zu schreiben. Freunde sind wichtig. Vollkommen allein und auf sich gestellt kann niemand glücklich werden. Auch kein kleiner Roboterjunge. Darum bekommt er ja zunächst Screwster.“

Neugierig musterte Caesar Screwster. Sogar das Publikum schien sich etwas nach vorne zu beugen um einen Blick auf den Roboterhund werfen zu können.
„Screwster ist die exakte Nachbildung von dem Hund aus dem Buch“, erklärte Abby und hielt ihn etwas höher.
„Mr. Baxter, der mich überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte, ein Buch über einen Roboter zu schreiben, hat Screwster für mich gebaut. Einfach so, ohne dass ich ihn darum gebeten habe.“
Lächelnd schaute Abby auf den kleinen Hund. Unweigerlich musste sie an die Umarmung zwischen Beetee und ihr denken. Es hatte sich unglaublich schön angefühlt. Er hatte Screwster für sie gebaut, um ihr eine Freude zu machen, obwohl er und Wiress so viel Arbeit zu erledigen hatten. Es war, als hätten Abby und Beetee nun ein gemeinsames Haustier.
„Screwster kann dieselben Tricks wie ein echter Hund. Ich zeige es Ihnen.“
Mit diesen Worten stand Abby von ihrem Sessel auf und trat auf der Bühne etwas näher an das Publikum heran. Screwster setzte sie vor sich auf den Boden ab und begann damit, ihm die üblichen Befehle zu erteilen. Das Publikum jubelte und applaudierte begeistert, als er „Sitz“, „Platz“ und „Männchen“ machte.
„Screwster kann auch auf Befehl bellen oder Stöckchen holen“, erklärte Abby weiter.
„Also wenn Sie mich fragen, Caesar, würde ich sagen, dass er der perfekte Begleiter für einen kleinen Jungen ist“, meinte sie, während sie sich wieder setzte und den Kopf des Hundes streichelte, woraufhin sofort das Lämpchen an seiner Schwanzspitze zu leuchten begann.
„Mr. Baxter hat neben dem Lämpchen hier noch eine andere kleine Spielerei eingebaut“, sagte sie und drückte Screwsters linkes Ohr. Sofort erklang Musik. Ein erstauntes „Oooh“ kam vom Publikum. Der Hund schien ein voller Erfolg zu sein. Womöglich würde er nun der Hauptgrund sein, aus dem Mütter dieses Buch für ihre Kinder kaufen würden. Entweder das oder Beetee würde überschüttet von Aufträgen, weil Eltern so einen Hund für ihre Kinder wollten. Denn abgesehen vom Spaßfaktor war Screwster auch so viel einfacher zu halten als ein echter Hund. Schließlich musste man weder mit ihm Gassi gehen noch ihn füttern.

„Ich danke Mr. Baxter sehr, dass er für mich diese Mühe auf sich genommen und den Hund gebaut hat. Als kleines Mädchen wollte ich auch immer einen Hund haben. Er wusste davon zwar nichts, aber es ist schon so, als hätte er mir einen Kindheitstraum erfüllt“, meinte Abby liebevoll und kraulte Screwster über den Kopf. Diese kleine Maschine hatte eine gewisse Persönlichkeit, sodass es sich auch für Abby anfühlte, als wäre er ein echter Hund.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Fr 12 Sep - 18:57:16

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:42 Uhr
Caesar & Abby

„Screwster ist die exakte Nachbildung von dem Hund aus dem Buch“, erklärt Abby und lächelt dabei warm. „Mr. Baxter, der mich überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte, ein Buch über einen Roboter zu schreiben, hat Screwster für mich gebaut. Einfach so, ohne dass ich ihn darum gebeten habe.“
„Das ist wirklich sehr aufmerksam von Mr. Baxter“, erwidere ich etwas verhalten. Ich bin immer noch etwas enttäuscht, dass aus dem Interview mit Beetee nichts geworden ist, aber mir wurde mitgeteilt, dass momentan lauter wichtige Projekte Vorrang haben. Und wenn es nur zehn Minuten gewesen wären! Für diesen Hund hatte er ja auch Zeit. Der Gedanke lässt mich leicht schmollen. Außerdem wollte ich ihn doch so gerne nach seiner Beziehung mit Miss Blair löchern!

„Kam daher deine Inspiration?“, frage ich Abby. „Von Freunden wie Beetee Baxter?“
„Wie gut kennst du Beetee?“, hake ich weiter nach. Immerhin hat er sie auf die Idee gebracht und ihr den Hund gebaut, obwohl er im Moment so ausgebucht ist.
„Also habt ihr eine recht enge Beziehung?“, interpretiere ich und grinse. „Da müsst ihr aber aufpassen, dass Wiress Blair nicht eifersüchtig wird“, sage ich neckend und lache leicht. Vielleicht komme ich ja doch noch an ein paar Informationen zu diesem ulkigen Liebsespärchen. Mich würde ja brennend interessieren, wie lange das schon so geht und – vor allem – warum sie es geheim halten wollten. Es lag doch schon länger auf der Hand, dass sie mehr sind als nur bloße Freunde!

„Wie ich unseren Erfinder kenne, hat er bestimmt lauter Funktionen in den Roboterhund eingebaut“, lenke ich das Thema zurück zu Screwster.
„Screwster kann dieselben Tricks wie ein echter Hund“, sagt Abby und sieht dabei fast wie eine stolze Mutter aus. „Ich zeige es Ihnen.“
„Gerne!“, rufe ich aus und darf gleich darauf mit ansehen, wie sie mit den kleinen Hund spielt.
Sie erteilt ihm eine Reihe von Befehlen. Das Publikum jubelt und applaudiert begeistert, als er „Sitz“, „Platz“ und „Männchen“ macht.
„Oh lass ihn noch einmal Männchen machen!“, bitte ich Abby lachend und Screwster springt in Position.
„Herrlich!“, klatsche ich in die Hände und amüsiere mich dabei wie ein kleiner Junge. Mittlerweile stehe ich leicht gebeugt neben Abby und platziere meine Hände auf den Oberschenkeln.
„Kann er sonst noch Tricks?“, frage ich begierig, als der Hund alles mehrere Male wiederholt hat.
„Screwster kann auch auf Befehl bellen oder Stöckchen holen“, verrät Abby.
„Stöckchen? Geht auch ein Kugelschreiber?“, frage ich und hole einen Kugelschreiber aus meiner Brusttasche. „Ich fürchte, ein Stöckchen habe ich gerade nicht hier“, zwinkere ich.
„Jetzt bin ich aber gespannt, wie sich sein Bellen anhört!“ Erwartungsvoll grinsend schaue ich Abby an.

„Also wenn Sie mich fragen, Caesar, würde ich sagen, dass er der perfekte Begleiter für einen kleinen Jungen ist“, sagt Abby und eine Lampe an der Schwanzspitze des Hundes fängt plötzlich an zu leuchten, als sie seinen Kopf tätschelt.
„Huch“, rufe ich entzückt aus. „Das hätte ich jetzt nicht erwartet!“
„Mr. Baxter hat neben dem Lämpchen hier noch eine andere kleine Spielerei eingebaut“, sagt sie und drückt Screwsters linkes Ohr. Sofort erklingt Musik und mir entfährt gleichzeitig mit dem Publikum ein überraschtes „Ohh“.
„Das ist ja wirklich toll!“, strahle ich. „So einen Hund hätte ich als kleiner Junge auch gut gebrauchen können!“
Oh, was für ein Meisterwerk dieser Hund ist! Warum ist nie einer auf diese Idee gekommen? Der kleine Hund ist der Entertainer schlechthin!
Mit leuchtenden Augen starre ich den Hund an.
„Ein Glück, dass der Hund in guten Händen ist“, sage ich schließlich seufzend. Wie gerne ich auch einen Screwster hätte! „Und den Besitzer kann man nur beneiden“, zwinkere ich schließlich.

„Ich danke Mr. Baxter sehr, dass er für mich diese Mühe auf sich genommen und den Hund gebaut hat“ erwidert Abby sanft. “Als kleines Mädchen wollte ich auch immer einen Hund haben. Er wusste davon zwar nichts, aber es ist schon so, als hätte er mir einen Kindheitstraum erfüllt.“
Ich betrachte ihre leicht geröteten Wangen. Das kam ihr so ehrlich und natürlich über die Lippen. Ich verdränge den Gedanken daran, dass ihre roten Wangen in wenigen Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit ganz blass sein werden. Ich verdränge ihn, wie ich es immer mache.

„Ich glaube... dieses Buch wird ein echter Bestseller“, sage ich überzeugt und lenke mich von den verworrenen Gedanken ab. Tatsächlich bin ich mehr als nur neugierig geworden. Ich hab zwar als Vorbereitung eine kleine Leseprobe gelesen, aber nie wirklich mit dem Gedanken gespielt, dieses Buch zu lesen. Bei meinem Beruf fehlt mir eben einfach die Zeit für Bücher. Aber vielleicht werde ich ja mal in die vertonte Version reinhören...

„Willst du uns nicht eine kleine Kostprobe geben und uns etwas vorlesen?“, schlage ich vor. Nachdem jetzt alle so verzückt von Screwster sind, sollen sie ruhig mit dem flüssigen Schreibstil des Buches vertraut werden.
„Wir haben hinter der Bühne ein Exemplar. Ich kann es holen lassen“, versuche ich sie zu überzeugen. „Es muss auch nicht viel sein. Ein paar Seiten vielleicht.“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Abby Joules (n.a.) am Mi 17 Sep - 2:41:29

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:42 Uhr
Caesar & Abby
„Ja, also man kann wohl sagen, dass die Idee zu dem Buch von Beetee stammt“, gestand Abby lachend, als Caesar sie nach ihrer Inspiration fragte. Ohne ihn wäre sie nie auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch über einen Roboter zu schreiben.
„Ein Roboter passt ja auch eher zu Distrikt 3 als zu Distrikt 5, nicht wahr?“
„Wie gut kennst du Beetee?“, fragte Caesar und schaute sie neugierig an. „Also habt ihr eine recht enge Beziehung? Da müsst ihr aber aufpassen, dass Wiress Blair nicht eifersüchtig wird.“
Augenblicklich wurde Abby rot. Wie und vor allem was sollte sie darauf nun antworten?
„Na ja… Beetee und ich sind beide Mentoren. Im Grunde kennen wir uns seit meinem ersten Mentorenjahr. Wir sind befreundet. Wenn es eine Beziehung gibt, dann eine, wie es für befreundete Menschen üblich ist. Ich schätze ihn sehr.“
Dass sie für Beetee mehr empfand als harmlose Freundschaft war nichts, das sie im Fernsehen vor dem gesamten Kapitol ausbreiten wollte. Das ging niemanden etwas an. Vor allem sollte das Kapitol das nicht wissen, bevor Beetee es wusste. Oder bevor Abby wirklich sicher wusste, was sie wollte.
„Nun, ich denke nicht, dass für Wiress auch nur der kleinste Grund besteht, eifersüchtig zu sein“, sagte sie weiter und bemerkte, dass ihre Stimme leicht biestig klang. Die Gerüchte, dass Beetee und Wiress eine Beziehung hätten, waren so absurd. So etwas konnte auch nur dem Kapitol einfallen.
„Wiress ist für Beetee wie eine Schwester. Sie teilen eine tiefe Verbundenheit, das ist richtig. Aber diese ist ganz sicher nicht romantischer Natur“, sagte sie und sofort ging angeregtes Getuschel durch das gesamte Publikum. Abby bezweifelte, dass ihren Worten auch nur ansatzweise Glauben geschenkt wurde, doch irgendjemand musste es ja einmal klarstellen.

Zum Glück lenkte Caesar das Gespräch dann wieder auf das Buch. Abby fühlte sich nicht wohl dabei, vor der Kamera über ihre Freundschaft zu Beetee und über das Verhältnis zwischen ihm und Wiress zu sprechen. Das war einfach zu privat.
„Ich wäre schon zufrieden, wenn wenigstens ein paar Leute das Buch kaufen und es ihren Kindern vorlesen“, meinte Abby lächelnd zu Caesar, der behauptete, das Buch würde ein Bestseller werden. Das wäre natürlich eine große Ehre, doch Abby blieb lieber bescheiden. Allein etwas veröffentlicht zu haben, worauf ihr Name stand, war schon mehr als sie zu träumen gewagt hatte.
„Willst du uns nicht eine kleine Kostprobe geben und uns etwas vorlesen? Wir haben hinter der Bühne ein Exemplar. Ich kann es holen lassen. Es muss auch nicht viel sein. Ein paar Seiten vielleicht“, schlug Caesar vor. Es klang wie eine Bitte, doch eigentlich war es eine Aufforderung, der Abby nachkommen musste. Gleich, nachdem Caesar das vorgeschlagen hatte, jubelten die Zuschauer wie verrückt, sodass Abbys Antwort nicht einmal abgewartet wurde. Das Buch wurde geholt und schon im nächsten Moment suchte sie eine passende Stelle, die sie vorlesen konnte. Der Moment, in dem der kleine Roboter sich mit den Kindern anfreundete, erschien ihr sehr passend. Die vielen Menschen im Kapitol gaben sich begeistert und gerührt, doch Abby kaufte ihnen das nicht ab. Letztendlich war der Roboter für sie ein Außenseiter.

Lächelnd schlug sie das Buch zu und schaute wieder zu Caesar.
„Das ist sie also. Das ist die Geschichte von Ibo und Screwster. Ich wollte eine unterhaltsame Geschichte über Freundschaft schreiben. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.“
Nachdenklich strich Abby über das Cover des Buches. Sie musste sich wirklich noch einmal bei Beetee bedanken. Seine Idee hatte dazu geführt, dass sie sich einen Traum erfüllen konnte. Er hatte sie ermutigt und unterstützt und ihr sogar einen Screwster gebaut. Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Obwohl er und Wiress so im Stress waren, hatte er sich dennoch so viel Zeit für sie genommen. Für einen kurzen Moment erlaubte sie sich den Gedanken, dass Beetee das vielleicht nicht nur aus reiner Freundschaft für sie tat. Dass da tiefere Gefühle mit im Spiel sein könnten. Schnell schüttelte sie den Gedanken wieder ab und schaute auf zu Caesar.
„Es ist ein schönes Gefühl, sich einen Traum erfüllt zu haben. Ich habe schon als Kind gern geschrieben.“
Und da sie in ein paar Monaten vielleicht schon tot war, hatte sie nicht mehr allzu viel Zeit, sich diesen Traum zu erfüllen.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mi 17 Sep - 17:13:43

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:42 Uhr
Caesar & Abby

„Wiress ist für Beetee wie eine Schwester. Sie teilen eine tiefe Verbundenheit, das ist richtig. Aber diese ist ganz sicher nicht romantischer Natur“, stellt Abby offenkundig fest. Das Publikum wird unruhig und ich sehe aus dem Augenwinkel, wie sie sich mit vorgehaltener Hand an den Nachbarn wenden und ungläubige Blicke wechseln. Also das ist doch wirklich kein Geheimnis, das bei denen etwas läuft.
Verwundert blicke ich Abby an, aber ich sehe nicht den Hauch von Zweifel in ihrem Gesicht, höchstens ein bisschen Ärger. Wo kommt der denn her? Meine Augenbrauen erhöhen sich kaum merklich.

Kurz ringe ich mit mir selbst, entscheide dann aber das Thema vorerst fallen zu lassen. Es ist immer besser, sich mit seinem Gegenüber gutzustellen und Abby scheint nicht erpicht darauf zu sein, über Wiress und Beetees Beziehung zu reden.
Wir Kapitoler sind ungemein neugieriger Natur. Ich sage mir immer, dass diese Eigenschaft bei mir nicht so ausgeprägt ist wie bei vielen anderen, aber es nagt an mir. Neugierde ist in meinem Beruf unentbehrlich, aber in Momenten wie diesen muss ich zu Gunsten des Interviewten handeln.

Geschickt komme ich wieder auf ihr Buch zu sprechen und bitte sie daraus vorlzulesen. Während der Saal ihren Worten lauscht, beobachte ich Abby genau. Ihr Schreibstil ist wirklich toll und ihre Stimme besitzt einen angenehmen Klang. Für ein Kinderbuch passt es genau zusammen. Es gibt ein friedliches Bild ab und obwohl ich ihr gerne zuhöre, schweifen meine Gedanken wieder zu dem, was sie gesagt hat...
Das ist doch nichts, was den beiden peinlich sein muss! Es ist doch schön, dass Beetee und Wiress einander haben, oder nicht? Sie sind ein eingespieltes Team. Plus und Minus. Warum es also abstreiten wollen?

Es sei denn... Der Gedanke kommt ganz plötzlich und ich hab Mühe, ihn mir nicht anmerken zu lassen. Die Kameras sind sowieso auf Abby gerichtet, welche meinen Gesichtsausdruck gerade gar nicht sieht.
Es seid denn, Abby ist eifersüchtig! Es sei denn, die Verärgerung eben war an Wiress gemünzt, weil sie Beetee nicht haben kann. Schwärmt sie nicht die ganze Zeit schon von ihm?
Ich muss lächeln und will meine Theorie bestätigt wissen. Ich brauche nur eine kleine Andeutung ihrerseits und meine Neugierde ist vorerst gesättigt.
Als Abby zu Ende gelesen hat, schlägt sie das Buch zu und sagt lächelnd: „Das ist sie also. Das ist die Geschichte von Ibo und Screwster.“
Ich klatsche zartgliedrig mit meinen Fingern auf die zweite Hand und grinse sie erfrischend an.
„Ich wollte eine unterhaltsame Geschichte über Freundschaft schreiben. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist“, fügt sie hinzu.
„Wie könnte es das nicht, wenn Beetee dir beiseite stand?“, versuche ich sie arglos aus der Reserve zu locken.

„Es ist ein schönes Gefühl, sich einen Traum erfüllt zu haben. Ich habe schon als Kind gern geschrieben.“
„Was waren das denn damals für Geschichten, die du geschrieben hast?“, frage ich interessiert und verpasse somit eine Chance, weiterhin auf Beetee anzuspielen. Aber ich muss sowieso aufpassen, dass meine guten Vorsätze, Abby nicht zu verärgern, nicht verloren gehen.
Ich höre mir ihre Antwort an und stelle eine weitere Frage: „Hast du deine Geschichten gerne geteilt oder hast du sie eher für dich selbst geschrieben?“
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Abby Joules (n.a.) am Do 25 Sep - 0:08:09

18. September im Jahr der 75. Hungerspiele
9:45 Uhr
Caesar und Abby


„Wie könnte es das nicht, wenn Beetee dir beiseite stand?“, fragte Caesar und schaute Abby lächelnd an. Ganz unrecht hatte er nicht, doch abgesehen davon, dass Beetee die Grundidee zu dieser Geschichte eigentlich nur einfach so in den Raum geworfen hatte, hatte er ihr ja nicht dabei geholfen, die Geschichte auch zu Papier zu bringen. Abby hatte ihm auch nicht viel darüber erzählen wollen, weil das Buch eine Überraschung für Beetee hatte sein sollen. Sie hatte es jedoch nicht vollkommen sein lassen können, ihm davon zu erzählen und hatte ihm regelmäßig Skizzen und Entwürfe für die Illustrationen gezeigt.
„Seine Zusprüche haben mir Mut gemacht“, gestand Abby schließlich. „Ohne ihn wäre das Buch jetzt sicher noch nicht fertig. Da die Idee von ihm stammte, wollte ich es eben auch für ihn unbedingt vollenden.“

Halt, Stopp! Sie wurde gerade viel zu persönlich. Vielleicht schaute sich Beetee das Interview auch gerade im Fernsehen an und Abby machte gerade Caesar gegenüber schon ziemlich deutlich, dass ihr der Erfinder doch mehr bedeutete, als sie vor ein paar Minuten noch behauptet hatte. Da war sie schon sehr froh, dass Caesar das Thema wechselte, doch diese Freude schlug schnell um. Irgendetwas musste sie antworten, doch sie wusste nicht, wie sie diese Antwort so wenig persönlich wie nur irgendwie möglich halten sollte.

„Es waren Geschichten zwischen meiner Mutter und mir. Keine davon wurde aufgeschrieben. Die Geschichte von Ibo und Screwster ist die erste“, sagte sie schließlich und bemühte sich um ein ehrliches Lächeln. Doch über ihre Mutter zu reden oder sie auch nur kurz zu erwähnen, fiel ihr schwer und es tat ihr weh. Allmählich wurden die Themen, über die Caesar hier sprechen wollte, für Abby zu persönlich. Wieder merkte sie, warum sie solche öffentlichen Auftritte nicht mochte und sich selbst lieber im Hintergrund hielt. Caesar schaute sie weiter an und wartete wohl darauf, dass sie noch mehr sagte, doch Abby wusste einfach nicht, was sie noch erzählen sollte.
„Es wäre schön, wenn sich irgendwann einmal die Gelegenheit ergibt, dass ich ein weiteres Buch schreiben kann. Vielleicht eine Fortsetzung. Es gibt bestimmt noch viele weitere Abenteuer, die Ibo mit Screwster erleben kann“, sagte sie und sofort brach wieder angeregtes Getuschel im Publikum aus. Wenn Abby nicht für die Spiele ausgewählt werden würde, würde sie wirklich ein weiteres Buch schreiben können, aber die Auswahl an weiblichen Siegern war in Distrikt 5 nicht besonders groß. Wahrscheinlich war sie in ein paar Wochen eh tot.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mo 30 März - 19:23:31

19. November im Jahr der 75. Hungerspiele 
Caesar 
10:30h

Fahrig streiche ich mir übers Gesicht und seufze. Der Tag ist bisher einfach grauenvoll gewesen.
Dabei endete der gestrige Abend so angenehm. Die Parade war ein voller Erfolg und ich hatte mir sogar ein Coktail auf der Afterparty genehmigt. 
Als ich heute morgen etwas gerädert aufgewacht bin, hätte ich nicht im geringsten gedacht, dass ich jetzt so geschockt und zerstört sein würde. 
Ich hätte einfach nichts trinken sollen. Allmählich werde ich eindeutig zu alt dafür. Warum schmecken diese Cocktails auch nur so teuflisch lecker?
Der Alkohol ist an allem Schuld, genau, das ist es. Wenn ich nichts getrunken hätte, wäre ich heute morgen pünktlich aus dem Bett gekommen und hätte die Zeitung wie jeden morgen noch vor der Arbeit gelesen. Aber so musste ich zur Arbeit hetzen und wurde ins kalte Wasser gestoßen. 

Aurora wurde ermordet. 

Es kommt mir so unwirklich vor, dass ich vor keinen zwölf Stunden noch in einer ausgelassen Stimmung war, wo sich doch alles jetzt so erdrückend anfühlt.
Wahrscheinlich sollte ich Gus anrufen und mich erkundigen, wie es ihm geht. Aber ich kann mich nicht überwinden und ich bin sicher, dass er keinen Freudentanz aufgeführt hat. Wie auch?

Ich habe mich sofort in der Redaktion erkundigt, doch natürlich handelte es sich nicht um den schlechtesten Scherz seit Anbeginn Panems. Und während der Schock sich langsam immer mehr ausbreitete, musste ich mich stark zusammenreißen. Zu gerne hätte ich mir erlaubt, die Gefühle zu zeigen, die langsam Oberhand über mich gewannen. Ich hätte es fast an meinen Mitarbeitern ausgelassen, am liebsten hätte ich sie allesamt angeschrien, so sehr hat es mich aus dem Konzept gebracht. Aber dann wäre ich nicht Herr meiner Selbst gewesen und außerdem wäre mein schlechtes Gewissen vorprogrammiert.

Ich wusste schon immer, dass man diesem Hotel nicht trauen durfte. Im Olympus hat meine zweite Ehefrau mich betrogen, ebenfalls kein schöner Gedanke. Der Ruf des Hotels wird jetzt ein für allemal hin sein. Zu Recht, wie ich finde, wenn sie selbst so inkompetent sind und so etwas zulassen.
Ich wünschte, ich hätte Aurora mal vom Olympus abgeraten. Vielleicht wäre es dann nicht so geendet. 
Es gibt so viele Sachen, die ich ihr gerne gesagt hätte.

Vielleicht hätte ich ihr die frohe Kunde vorher sagen sollen. Aber dann wüsste ich, wie ihre Augen bei der Nachricht gestrahlt hätten. Ich hätte ihre Vorfreude miterlebt. Also ist es vielleicht doch besser, dass ich es ihr erst nach den Spielen sagen wollte.

Der Schock sitzt immer noch zu tief. Meine Mundwinkel bleiben den ganzen Tag schon unten und wenn sie sich mal heben, dann fühlt sich wie eine schmerzhafte Grimasse an und eine fette Lüge dazu.
Generell ist es heute recht still auf der Arbeit. Meine Show läuft während der Spiele nicht und so sind alle mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Ich erwische mich dabei, wie ich zwischendurch immer wieder zur Tür starre, bis mir klar wird, dass ich darauf hoffe, dass Aurora wie durch ein Wunder quicklebendig in den Raum geplatzt kommt. 

In der Pause hole ich mir meinen Kaffee ganz alleine. Ich nicke ein paar Kollegen zu, verzerre mein Gesicht und bin insgesamt froh, dass mich niemand anspricht, obwohl ich die Stille hasse.
Während ich am Kaffeeautomaten stehe, kann ich nicht verhindern, dass mich plötzlich Hilflosigkeit überkommt.  So schnell geht das. So schnell kann man sterben. Plötzlich ist man nicht mehr da.
Es ist eine ähnliche Hilflosigkeit, die mich damals bei Calypso überfallen hat und die Assoziation lässt den ganzen Schmerz wieder aufkommen. 
Aurora hätte so weit kommen können. Ich hätte sie so gut ausbilden können... Sie besaß einfach das gewisse Etwas. 

Ich merke, wie ich mich am Tisch festklammere und am ganzen Leib zittere. Wie so oft in letzter Zeit wird mir mein Alter bewusst und die Angst packt mich gleich aufs Neue.
Irgendwann in wahrscheinlich nicht allzu ferner Zukunft wird es auch mich treffen. Wie viele Jahre hab ich noch?
Ich will Aurora nicht folgen. Ich mag mein Leben, wie es ist. Ich bin hier glücklich. Warum wurde ihr Glück heraus gerissen?

Ich gehe aus dem Raum und muss gleich darauf zurück, weil ich meinen Kaffee stehen lasse hab. Ich spüre die Schwere in meiner Brust und das Brennen in meinen Augen, aber ich will nicht weinen. Nicht auf der Arbeit und am liebsten überhaupt nie wieder.

Ich setze mich in mein Büro, erledige Papierkram und verbiete mir weit zu denken. Jedenfalls versuche ich es. Aber ich weiß, der Zusammenbruch wird kommen, irgendwann, und es macht mir Angst.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mo 24 Aug - 19:31:46

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
Vor 20 Uhr
Caesar Flickerman

An Tagen wie diesen merke ich wieder, wie sehr Aurora mir fehlt. Eigentlich ist es nicht nur an Tagen wie diesen; Seit sie von uns gegangen ist, war es jeder einzige.
Jeden Tag werde ich bei der Arbeit an ihre Abwesenheit erinnert. Jeden Tag vermisse ich ihr Lachen und ihre tatkräftige Unterstützung. Ich vermisse sogar den Kaffee, den sie mir immer mitgebracht hat. Sie wusste, wie man sich einschleimt, ohne es zu übertreiben - sie hat es einfach immer geschafft einen Eindruck zu hinterlassen.
Sie fehlt mir doppelt; als Person und als meine Assistentin. Und auch wenn ich schon gedrängt werde, so habe ich es bisher nicht übers Herz gebracht, mir einen neuen Personal Assistant zu suchen.
Wir haben ein paar Praktikanten, aber die lasse ich nicht so nah heran und ich mache lieber die doppelte Arbeit, als mir von ihnen helfen zu lassen. Sie war vielleicht nicht immer vorbildlich, aber ich habe Aurora viele Freiheiten gelassen und über vieles hinweg gesehen, weil ich ihr vertraut habe.

"Mr Flickerman, es ist gleich soweit."
Ich wende mich von meinem Spiegelbild ab.
"Danke, Elvira, ich komme", antworte ich und lächele sie dankend an. Es ist allgemein bekannt, wie verstreut ich in letzter Zeit bin.
Ich bin nicht wirklich weniger glücklich in letzter Zeit, ich trauere einfach in meinen schwachen Momenten und heute ist er eben etwas länger.
Bei größeren Ereignissen wie diesen sah ich immer ein Leuchten in ihren Augen. Nach der Show habe ich sie oft einflussreichen Persönlichkeiten vorgestellt, auch wenn ich teils Angst hatte, sie würde mir noch abhauen. Es wäre mir immer noch lieber gewesen, als ganz von den Lebenden zu verschwinden.
Sie war nämlich wie die Enkeltochter, die ich nie hatte. Dabei bin ich mir fast sicher, dass ich ihr nicht so viel bedeutet habe.

Ich strecke mich einmal ausgiebig und lasse meine Zähne im Spiegel aufblitzen. 
The Show must begin.
Ich merke, wie die Vorfreude kommt, als ersetze sie langsam die Taubheit meiner Venen. Plötzlich fühle ich mich wieder jung und bin mehr als bereit, meinen Lieblingsmenschen gegenüber zu treten.

Dion bringt mir noch schnell ein Mikrofon an meine Kleidung an, damit ich die Hände gleich frei habe, und gibt mir meinen Ohrhörer, der für die Kameras nicht sichtbar ist. Früher hätte Aurora dafür gesorgt, dass es vorher schon befestigt sei.
"Sind alle Sieger eingetroffen?", frage ich meinen Kollegen mit dem fröhliche Ton, der mich immer begleitet. Niemand würde vermuten, wie sehr ich tatsächlich um sie trauere.
"Tribute", verbessert Dion mich sofort und entschuldigt sich daraufhin kleinlaut, ohne es wirklich zu meinen. "Ich denke schon. Alexo und sein Team kümmern sich längst um sie, ich musste erstmal zu Ihnen." Dann blickt er auf die Uhr. „Ich muss los. Sie wissen ja, wo Sie hin müssen, Caesar“, zwinker er und eilt davon.


24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
Ab 20 Uhr
Die Interviews mit den „Tributen“

Ich gehe auf meine Position. Vor den Interviews ist es immer sehr stressig und es wundert mich, wie sehr der Stress dieses Jahr an mir vorbei geht. Ich freue mich einfach, meine Lieblinge gleich zu sehen. Während die anderen wirklich arbeiten, halte ich einen freundschaftlichen Plausch. Über den Gedanken muss ich grinsen.

Es ist soweit und gehe auf die Bühne, die gerade verdunkelt wird. Die Gespräche des Live-Publikums verstummen.
Als ich Dions Stimme in meinem Ohrhörer wahrnehme, die mir sagt, dass wir jetzt Live sind, fange ich zu sprechen an. Ich stehe noch immer im Dunklen und kann nur einzelne Köpfe ausmachen, aber während ich die ersten Worte spreche, wird das Studio wieder erhellt.

"Herzlichen Willkommen, meine Damen und Herren!", grüße ich und sehe auch endlich ganze Gesichter statt Umrisse. Die Leute sehen genauso freudig erregt und erwartungsvoll aus, wie ich mich fühle.
"Heute Abend dürfen wir ein letztes Mal mit unseren Ex-Siegern reden, bevor sie als Tribute an den Hungerspielen teilnehmen.
Wir lieben die Hungerspiele, wir lieben unsere Sieger - was wäre da eine bessere Combo?"
Ich lache die Menge fröhlich an und freue mich über meinen letzten Satz.
"Da dies besondere Spiele sind, die gewiss als DAS Ereignis in die Geschichte der Hungerspiele eingehen werden, haben wir uns dieses Jahr etwas ganz besonderes für die Interviews ausgedacht; es wurde auf die Anzahl von DREI Fragen reduziert, aber dafür wird jeder Distrikt zusammen befragt."
Die Menge wird etwas lauter, während sie die Neuigkeit trotz guter Manieren kommentieren muss.
"Das mag bestimmt einige verwirren, aber besondere Spielen verlangen besondere Maßnahmen."
Eigentlich fiel die Entscheidung eher so aus, weil ich besorgt wegen der Einstellung der Sieger war. Nach meinem Entsetzen von ihren ersten Reaktionen bei Verkündung des Jubiläums wollte ich kein Risiko eingehen und mir wurde zugestimmt.
„Ich werde mich aufgrund der begrenzten Anzahl der Fragen kurz halten müssen, deswegen liegt es nun an unseren Siegern, sich zu präsentieren“, lache ich, während ich mich innerlich rüge, weil ich sie wieder Sieger genannt habe. „Je mehr ihr sagt, desto mehr kommt es euch zugute, meine Lieben“, zwinkere ich, da ich weiß, dass sie mich sehen können.

Die Interviews fangen auch bald ohne große Umschweife an. Die Elite-Distrikte haben damals bis auf dem Doktor keine großen Probleme bereitet und so tritt Distrikt 1 ohne negative Aufmerksamkeit auf, sodass ich Distrikt 2 auf die Bühne bitten kann.

Ich heiße die beiden Sieger Willkommen und setze mich nach ihnen auch wieder auf meinen Platz.
„Herzlichen Glückwunsch zu euren erstklassigen Bewertungen! Ich bin mir sicher, niemand hat mit etwas anderem gerechnet!", leite ich das Interview erst einmal ein.
"Fangen wir mit unserem Brutus an!“, beschließe ich. „Damals, als das Jubiläum erstmals verkündet wurde, hast du in einem Interview gesagt, die Spiele seien eine 'Chance, offene Rechnungen auszugleichen.' Möchtest du uns verraten, wer sich vor allem in Acht nehmen muss?“
Brutus ist niemand, der etwas zurück hält, sondern eher die Person, die prahlt und den Starken spielt. Es ist die Art Frage, die seine Sponsoren beantwortet haben wollen und die weitere anlockt.

Angelehnt an die Frage, aber diesmal an beide gerichtet, frage ich: „Werdet ihr euch zusammen tun und habt ihr schon Bündnisse im Visier?“

„Wir haben noch eine Frage übrig und die geht an dich, liebe Lyme. Verzeih mir, wenn es persönlich ist, aber du kennst doch meine Neugier“, lache ich. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass du dich sehr gut mit dem Cheftrainer verstanden hast. Hat diese 'Beziehung' dir vielleicht zu deiner Punktzahl verholfen? Sag mal, woher kennst du ihn und was läuft da zwischen euch?“


********
[ich hoffe, der Post ist nicht so zäh, wie er sich anfühlt. Weitere Fragen werden folgen.]
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Lyme Kilenc am Fr 28 Aug - 0:00:53

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele

Ab 20 Uhr

Caesar, Brutus und Lyme


 
Während Distrikt 1 gerade auf der Bühne stand und von Caesar Fragen gestellt bekamen, kontrollierte Cassiopeia und ihre Stylistin, ob bei Lyme alles dort war, wo es auch sein sollte. Für das Interview hatte man sie in ein enges blaues Abendkleid gesteckt, um Lymes Schönheit und ihre weibliche Züge besser betonen zu können. „Die Figur hast du ja.“, hatte ihr Cassiopeia zu ihr gesagt, während sie und da noch an ihr herum zupfte. „Du musst die Männer dazu bringen, dir nachzustellen, dass sie gar nicht mehr ihre Augen von dir abwenden können. Leg einmal dein Messer zur Seite und setzt deine Schönheit ein. „ Lyme schnaubte kurz. Das Kleid war trägerlos und man hatte Minipailletten drauf genäht, die schillernd glänzten. Wie sollte man sie da noch übersehen, ganz zu schweigen von dem tiefen Ausschnitt, auf der Rückseite des Kleides. Nur ein paar Nylonschnüren hielt es hinten zusammen, die aber nicht so einfach zu sehen waren. Man glaube, dass das Kleid jeden Moment auseinanderfallen würde. Sicherlich würde das einigen Herren im Saal sogar begrüßen. Sie kam sich ein wenig vor, wie eine Meerjungfrau, die direkt aus einem Märchenbuch entsprungen ist. Gleich wird ihr Cassiopeia auch sagen, dass sie einmal dem Publikum ihren schönen Rücken präsentieren soll, bevor sie sich hinsetzt. Sie verdrängte, dass Cassiopeia sie, als eine Zuchtstute präsentieren wollte und sah sich das Interview an mit Distrikt 1, über den Fernsehbildschirm, der bei ihr in der Garderobe hing. Schon lächerlich, fand Lyme, als sie sah wie Cashmere, weinerlich vor den Kameras stand und versuchte mit den falschen Tränen, dass Publikum für sich zu gewinnen. Als würde es irgendwas daran ändern, dass das Kapitol versuchte sie alle wieder zu töten. Aber anscheinend erwartete das Publikum so etwas, weil sie einige aus dem Publikum erkennen konnte, die ein Taschentuch in ihren Händen hielten, um ihre Tränen damit abzuwischen.
 
Lyme hatte sich eingestellt dafür, dass das Interview schwer werden würde für sie. Vor allem hatte sie die Angst, dass diejenigen auf die Idee gekommen sind, über ihre Schwester sie ausfragen. War ja doch ein spektakulöses Ereignis für das Kapitol gewesen. Das erste Mal, dass jemand aus Distrikt 2 Selbstmord beginn, bevor die Spiele überhaupt begonnen hatten und gleichzeitig, hielt Celeste den Rekord, die schnellste Selbstmörder bei allen Hungerspielen, die von der Plattform sprang, bevor der Countdown vorüber war. Zumindest hatte sie sich das immer  anhören können, dass sich ihre Familie damit trösten kann, diese Rekorde zu besitzen. Lyme hatte das noch nie lustig empfunden und hätte derjenige gerne ein Messer in den Rücken geworfen. Aber sicherlich hat das Kapitol, das nie vergessen. Darum war sie überrascht, aber auch erleichtert, dass sie zu zweit gleichzeitig gefragt werden. Somit, bekam man nur noch die Hälfte der Fragen ab und Lyme konnte das ganze doch schneller hinter sich bringen. „So du bist jetzt dran, raus mit dir.“, sagte ihre Betreuerin und schubste sie beinahe schon raus auf die Bühne. Das Publikum begrüßte sie und Brutus mit einem tobenden Applaus, als sie hinaus traten und sie wurden auch freudig von Caesar empfangen. „Herzlichen Glückwunsch zu euren erstklassigen Bewertungen! Ich bin mir sicher, niemand hat mit etwas anderem gerechnet!" Lyme setzte ihr falsches Lächeln auf und grinste Caesar an. „Ich denke nicht, wir können unsere Fans ja nicht enttäuschen, oder Brutus?“
 
 
"Fangen wir mit unserem Brutus an!“, stellte Caesar die erste Frage an Brutus und Lyme konnte aufatmen.  Sie hatte noch eine Schonfrist. „Damals, als das Jubiläum erstmals verkündet wurde, hast du in einem Interview gesagt, die Spiele seien eine 'Chance, offene Rechnungen auszugleichen.' Möchtest du uns verraten, wer sich vor allem in Acht nehmen muss?“ Das hatte Lyme auch mitbekommen und fragte sich auch, wer so blöd war und sich mit Brutus anlegte. Vor allem, ziemlich schlechtes Timing für denjenigen, wenn sie sich in der Arena wieder treffen würden. Sie fürchtete sich schon vor den Beginn der Spiele, dem Blutbad. Sie hoffte sich ein wenig davor drücken zu können, weil sie es nicht über sich bringen könnte, jemanden zu töten. Sie konnte davon ausgehen, dass Brutus sich dabei erst aufwärmen würde. Während Brutus die Frage von Caesar beantwortete, machte Lyme einen Blick durch das Publikum und erkannte in der ersten Reihe einige Personen, die eher Arbeiten für die Hungerspiele, als das sie hier wirklich als begeisterter Zuseher, anwesend waren. Ihre Betreuerin hatte sich auch schon hinzu gesetzt. Trotzdem wandte sie schnell wieder ihr Gesicht zu Caesar, als sie ein bekanntes Gesicht gesehen hatte. Sie hatte nicht gewusst, dass Trainer auch anwesend sein dürfen. Sie fühlte sich unwohl, dass er sie beobachten konnte, ohne Aufsehen zu erregen, während man das bei Lyme nicht sagen konnte, weil alle Kameras auf sie und Brutus gerichtet waren. Sie musste sich wieder auf das Interview konzentrieren und ihr Lächeln, was sie kurz verloren hatte, wegen dem Mistkerl. Sie hätte auch beinahe die nächste Frage von Caesar verpasst, die an sie beide gerichtet war.
 
„Werdet ihr euch zusammen tun und habt ihr schon Bündnisse im Visier?“ Müssen, wäre das richtige Wort gewesen, um diese Situation zu beschreiben. Wollte sie mit Brutus in ein Bündnis und dann jedes Mal zusehen dürfen, wie er unschuldige Abschlachtet`? Nein! Muss sie es tun, damit er nicht bemerkt, was sie wirklich plant und nicht auf die Idee kommt, sie ebenfalls gleich am Anfang zu töten? Ja! Außerdem erwartet, dass auch jeder im Kapitol, dass Distrikt 2 zusammen tut. Ist ja wie eine kleine Tradition und deswegen antwortete sie. „Ist ja schon eine Verpflichtung, dass Distrikt 2 ein Bündnis eingeht. Wer die letzten Hungerspiele immer mitverfolgt hat, hat immer zu sehen bekommen, dass Distrikt 2 immer zusammen kämpft.“ ‚Hoffentlich hat das ganze Bald eine Ende.’, erhoffte sich Lyme. Sie wünscht sich nichts sehnlichster von der Bühne verschwinden zu können und endlich ihr Bett aufzusuchen. Glücklicherweise hatte jemand entschieden, dass es bei den Interviews nie was zu trinken gibt, wäre dass der Fall gewesen, hätte sicherlich JETZT Lyme Caesar mit Wasser angespuckt, als er die nächste Frage an sie stellte.
 
„Wir haben noch eine Frage übrig und die geht an dich, liebe Lyme. Verzeih mir, wenn es persönlich ist, aber du kennst doch meine Neugier“, Caesar lachte dabei und irgendwie verspürte Lyme, das Gefühl, dass es nichts Gutes hieß. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass du dich sehr gut mit dem Cheftrainer verstanden hast. Hat diese 'Beziehung' dir vielleicht zu deiner Punktzahl verholfen? Sag mal, woher kennst du ihn und was läuft da zwischen euch?“ Ihr Instinkt hatte Recht, es war echt was übles, beinahe schon eine Katastrophe und sie stellte kurz das Atmen ein. Was wiederum keine gute Idee war, weil dann ihrem Gehirn, der Sauerstoff verwehrt wurde, das sie zum Denken benötigte, um eine Ausrede zu erfinden, die dieses miese Gerücht zu zerschlagen. „Wen?“ fragte sie unwissend nach, obwohl sie genau wusste, wer gemeint war. „ Ach sie meinen Mr. Saccey. Wie es der Zufall stimmt es, dass wir uns ein wenig kennen, da er auch aus Distrikt 2 stammte, aber es eine Beziehung zu nennen, ist eine bodenlose Übertreibung. Wir haben in unsere Kindheit ein paar Mal getroffen, weil wir im demselben Turnverein waren. Er liebte es zu ‚Baden’ und man konnte ihn schwer wieder aus dem Swimmingpool rausbekommen.“ Dieser elendige Kotzbrocken. Lyme verwettete ihren Arsch, dass er dahinter steckte. Wer sonst würde auf diese Schwachsinnige Idee kommen, dass sie etwas mit ihm hätte. Sie prügelten sich nur jeden Tag und dass nicht einmal auf die harmlose Art. ‚Das wird Konsequenzen haben, mein Freundchen.’, drohte sie ihm schon per Gedankenübertragung und hoffte das er diesen liebesvolle Blick, dem sie ihm gerade schickte, richtig deutete. Nämlich als Morddrohung. „An Ihrer Stelle, empfehle ich ihnen lieber Caesar, dass sie ihrer Quelle, die Ihnen die Infos ins Ohr leise flüstert, nicht alles glauben, was es von sich gibt. Mr. Saccey macht nur seine Arbeit und trainiert mich. Es ist doch weit geholt, eine Beziehung anzuhängen, nur weil gegeneinander kämpft. Heute habe ich sogar mit Peeta Mellark trainiert kurz, was dann bedeuten würde, dass ich mich vor dem Zorn seiner Verlobten verstecken müsste, weil das ja bedeutete dass man uns eine Affäre nachreden könnte.“
 

Sie richtete sich auf und begann ihre Flunkergeschichte zu erzählen über William. „Aber weil sie es sind lieber Caesar und sie es anscheinend wahnsinnig interessiert, verrate ich es ihnen. Ich bin zurzeit verliebt, aber nicht in Mr. Saccey, sondern jemand ganz anderes aus meiner Kindheit. Ich verrate ihn aber nicht wer genau, aber sein Vorname beginnt mit W.“ Dabei blinzelte sie ihm zu mit dem rechten Auge. Das sollte genügen, die Lästerquellen damit zu beschäftigen, wer dieser mysteriöse Mr. W. ist und Adam zeigen, dass sie nicht ihn in verliebt ist, falls er sich das eingebildet hatte. Dabei kannte er William ebenfalls und sie wussten, dass die beiden sich nicht besonders mochten. „Wir haben sehr gerne zusammen geturnt, damals.“  Dann hatte sie es geschafft und konnte von der Bühne verschwinden, dabei machte sie ausnahmsweise gerne, was Cassiopeia von ihr verlangt hatte und zeigte der ersten Reihe sehr gut ihre Rückseite.  Dann ging sie in ihr Zimmer, um sich von ihrem Meerjungfrauenkostüm zu verabschieden und darüber nachdenken, ob sie Adam noch darauf ansprechen sollte und einfach  den letzten Abend genießen sollte. 

Kleid : http://www.edressme.com/media/catalog/product/cache/1/image/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/f/l/floral_sequin_mesh_bodice_evening_dresses_by_faviana_glamour_1.jpg
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Brutus Cunningham (n.a.) am So 6 Sep - 22:00:45

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:20 Uhr
Caesar, Lyme und Brutus

Laut schnaubend schaue ich zu meiner Distriktpartnerin. "Hast du das gehört, kleine Lyme? Sie wollen uns zusammen interviewen."
Während ich einen Arm um ihre Schultern lege und sie zu mir ran ziehe, flüstere ich ihr meine drohenden Worte ins Ohr zu. "Vermassele es nicht, sonst bist du auf der Bühne schneller tot, als dass du 'Hungerspiele' sagen kannst!"

Wir stehen hinter der Bühne und warten darauf unsere Fans zu empfangen. Über uns wurde ein großer Bildschirm gehangen, wo Distrikt eins gerade auf die Bühne tritt. Ganz in glitzernd präsentiert Cashmere sich von ihrer schönsten Seite. Schade, dass sie in ein paar Tagen sterben wird.
Während Gloss die erste Frage beantwortet, schleichen Cassiopeia und eine Stylistin hinter der Bühne um Lyme herum.
„Du musst die Männer dazu bringen, dir nachzustellen, dass sie gar nicht mehr ihre Augen von dir abwenden können", höre ich sie gerade zu meiner Distriktpartnerin sagen. "Leg einmal dein Messer zur Seite und setzt deine Schönheit ein."
Ich lache lauthals los. "Ja kleine Lyme. Vielleicht solltest du dich noch vor der Arena mir zuwenden."

Ich schaue zu meiner rechten Seite und betrachte grinsend mein Spiegelbild. Ich sehe nicht schlecht aus in diesem Kostüm. Welche Frau würde sich nicht freiwillig zuwenden. Goldene Rüstung mit allerhand Waffen um meine Hüfte. Aus Plastik, wie ich gleich zu Anfang mit Bedauern feststellen musste.
Jedenfalls besser, als die Verrückten aus drei hinter mir. Als mein Blick Baxter trifft, grinse ich ihn hämisch an.
"Na Baxter, ich hoffe ihr beide habt euch schon voneinander verabschiedet", sage ich und nicke mit dem Kopf in Richtung zu der Verrückten.



Als Distrikt zwei auf die Bühne gerufen wird, gehe ich locker hinter Lyme her, die praktisch von unserer Betreuerin reingeschubst werden muss. Kurz bleibe ich stehen und genieße den Rummel um meine Person. Ich begrüße meine Fans mit einer lässigen Handbewegung und setze mich gemütlich neben Caesar.

„Herzlichen Glückwunsch zu euren erstklassigen Bewertungen! Ich bin mir sicher, niemand hat mit etwas anderem gerechnet", beginnt er auch schon das Interview und Lyme übernimmt gleich das Wort. „Ich denke nicht, wir können unsere Fans ja nicht enttäuschen, oder Brutus?“
Ich lasse ein kurzes Lachen verlauten. "Das können wir auch gar nicht", entgegne ich. "Ich würde gerne wissen, ob überhaupt jemand auf schlechte Bewertungen von Distrikt zwei gewettet hat."


Caesar wendet sich nun mit der ersten Frage mir zu und ich beginne leicht zu grinsen. „Damals, als das Jubiläum erstmals verkündet wurde, hast du in einem Interview gesagt, die Spiele seien eine 'Chance, offene Rechnungen auszugleichen.' Möchtest du uns verraten, wer sich vor allem in Acht nehmen muss?“
"Ach Caesar, jeder muss sich vor mir in Acht nehmen, weil ICH der Sieger dieser Hungerspiele sein werde", sage ich selbstverständlich. Als ob es jemand wirklich mit mir aufnehmen könnte.
Ich lache laut. "Hoffentlich unterfordern mich die Spiele nicht! Aber wenn du so fragst, gerade hinter der Bühne habe ich die zwei Verrückten aus Distrikt drei entdeckt. Sie standen beide so jämmerlich da, so dass ich beschlossen habe, dass einer von ihnen mein erstes Opfer am Füllhorn wird."
Das Publikum schaut nun ganz gespannt auf die Bühne und ich kann praktisch ihre Blutlust bis hier spüren. "Bei Baxter wird es relativ schnell geschehen. Ein Messer zwischen den Augen und der Rest erledigt sich von alleine", erkläre ich dem Publikum und wende mich nun Caesar zu. "Aber bei der Verrückten werde ich mir Zeit lassen. Zuerst werde ich ihr alle Finger einzeln abschneiden, bevor mein Speer ihre Kehle durchstößt."
Ich lasse etwas Zeit verlaufen, um meine Worte beim Publikum und bei den anderen Tributen sacken zu lassen. Selbstverständlich haben die Hungerspiele bereits begonnen und jeder soll wissen, wer der Favorit und der Sieger dieser Spiele sein wird.

Caesar fängt sich als Erstes, als er die nächste Frage über eventuelle Bündnisse an uns Beiden stellt.
"Wieso sollte sich Distrikt zwei nicht verbünden", stelle ich ihm lachend die Gegenfrage. "Wir sind die besten Kämpfer in diesen Hungerspielen."
Lyme stimmt mir ohne weiteres zu. „Ist ja schon eine Verpflichtung, dass Distrikt 2 ein Bündnis eingeht. Wer die letzten Hungerspiele mitverfolgt hat, hat zu sehen bekommen, dass Distrikt 2 immer zusammen kämpft.“


Die nächste Frage geht an meiner Distriktpartnerin und ich schaue ein wenig gelangweilt in die Menge. Ihre angebliche Gefühlsduselei mit einem der Trainer muss ich mir wirklich nicht anhören. Natürlich ist es nur Taktik, um an ein paar Arenageheimnisse zu kommen und wahrscheinlich alles mit ihrem Mentor vorher besprochen,  aber es wird ihr nicht viel helfen, wenn ein Speer in ihrem Bauch stecken wird.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am So 6 Sep - 23:29:11

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:20 Uhr
Lyme und Brutus,
später Wiress und Beetee

Wie ich es mir gedacht habe, zeigt Brutus auch diesmal wieder das Selbstbewusstsein von ein paar Dutzend Menschen. "Hoffentlich unterfordern mich die Spiele nicht!“, brüstet er sich und ich muss lachen, weil er mir einfach so vertraut ist. Es ist einfach typisch Brutus und was uns alle so an ihm fasziniert. Doch seine nächsten Worte lassen mein Lächeln kurz einfrieren.
Er beantwortet meine Frage nur. Er beantwortet sie perfekt und genau das ist es, was die Leute hören wollen... aber die ausführliche Beschreibung und das Wissen, wie goldig die beiden Erfinder sind, lassen mir bei Brutus Worten eine Gänsehaut erscheinen.
"Bei Baxter wird es relativ schnell geschehen“, erklärt er mit einer Selbstverständlichkeit, die mir den Atem raubt. Ich versuche die Abschreckung, gemischt mit der Faszination und dem Entsetzen hinter einem leichten Lächeln zu verstecken. Brutus wendet sich mir zu und ich halte ganz normal den Augenkontakt.
"Bei der Verrückten werde ich mir Zeit lassen“, sagt er und man sieht ihm seine Vorfreude so deutlich an, dass ich hoffe, dass die beiden nicht zuhören.
Seine Worte wirken auf den ganzen Saal und eine fast schon unheimliche Stille entsteht, in der eindeutig Bewunderung und Faszination mitschwingen. Schließlich fange ich mich und mache mit dem Interview weiter, sodass es sich wieder auflockert.

Lyme gibt sich bei ihrer Frage bezüglich Adam erst einmal unwissend
„Sein Vorname ist Adam. Sagt dir das was?“, frage ich amüsiert.
„Ach sie meinen Mr. Saccey.“
„Genau den“, lache ich und Lyme fährt fort, wie sie sich aus Distrikt 2 kennen, da aber keine „Beziehung“ sei.
Ich kaufe es ihr nicht ab, vor allem, weil ich Adam Saccey's Reaktion erhascht habe und mit ansehen konnte, wie seine Miene von schockiert auf neugierig umstieg, als ich die Frage stellte. Spätestens bei ihren folgenden Worte, wirkt er verletzt... Nein, nicht unbedingt verletzt... mehr enttäuscht. Aber vielleicht interpretiere ich da auch nur zu viel hinein. Warum sollte Lyme mich anlügen?
Dann wiederum... vielleicht lügt sie ja, um ihren Adam zu schützen! Vielleicht würde es Ärger geben, wenn der Cheftrainer tatsächlich eine Beziehung mit einem Tribut hätte. Ihre folgenden Worte bestätigen mich darin nur.
„Mr. Saccey macht nur seine Arbeit und trainiert mich.“

Ich lächele sie an und lasse sie ihre kleine Lüge erzählen. Junge Liebe ist wirklich bezaubernd. Der Zusammenhang mit Peeta und Katniss passt auch perfekt ins Bilde!
„Natürlich, Lyme, du hast Recht“, versichere ihr pflichtbewusst und würde ihr gerne irgendwie zu verstehen geben, dass ihr Geheimnis bei mir sicher ist.. weiß jedoch nicht, wie, ohne Aufsehen zu erregen. „Das war unverschämt zu fragen und man muss nicht überall etwas sehen, was nirgends ist.“

„Damit ist unser Interview auch leider schon vorbei! Es ist wirklich schade, dass die Fragen so begrenzt sind!“
Ich stehe auf und schüttele die Hände der beiden ein letztes Mal. Sie verlassen unter Applaus die Bühne verlassen und wenige Sekunden nachdem sie nicht mehr zu sehen sind, stelle ich unseren nächsten Distrikt vor.
„Begrüßt Wiress Blair und Beetee Baxter!“, fordere ich die Menge auf, welche sie noch immer klatschend empfängt. Ich sehe eine verängstigte Wiress, die hinter Beetee dackelt. Ich warte, bis sie sich gesetzt haben, bis ich Platz nehme und lächele die beiden aufmunternd an.

„Fangen wir wieder mit unserem männlichen Tribut an“, verkünde ich und gebe Wiress eine kleine Frist, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich beäuge Beetee amüsiert, während mein Ton extra fröhlich und nett gehalten ist. Ich hoffe, vor allem Wiress mit den folgenden Worten nicht zu verschrecken.
„Erinnerst du dich noch an die Aufnahme vor etwa zwei Monaten, in denen man dich und Wiress“, ich nehme sie kurz in Augenschein und wende meinen Blick wieder auf den Erfinder, „miteinander hat liebäugeln sehen? Nunja, was kann man da groß sagen, außer: Beetee, du bist uns eine Erklärung schuldig!“ Mein Tonfall ist gespielt klagend und ich wackele mit dem Zeigefinger, aber die Belustigung und Neugier spiegelt sich in meinen Augen.
„Das ganze Land hat darauf getippt, dass ihr beide“, wieder schaue ich beide einmal sorgfältig an, „ein Paar wäret. Aber beim Ball haben wir dich mit Abby Joules tanzen sehen, der Tributin aus 5, und es sah definitiv so aus, als seiet ihr Geliebte.“ Jetzt ist es definitiv mehr Neugier, die ich empfinde, weswegen ich mich unbewusst weiter nach vorne beuge. Ich versuche, meinen Tonfall nicht zu fordernd klingen zu lassen. „Klärt uns doch bitte auf; ist es Biress oder Babby?“

Interessiert lausche ich Beetees Erwiderung und wende mich dann an Wiress. Angesichts Beetees Antwort, bin ich vermutlich jetzt noch neugieriger als zuvor.
„Wie findest du das?“, frage ich die zarte Frau vor mir gerade heraus. Ob sie wohl eifersüchtig ist? Ist sie verletzt? Wie steckt sie diese Zurückweisung weg? Ich lehne mich noch ein wenig nach vorne. Hoffentlich hat sie wenigstens Brutus aus ihren Gedanken verbannt.

„Nun gut, dann entfernen wir uns mal von dem Thema und kommen zu etwas anderem.“
Jetzt lehne ich mich in meinem Stuhl zurück und lasse meinen Blick vom einen zum anderen schweifen. Diese Frage wird sie hoffentlich mehr erfreuen und es ist gleichzeitig eine tolle Möglichkeit, potentiellen Sponsoren klar zu machen, was sie für unser Land getan haben!
„Das Land hat euch beiden so viel zu verdanken!“, spreche ich also aus. „Etliche Erfindungen, die uns große Dienste geleistet haben, gehen auf euer Genie zurück und ihr habt teilweise sogar bei den Hungerspielen geholfen! Welche eurer Erfindungen mögt ihr am Liebsten, ob Vergangene oder eigentliche Zukünftige, und warum liegt sie euch so nah am Herzen?“

Dieser Frage bringe ich eine andere Neugier gegenüber als den anderen beiden. Natürlich interessiere ich mich brennend um deren Liebesleben, aber diese Frage sehe ich schwerer gewichtet und verfolge sie mit aufrichtigerem Interesse.


[@Lyme @Brutus: Wenn ihr darauf noch etwas antworten wollt, dann sagt mir bitte Bescheid und ich bearbeite es in den Post hinein. Dann bleibt es hier übersichtlich. Smile]
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Beetee Baxter am Mo 7 Sep - 20:19:57

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:25 Uhr
Caesar, Wiress und Beetee


Immer wieder schien die glitzernde und blinkende Uhr an der Wand des Studios Beetees Blick magisch anzuziehen. Seufzend löste er diesen wieder und ließ ihn stattdessen weiter zu seiner Freundin wandern, die noch nervöser aussah, als er selbst sich fühlte.
Er mochte Interviews nicht. Schon generell. In all den Jahrzehnten, die mittlerweile vergangen waren, seit das erste Mal bei einer Ernte seinen Namen gehört hatte, hatte er sich nie wirklich daran gewöhnen können. Ganz gal ob es um eine seiner Erfindungen, oder – seltener – einen seiner Tribute gegangen war. Doch er hätte nie gedacht, dass er jemals wieder auf Caesars speziellem Stuhl sitzen und ganz Panem davon überzeugen würde müssen, dass er kein Totalversager war.


Wenigstens war er heute dabei nicht alleine. Er lächelte Wiress aufmunternd zu und wollte gerade den Mund öffnen, als er aus dem Augenwinkel bemerkte, dass sie beobachtet wurden und aus Reflex seinen Blick in Brutus Richtung wandte. Ein schwerer Fehler.
"Na Baxter, ich hoffe ihr beide habt euch schon voneinander verabschiedet"  
Charmant wie immer.
Beetee runzelte verärgert die Stirn und drehte sich wieder weg.
„Ignorier den Idioten.“, flüsterte er Wiress zu. „Dem ist wohl das falsche Gold seiner peinlich pompösen Rüstung zu Kopf gestiegen.“
Warum mussten sie auch überall ausgerechnet nach Distrikt 2 an der Reihe sein? Es war so schon schwierig genug für sie, die Nerven vor so einem wichtigen Auftritt zu behalten. Schließlich wusste jeder, wie schüchtern sie war.. und wie sehr sie es hasste, wenn sie alle Welt anstarrte – was sich heute kaum vermeiden ließ.
„Konzentriere dich einfach auf das Interview. Und darauf, dass ich neben dir und für dich da bin.“
Er schenkte ihr ein vorsichtiges Lächeln und hielt ihr fragend seinen kleinen Finger hin, damit sie ihren einhaken konnte, während sein Blick zu dem Fernseher wanderte, in dem die Show auf der Bühne vor ihnen live übertragen wurde. Natürlich war Brutus ganz in seinem Element. Saß in seiner polierten Gold-Rüstung, die ihn aussehen ließ, wie ein Sportpokal in Lebensgröße, da und schwadronierte wie üblich darüber, mit Sicherheit als Sieger hervorzugehen. Wenn ohnehin ganz Panem das schon wusste – wie er offensichtlich meinte – wozu sollten sie das Ganze dann überhaupt ausfechten?

"Hoffentlich unterfordern mich die Spiele nicht!“
Ob es ihm eigentlich auch irgendwann zu langweilig wurde, sich selbst beim Reden zuzuhören? Er klang, wie das portable Musikgerät, dass er der Dame in der Maske vorhin nebenbei repariert hatte, während sie zum Dank versuchte hatte, ihn mit Puder zu ersticken. Das billige Ding war auch hängen geblieben und hatte immer wieder nur die gleichen paar Zeilen des Songs eines Mannes mit angenehmer, aber zumindest in diesem Fall furchtbar melancholisch Stimme abgespielt hatte, den die junge Frau ihm begeistert als Ricardo Adore vorgestellt hatte. Nur, dass Brutus Stimme alles andere als traurig klang, sondern stattdessen vor Selbstverliebtheit triefte.
„Aber wenn du so fragst, gerade hinter der Bühne habe ich die zwei Verrückten aus Distrikt drei entdeckt. Sie standen beide so jämmerlich da, so dass ich beschlossen habe, dass einer von ihnen mein erstes Opfer am Füllhorn wird.“
Moment, was?!
Sein Kopf fuhr hoch und er fixierte den Bildschirm. Hatte er da wirklich gerade gedroht, sie gleich als erstes zu töten? Ihm war schon klar gewesen, dass sie sich vor Brutus hüten mussten, aber dass er sie so direkt herausforderte, kam dann doch überraschend. Wobei herausfordern relativ war. Eigentlich kündigte er nur an, sie auf ausgesprochen unangenehme Weise zu vernichten.
Obwohl Beetee versuchte, das nicht an sich herankommen zu lassen, spürte er, wie sich sein Magen verkrampfte. Er verspürte nicht gerade das Bedürfnis nach einem Messer zwischen den Augen und der Tod, den er Wiress ankündigte, ließ nicht nur sie schaudern. Ausnahmsweise ging er für einen Moment dem Bedürfnis nach etwas mehr Körperkontakt nach und griff statt nur ihrem kleinen Finger ihre ganze Hand, drückte sie tröstend.

„Das werde ich auf keinen Fall zulassen.“, versicherte er ihr und als er an sich herabblickte und ihm klar wurde, dass sie das – bei aller Freundschaft – vermutlich nicht komplett beruhigen würde, fügte er noch hinzu:
„Und unsere Verbündeten ganz bestimmt auch nicht.“
Die waren dann doch um einiges schlagkräftiger – zumindest ein Teil von ihnen - und wussten, was auf dem Spiel stand. Das Land war in Aufruhr. Die würden nicht zulassen, dass die seit Jahren überfällige – ja für die Menschen in den Distrikten lebensnotwendige - Revolution von einer von Brutus' Launen verhindert werden würde. Und sie selbst auch nicht. Sollte Brutus nur kommen... sie würden einfach nicht da sein...
Im Durcheinander des Blutbades würden sie schon ungesehen verschwinden können. Auch wenn sie leider kaum darum herum kommen würden, beim Füllhorn 'ihre Waffen' zu besorgen.

Während Brutus weiter angab und Caesar anschließend mit dessen auch nicht viel weniger furchteinflößenden Distriktpartnerin über deren Liebesleben diskutierte, blieb Beetee schweigend neben seiner besten Freundin stehen, hielt einfach nur weiter vorsichtig ihre Hand und strich beruhigend mit dem Daumen über ihren Handrücken, bis sich Caesar von seinen Gästen verabschiedete und eine seiner Mitarbeiterinnen ihnen mit einem Winken deutete, dass sie als nächstes an der Reihe waren.
„Versuch nicht daran zu denken und dich auf das Interview zu konzentrieren. Dich aus dem Konzept zu bringen, ist genau das, was er will. Nur deshalb hat er das gesagt. Gönn ihm diese Befriedigung nicht.“, flüsterte er ihr zu und rang sich ein Lächeln ab. „Gemeinsam überstehen wir alles.“
Dann straffte er seine Schultern und betrat die Bühne, versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie unangenehm es ihm war, gefilmt zu werden... und dass Brutus' Worte durchaus auch ihn verunsichert hatten. Wenn er es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ausgerechnet sie beide möglichst früh zu töten, würde das ihr Überleben, bis ihre Mission erledigt war, noch um einiges schwieriger machen. Beetee konnte nur hoffen, dass Johanna und Finnick klar war, wie sehr sie sie brauchten – und dass Abby nicht zwischen die Fronten geriet. Er schob diese unangenehmen Gedanken schnell beiseite und setzte sich auf den ihm dargebotenen Stuhl, zupfte nervös seinen Kragen zurecht und dankte seinem Stylisten im Stillen, dass sein Outfit um einiges dezenter war als Brutus' schillernde Rüstung. Sein Anzug glänzte zwar silbrig und hie und da war eine Leuchtdiode eingearbeitet, aber alles in allem sah er eher schick als extravagant aus.

„Fangen wir wieder mit unserem männlichen Tribut an“
„Danke, Caesar.“, antwortete er freundlich, fügte aber – da er Brutus' Drohungen kaum auf sich sitzen lassen wollte – etwas kälter, wenn auch mit sehr ruhiger, fast wissenschaftlicher Stimme hinzu:
„Und ich möchte mich natürlich auch bei Brutus bedanken, der mir – für den Fall, dass er mich in die Finger bekäme einen kurzen und verhältnismäßig schmerzlosen Tod versprochen hat.“
Er ließ unbewusst seine Finger knacksen und schon seine Brille zurecht, lächelte freudlos in die Kamera.
„Ich bin mir sicher, dass auch er nicht allzu lange leiden wird müssen, wenn er in eine von Wiress' und meinen Fallen geraten sollte...“
Sie beide mochten aus gutem Grund die direkte Konfrontation mit dem unsympathischen Muskelprotz vermeiden, das hieß aber noch lange nicht, dass sie so etwas wie Freiwild waren. Immerhin hatten auch sie ihre Spiele gewonnen – und das nicht einmal unverdient.

Doch Caesar hatte offenbar mittlerweile genug von Drohungen – verständlich, Brutus' hatte mit seinem Auftritt vermutlich schon genug Testosteron für den gesamten Abend versprüht – und steuerte das Gespräch recht schnell in eine andere Richtung, die Beetee allerdings ein wenig verwirrte.
„Erinnerst du dich noch an die Aufnahme vor etwa vier Monaten, in denen man dich und Wiress... miteinander hat liebäugeln sehen?“
Nein, eigentlich nicht. Er zog angestrengt nachdenkend die Augenbrauen zusammen. Was für Aufnahmen? Und liebäugeln? Er war sich nicht einmal ganz sicher, ob er genau wusste, was das bedeutete. Jedenfalls war es nichts, was er mit Wiress tat. Sie tauschten sich aus. Sie vertrauten einander bedingungslos und beendeten sich gegenseitig ihre Sätze, wenn einer von ihnen in der Zwischenzeit von einer anderen Idee abgelenkt wurde, aber geliebäugelt hatten sie seines Wissens noch nie.  
„Nunja, was kann man da groß sagen, außer: Beetee, du bist uns eine Erklärung schuldig!“  
Er versuchte sich zu erinnern, indem er das ganze zeitlich einordnete. Vor vier Monaten... Was hatte er da gemacht? Das Jubel-Jubiläum war verkündet worden, er war ins Kapitol zitiert worden, weil Snow wollte, dass er sich freiwillig meldete und... er war ins Kapitol zitiert worden!


Ganz langsam und dunkel kamen Erinnerungen an unverschämte Reporter hoch, die ihn und Wiress bei ihrem Abschied am Bahnhof belästigt hatten.
Caesar konnte doch nicht wirklich glauben, dass sie beide...?! Wegen eines Abschiedskusses auf die Stirn? Gerade er als Kapitoler, wo die Leute hier doch halb nackt herumliefen und Liebespaare ihre Leidenschaft alles andere als dezent zur Schau stellten.
„Das ganze Land hat darauf getippt, dass ihr beide ein Paar wäret.“
Oh doch, er konnte.
Im Gegensatz dazu konnte Beetee nicht verhindern, dass seine Ohren zu glühen begannen.
„Aber beim Ball haben wir dich mit Abby Joules tanzen sehen, der Tributin aus 5, und es sah definitiv so aus, als seiet ihr Geliebte.“
Das hatte durchaus seine Richtigkeit. Auch, wenn er nicht allzu gern über sein Privatleben sprach. Wenigstens stimmte das. Er wollte sich dazu äußern, doch der Moderator ließ ihn gar nicht recht zu Wort kommen, brabbelte enthusiastisch weiter.


„Klärt uns doch bitte auf; ist es Biress oder Babby?“  
„Bi-was?!“, hakte er verwirrt nach. „Und was ist ein Babby?!“
Verunsichert und ein bisschen besorgt musterte er Caesar. Hatte der arme Mann vielleicht gerade einen Schlaganfall? Doch der schien immer noch sehr sicher und fit auf seinem Stuhl zu sitzen. Ein bisschen unangebracht weit zu ihnen gelehnt vielleicht, aber dennoch machte er einen völlig gesunden Eindruck.
Eventuell hatte Beetee sich ja verhört.
Babby? Ba...by?!
„Ich werde doch nicht Vater!“, protestierte er sofort entrüstet. Wo kamen denn nur immer all diese verrückten Gerüchte im Kapitol her?!  
„Abby und ich...“ Beinahe wäre ihm herausgerutscht, dass das biologisch gar nicht möglich war, doch stattdessen breitete sich die Röte seiner Ohren nur über sein gesamtes Gesicht aus und er klappte den Mund wieder zu. Dass Abby und er bisher noch nie miteinander... ging nun wirklich niemanden außer sie beide etwas an.  
„...sind noch gar nicht so lange...“ Wie nannten die jungen Leute heute das heutzutage? Verbunden? Versammelt?
„...zusammen.“, fiel ihm endlich ein und er seufzte erleichtert, während er versuchte mit den Gedanken seine Gesichtsfarbe wenigstens eine Schattierung heller zu beschwören.
„Also nein, kein Baby.“ Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Das wäre doch auch sehr ungünstig in der Arena und daher in diesem Fall gar kein Grund zur Freude.“
Bei all ihrer Sucht nach Skandalen und Begeisterung über das Jubel-Jubiläum, an dem nur Leute teilnahmen, die sie seit Jahren kannten und angeblich 'liebten', vergaßen die Menschen hier wohl, dass – so zumindest war es vorgesehen – nur ein einziger ihrer 'Lieblinge' die Arena wieder lebend verlassen würde. Dreiundzwanzig Menschen würden sterben und das einzige, was die Kapitoler interessierte war, dass er mit Abby getanzt und seine beste Freundin vor ein paar Monaten zum Abschied auf die Stirn geküsst hatte. Er seufzte leise. Aber so waren sie nun einmal. Das war es, was sie wissen wollten und unter Umständen vielleicht mehr Sympathien brachte.


„Wiress und ich waren schon immer Freunde.“ Für einen Moment wandte er sich von Caesar ab, um ihr ein sanftes Lächeln zu schenken. „Im Grunde seit den ersten Worte, die sie nach der Ernte an mich gerichtet hatte...“
An die konnte er sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Sie hatte ihn gefragt, woran er vorhin noch gearbeitet hatte. Hatte die für das Löten so typischen Verletzungen an seiner Hand sofort gesehen und richtig zugeordnet. Schon in diesem Augenblick hatte er gewusst, dass er jemand ganz Besonderen vor sich stehen gehabt hatte.
„Mehr als Freunde. Seelenverwandte. Wir haben so viel gemeinsam und ergänzen uns in verschiedener Hinsicht doch perfekt.“
Wie in ihrer Arbeit. Obwohl sie beide ständig nach Wegen suchten, das Unmögliche möglich zu machen, verfolgten sie dabei völlig unterschiedliche Ansätze. Er schuftete unermüdlich. Ging nach System vor – auch, wenn das System für manche Menschen schwer zu erkennen war – und verzweifelte oft über seinen Erfindungen. Wiress hingegen schien fiel öfter einfach zu 'spüren', was sie zu tun hatte. Wusste intuitiv was richtig war – auch, wenn sie deswegen nicht weniger eifrig arbeitete. Dafür ließ sie sich leichter von ihren eigenen Gedanken ablenken, während er sich an einer Idee festbiss wie ein wütender Hund, bis er fertig war.
„Für mich gehören wir zusammen wie Proton und Neutron.“, ergänzte er und blickte Caesar ernst an. „Aber wir waren noch nie ein Paar... in romantischer Hinsicht. So definiert sich unsere Beziehung einfach nicht.“
Jahrelang hatte er sogar gedacht, dass Wiress sich überhaupt nicht für diese Art der Nähe und des Vertrauens interessierte. Dass sie eine solche Liebe überhaupt kennengelernt hatte, hatte er erst von einem schmierigen Politiker erfahren müssen. Der Gedanke, dass seiner besten Freundin ihr einziges Glück so schnell wieder entrissen worden war, stimmte ihn traurig und einen schwachen Moment lang, fragte er sich, ob ihm wohl das gleiche Schicksal blühte. Zwar hatten Abby und er Jahre gehabt, um sich näher kennenzulernen, doch den Schritt zum Liebespaar hatten sie auch erst vor wenigen Tagen gewagt. Das Bild seiner toten, gebrochenen Freundin formte sich ganz gegen seinen Willen vor seinem geistigen Auge und er schüttelte den Kopf, um ihn wieder loszuwerden und sich auf dieses Interview zu konzentrieren.

„Abby hingegen ist auf ganz andere Art genauso etwas Besonderes für mich...“
Und da er bei allem Willen sich für Sponsoren ordentlich zu präsentieren hier nicht sein Gefühlschaos vor ganz Panem breittreten wollte, flüchtete er sich in einen Witz.
„Auch sie und ich ergänzen uns perfekt. Zum Beispiel kann sie ganz fantastische Muffins backen... und niemand vernichtet die so schnell und gewissenhaft wie ich...“
Zu seiner großen Erleichterung wurde im Publikum tatsächlich darüber gelacht und er warf der Kamera ein scheues Lächeln zu, richtete seine Krawatte, während Caesar Wiress nun darüber ausfragte, was sie wohl von seinem – oder auch ihrem – Privatleben hielt und dann glücklicherweise doch noch das Thema wechselte.

„Das Land hat euch beiden so viel zu verdanken!“, stellte er fest und das war gar nicht so übertrieben.
„Etliche Erfindungen, die uns große Dienste geleistet haben, gehen auf euer Genie zurück und ihr habt teilweise sogar bei den Hungerspielen geholfen! Welche eurer Erfindungen mögt ihr am Liebsten, ob Vergangene oder eigentliche Zukünftige, und warum liegt sie euch so nah am Herzen?“  
Besser. Viel besser. Auf diesem Gebiet fühlte er sich doch schon um einiges trittsicherer.
Er atmete erleichtert durch und schob seine Brille zurecht, bevor er sich leise räusperte.
„Die Frage ist leichter zu beantworten, als das meinem Gewissen nach eigentlich der Fall sein sollte.“
Etwas, das vermutlich nicht jeder nachvollziehen konnte, weshalb er erklärend nachsetzte:
„Weißt du Caesar, eigentlich sollte ein guter Vater doch alle seine Kinder gleich lieben...“ Beetee wartete einen weiteren kurzen Lacher ab. „... aber es gibt in der Tat Erfindungen, die mir wichtiger sind als andere.“
Ganz unten rangierten zum Beispiel all die unwichtigen, modischen Kinkerlitzchen, die nun einigen Kapitolern ihr bequemes Leben noch weiter erleichterten, doch das sprach er lieber nicht aus.


„Meinen größten Schatz... mein Vermächtnis, wenn man so sagen möchte, habe ich erst dieses Jahr erfunden.“
Sein Lebenswerk.  
„Sensorische Hologramme.“ Er machte eine bedeutungsschwangere Pause, bevor er für diejenigen, die davon noch nichts gehört hatten und keine Ahnung von Fremdwörtern hatten, erklärte:
„Hologramme, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Es hat mit Feuer angefangen, wurde aber noch auf einige andere Systeme ausgeweitet. Nur an Wasser sind wir kläglich gescheitert.“, gestand er und lächelte dabei wehmütig. Das war aber so gut wie möglich zu bewerkstelligen. Wobei in ein paar Jahren... vielleicht fand ja ein anderer kluger Kopf eine Möglichkeit, für die Wiress und er einfach nicht genug Zeit gehabt hatten.


„Aber stell dir nur vor, was das in Zukunft bringen wird, Caesar. Telefonate, bei denen man seinem Gesprächspartner in Hologramm-Form gegenüber sitzen und ihn sogar berühren kann.“
So etwas hätten Abby und er gebrauchen können. Das hätte ihre Dienstag-Nachmittag Schachpartien noch um einiges schöner gemacht. Hätte ihnen das Gefühl gegeben sich trotz der großen Distanz, die sie getrennt hatte, doch irgendwie nahe zu sein.


„Noch vor einem Jahr hätte sich das niemand vorstellen können. Aber daran sieht man wieder einmal... es gibt nichts, was ein wenig Hirnschmalz und logische Überlegungen nicht möglich machen können...“
So wie einen Aufstand, der das Kapitol in seinen Grundfesten erschüttern würde.
„So wie einen Sieg in der Arena.“, schloss er stattdessen und nickte Wiress freundlich zu, um ihr noch einmal das Wort zu überlassen, bevor sie endlich wieder beide von dieser Bühne flüchten konnten.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Wiress Blair am Di 8 Sep - 21:09:45

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:25 Uhr
Caesar, Wiress und Beetee


Noch sechs Minuten und siebenunddreißig Sekunden.
Kleine feine Schweißperlen, so winzig, dass man sie fast nicht erkannte, hatten sich auf der Stirn der Siegerin gesammelt. Man mochte sie nicht sehen können, aber Wiress spürte jede einzelne, spürte wie sie ganz langsam durch die Schicht von Make Up an die Oberfläche pressten um dort widerlich langsam an ihren Schläfen herunter zu laufen. Das hier war fast ebenso schlimm, wie die Spiele selbst. Alleine die Vorstellung daran, wie viele Menschen ihr zuhören würden, sie ansehen, sie mustern...beurteilen. Beurteilen war das richtige Stichwort. Gerade mal um einen Punkt hatte sie sich verbessert bei diesem Training. Nicht nur, dass sie den Rekord für die erstmals vergebene, schlechteste Bewertung bei ihren eigenen Spielen bekommen hatte, jetzt hatte sie auch noch den Rekord für die schlechteste Bewertung bei einem Jubeljubiläum abgeräumt. Wiress schnaubte, verärgert über sich selbst und zog unruhig an dem beigfarbenen, mit schwarzer Spitze besticktem Kleid herum. Sie würde noch einen Anfall bekommen.
Einziger Trost an diesem Interview war, dass sie immer gemeinsam mit dem Distriktpartner stattfanden, was widerum bedeutete, Wiress würde mit Beetee auf der Bühne stehen. Wie sehr hätte sie das bei ihren eigenen Spielen gebraucht.

"Na Baxter, ich hoffe ihr beide habt euch schon voneinander verabschiedet" donnerte Brutus neben ihnen los, als er in Richtung der Bühne marschierte, sodass Wiress zusammenzuckte. Absolut widerlicher Kerl und in Natura sah er deutlich angsteinflößender aus, als damals zuhaus in Distrikt 3 kurz nach der Ernte...Als Beetee und sie noch kleine Scherze auf seine Kosten gemacht hatten. Das mit dem Scherzen war ziemlich offensichtlich vorbei.

„Ignorier den Idioten.“
sagte ihr Freund leise. „Dem ist wohl das falsche Gold seiner peinlich pompösen Rüstung zu Kopf gestiegen.“
Wiress nickte unsicher und beobachtete, wie der Distrikt 2 Muskelberg in Gefolgschaft seiner, neben ihm sehr zierlich aussehenden, Distriktpartnerin auf die Bühne stapfte und von Caesar dort begrüßt wurde.

"Schon erstaunlich wie DNS einen Menschen derartig aufpusten kann.." murmelte sie vor sich her während sie die Übertragung auf einem Bildschirm sahen.. "Mit einer Hand könnte er einen Kürbis zerquetschen....oder eine Melone...oder...einen..Kopf." fügte sie fiepsend an.
„Konzentriere dich einfach auf das Interview. Und darauf, dass ich neben dir und für dich da bin.“ Beetee lächelte und hielt ihr seinen kleinen Finger hin. Dankbar erwiderte Wiress sein zögerliches Lächeln und berührte vorsichtig mit ihrem Finger Seinen.

Brutus' Worte waren wie üblich ebenso aufgeblasen, wie er selbst. Eines Tages würde er in einem dieser unendlich arroganten Monologen noch platzen, wenn er so weiter machte.
"Aber wenn du so fragst, gerade hinter der Bühne habe ich die zwei Verrückten aus Distrikt drei entdeckt. Sie standen beide so jämmerlich da, so dass ich beschlossen habe, dass einer von ihnen mein erstes Opfer am Füllhorn wird."
Dieser Schlag ging sehr tief in die Magengrube und aus den feinen Schweißtröpfchen wurden ganz plötzlich reißende Wasserfälle. Hat er....Hat er grade? Aber noch bevor Wiress überhaupt realisieren konnte, was Brutus da von sich gegeben hatte, setzte dieser noch einen drauf.
"Bei Baxter wird es relativ schnell geschehen. Ein Messer zwischen den Augen und der Rest erledigt sich von alleine. Aber bei der Verrückten werde ich mir Zeit lassen. Zuerst werde ich ihr alle Finger einzeln abschneiden, bevor mein Speer ihre Kehle durchstößt."
Da war er: Der Drang sich übergeben zu wollen. Innerlich war in Wiress ein Krieg ausgebrochen, von dem äußerlich nur eine leichenblasse, verängstige Hülle zu sehen war. In ihr drin, schienen sämtliche Organe einfach zu rebellieren inklusive eines stechenden Kopfschmerzes genau durch die linke Schläfe. Dass Beetee nun ihre ganze Hand genommen hatte, war nur vom Vorteil. Immerhin hielt sie das davon ab, sich bei dem Gedanken an ihre verstümmelten Hände nicht in den Blumenkübel neben sich zu entleeren.
Das werde ich auf keinen Fall zulassen. Und unsere Verbündeten auch nicht!" redete Beetee auf sie ein.
"Aber aber... er will.. Hast du gehört was er gesa... Verstümmeln..Es reicht ihm nicht mal mich zu töten... er will..." stotterte sie panisch vor sich her und überschlug sich beinahe bei jedem Wort.
„Versuch nicht daran zu denken und dich auf das Interview zu konzentrieren. Dich aus dem Konzept zu bringen, ist genau das, was er will. Nur deshalb hat er das gesagt. Gönn ihm diese Befriedigung nicht.“,
"Jj...j..jja... Oh oohh..ohhkay..." wimmerte sie und drückte die Hand ihres Freundes noch fester.
„Gemeinsam überstehen wir alles.“

Der Weg auf die Bühne kam Wiress endlos vor, während die Stimmen und Schreie vermischt mit dem Klatschen um sie herum langsam aber sicher zu einem unangenehmen Rasseln wurde. Sie lächelte mild, aber wirklich echt war es nicht. Festgeklammert an Beetee's Arm tapste sie ihm Schritt für Schritt hinterher.
Wie dankbar war sie, als Caesar dann auch noch mit ihrem Freund begann, so blieb ihr wenigstens die Illusion, sie hätte noch Zeit zum Nachdenken.

„Und ich möchte mich natürlich auch bei Brutus bedanken, der mir – für den Fall, dass er mich in die Finger bekäme einen kurzen und verhältnismäßig schmerzlosen Tod versprochen hat.“ begann Beetee seine Eröffnung, in Wiress Augen ein kluger Schachzug auf den sie nicht gekommen wäre. Erstaunlich wie tiefenentspannt Beetee aussah, während er das sagte.
„Ich bin mir sicher, dass auch er nicht allzu lange leiden wird müssen, wenn er in eine von Wiress' und meinen Fallen geraten sollte...“ Der Gedanke war zu schön, auch wenn sie kein gewalttätiger Mensch war. Aber Brutus zuckend in einem Drahtnetz, die Augen nach Innen gedreht von den Muskelüberspannungen im Nervensystem. Niemand außer Snow selbst, hätte so etwas mehr verdient.

Erinnerst du dich noch an die Aufnahme vor etwa vier Monaten, in denen man dich und Wiress... miteinander hat liebäugeln sehen?“ begann Caesar und da war es wieder: Der fiese Schlag in die Magengrube. Wiress hatte Mühe die Fassung zu bewahren, denn sie wusste sofort was vor genau 4 Wochen pausenlos Reporter ins Dorf der Sieger von Distrikt 3 gelockt hatte. Dass er es wagte, diese Story hier jetzt aus zu packen.
"Das ganze Land hat darauf getippt, dass ihr beide ein Paar wäret.Aber beim Ball haben wir dich mit Abby Joules tanzen sehen, der Tributin aus 5, und es sah definitiv so aus, als seiet ihr Geliebte." Das setzte dem Ganzen die Krone des Wahnsinns auf. Natürlich. Ein dramatisches Liebesdreieck. Wiress zog scharf die Luft ein, das war wirklich nicht aus zu halten. Den ganzen Nachmittag hatte sie sich seelisch darauf eingestellt, wegen ihrer schlechten Punktzahl oder ähnlichem aus gequetscht zu werden und dann sowas. Caesar schien aber Spaß daran zu haben, immer noch eine Stufe drauf zu setzen, also holte er nochmal aus.

„Klärt uns doch bitte auf; ist es Biress oder Babby?“ Verwirrt sah sie zu ihrem Freund hoch, der aber mit den Begriffen ebenso wenig anfangen konnte wie sie, jedenfalls erkannte man das an den Fältchen zwischen seinen Augen, die immer dann auftauchten, wenn er etwas zu begreifen versuchte. Verständlich, immerhin klang das absolut absurd. Biress...das klang fast so als....als...Hatte er...oh, er hatte doch nicht etwa ihre...Namen...vermischt? Wieso um alles in der Welt sollte man das tu......
Wiress zog ihre Lippen zu einem geraden Strich als sie den Kontext begriff.
Deswegen.
Beetee schien immer noch seine Probleme damit zu haben.

„Bi-was?!“, hakte er verwirrt nach. „Und was ist ein Babby?!„Ich werde doch nicht Vater!“ Was das jetzt damit zu tun hatte, wusste sie auch nicht so ganz, es tat ihr nur innerlich weh, dass er nun erneut vor der ganzen Nation über seine Gefühle und seine Beziehungen Rechenschaft ablegen musste und sie selbst...stand daneben und war machtlos.
„Abby und ich...sind noch gar nicht so lange...zusammen" begann er nach Worten suchend und verneinte dann noch die Existenz eines möglichen Babys.
„Wiress und ich waren schon immer Freunde.Im Grunde seit den ersten Worte, die sie nach der Ernte an mich gerichtet hatte...“ fuhr er fort und schenkte ihr ein ehrliches Lächeln, das sie erwiderte. Sehr gut erinnerte sie sich daran. Sie hatte im Abteil gesessen und gesungen, als er hereinkam. Sofort waren ihr die kleinen Brandspuren an seinen Fingern aufgefallen, die noch nicht sehr alt hatten sein können. Lötspuren. Dieses Gespräch war das Erste in ihrem Leben, in dem sie sich gerne unterhalten hatte, in dem sie mit jemanden gesprochen hatte, der sie nicht für verrückt...sondern genial hielt. Das erste Mal in ihrem Leben....

"Mehr als Freunde. Seelenverwandte. Wir haben so viel gemeinsam und ergänzen uns in verschiedener Hinsicht doch perfekt. Für mich gehören wir zusammen wie Proton und Neutron. Aber wir waren noch nie ein Paar... in romantischer Hinsicht. So definiert sich unsere Beziehung einfach nicht." Er hatte das so schön gesagt, das Wiress fast vergessen hatte, wo sie sich eigentlich gerade befand. Aber es war einfach so erleichternd bestätigt zu bekommen, dass es jemanden in dieser Welt gab, der sie nicht für seltsam oder verrückt hielt, sondern sie so verstand, wie sie war.
Auch die Worte die er über Abby sagte, rührten Wiress und sie war innerlich froh, Beetee damals darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass seine Gefühle bei jemandem Erwiderung bekommen würden. Wie er so da stand und...irgendwie strahlte wärend er ihren Namen sagte und über ihre Backkünste sprach. Ihr wurde ganz warm ums Herz.
Das sollte mal jemand jetzt noch in den Klatsch-Dreck ziehen.

Nachdem Beetee fertig war, lenkte Caesar nun auf Wiress um und sprach sie direkt an.
„Wie findest du das?“ fragte er.
"Nie wurde mehr Wahrheit gesprochen, als eben gerade genau hier." sagte Wiress nach einiger Überlegung mit sanfter Stimme und lächelte mild, ehe sie wieder verstummte. Damit musste Caesar sich jetzt wohl oder übel begnügen, denn egal was sie jetzt sagen würde, man würde es entweder falsch auslegen, oder es wäre nicht mal halb so gut, wie das was Beetee gesagt hatte.
Zu Wiress Erleichterung wechselte Caesar jetzt auch endlich das Thema.

„Das Land hat euch beiden so viel zu verdanken! Etliche Erfindungen, die uns große Dienste geleistet haben, gehen auf euer Genie zurück und ihr habt teilweise sogar bei den Hungerspielen geholfen! Welche eurer Erfindungen mögt ihr am Liebsten, ob Vergangene oder eigentliche Zukünftige, und warum liegt sie euch so nah am Herzen?“ Man merkte an dem Druck von Beetee's Hand, der langsam nachließ, wie viel entspannter diese Frage für ihn war und Wiress konnte das innerlich nur bestätigen. Hier ging es endlich um Tatsachen und um das was sie beide als Freunde noch enger verband: Ihre Erfindungen. Wieder nahm Beetee ihr die Bürde ab, als erstes antworten zu müssen.
„Die Frage ist leichter zu beantworten, als das meinem Gewissen nach eigentlich der Fall sein sollte.Weißt du Caesar, eigentlich sollte ein guter Vater doch alle seine Kinder gleich lieben...aber es gibt in der Tat Erfindungen, die mir wichtiger sind als andere.“ Das verstand Wiress mehr als gut, es gab einfach Dinge und Projekte in die man jahrelang Herzblut steckte und dann gab es jene, die eher so eine Laune waren.
„Meinen größten Schatz... mein Vermächtnis, wenn man so sagen möchte, habe ich erst dieses Jahr erfunden.Sensorische Hologramme. Hologramme, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Es hat mit Feuer angefangen, wurde aber noch auf einige andere Systeme ausgeweitet. Nur an Wasser sind wir kläglich gescheitert.“ Wiress ging ein Schauder über den Rücken bei dem verflixten Wasserproblem. Die endlosen schlaflosen Nächte...und doch war es nicht fertig geworden.

„Noch vor einem Jahr hätte sich das niemand vorstellen können. Aber daran sieht man wieder einmal... es gibt nichts, was ein wenig Hirnschmalz und logische Überlegungen nicht möglich machen können...So wie einen Sieg in der Arena.“, Wiress schmunzelte bei Beetee's Abschlusssatz, war er doch so voller kleiner Botschaften, die die engstirnigen Kapitoler nicht zu entdecken vermögen. Ihre Gesichtszüge wurden dann doch wieder etwas angespannter, als man sie nun plötzlich wieder erwartungsvoll anstarrte.
"Mir..geht es ähnlich.." begann sie vorsichtig. "Mein..liebstes Stück Arbeit hat vierzehn Jahre penibelste Entwicklung verlangt und ist ebenfalls erst dieses Jahr fertig geworden. Eine biomechanische Vollgelenksprothetik mit Neurolyseanschlüssen..." Sie sah Caesars verwirrtes Gesicht. "Eine vollkommen bewegliche Handprothese mit der man fühlen kann." fügte Wiress kleinlaut an.
"Die Beweglichkeit durch Nerven hatte ich schon vor ein paar Jahren entwickelt und teilweise an anderen Siegern der Hungerspiele getestet, die Extremitäten verloren hatten." fuhr sie fort. "Aber ich wollte immer eine Hand erfinden, mit der man Wärme, Kälte...Trockenheit und Nässe... Hartes und weiches spüren konnte, wie eine richtige Hand aus Metall." Sie stockte einen Moment. "Sie ist zwar fertig geworden, aber bislang wurde sie nur sporadisch an einem Lebendobjekt getestet." Beinahe wäre ihr raus gerutscht, dass sie sie an sich selbst und ihren eigenen Haupthandgelenksnerven getestet hatte, aber das behielt sie lieber für sich.
"Das Endergebnis an einer Person wäre sicher ebenso atemberaubend wie die Test gewesen." schloss sie ihre Antwort auf seine Frage.


Wiress Beine zitterten als sie von der Bühne gingen und ihre Wangen glühten.
Es war vorüber.


Wiress Kleid (:
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am Mi 9 Sep - 21:20:35

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:25 Uhr
Caesar, Wiress und Beetee


Beetee gibt mir so viele Möglichkeiten zu lachen und es ist wirklich angenehm, mal wieder mit ihm zu plaudern. Viel zu selten hatte ich Beetee abfangen können, wenn er im Kapitol war.
Die Art und Weise wie der Erfinder auf Brutus Drohung reagiert hat, lässt mich kurz stolz lächeln. Diese kleinen, freundschaftlichen Kämpfe zwischen meinen Tributen. Sie kennen sich nun so lange! Brutus Humor ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber Beetee hat das gut pariert.
Wiress dagegen ist sehr still und zurückhaltend. Während Beetee Witze reißt und viel redet, verkriecht sie sich, als würde sie gar nicht hier sein wollen und das sorgt mich ein wenig. Sponsoren werden sie gar nicht erst in Betracht ziehen und auch wenn es vermutlich das letzte ist, was sie will, so legt es doch unwiderruflich auch ein schlechtes Licht auf Beetee.

„Bi-was?!“, ruft Beetee verwirrt aus, der offensichtlich nichts mit den Shipnamen anfangen kann.
„Ich werde doch nicht Vater!“
Jetzt liegt es an mir, verwirrt zu sein. Warum...? Beetee brabbelt weiter los und schließt gerade: „Also nein, kein Baby“, als ich endlich verstehe - und am liebsten haltlos drauf los lachen würde. Ich versuche mich im Zaun zu halten, allein schon, weil Beetee es so offensichtlich missverstanden hat und ich ihn nicht noch mehr in Verlegenheit bringen möchte, aber ein kichern kann ich mir einfach nicht verkneifen. Distriktler... sie überraschen einen immer wieder!

Im Folgenden höre ich nun seiner Rechtfertigung bezüglich seines Liebeslebens zu.
„Wir waren noch nie ein Paar... in romantischer Hinsicht. So definiert sich unsere Beziehung einfach nicht“, endet er seinen Vortrag über Wiress und ich lächele sanft.
„Das hast du sehr schön gesagt... Seelenverwandte. Das ist ein großes Wort und du hast es gewiss bedacht eingesetzt.“
Ich bitte ihn, noch etwas über Abby zu erzählen und er eröffnet, wie anders und dennoch besonders seine Beziehung zu ihr ist.
„Auch sie und ich ergänzen uns perfekt. Zum Beispiel kann sie ganz fantastische Muffins backen... und niemand vernichtet die so schnell und gewissenhaft wie ich...“
Schon wieder ein großer Lacher im Publikum. Ich fange richtig an, dieses Interview zu genießen. Beetee ist ausgelassen wie nie und auch wenn ihm das Thema ein wenig unangenehm scheint, eröffnet er uns seine Gefühle.

"Nie wurde mehr Wahrheit gesprochen, als eben gerade genau hier“, antwortet Wiress auf meine Nachfrage und ich erwarte noch mehr, aber es bleibt aus. Der Satz scheint auf dem ersten Blick unbedeutend und nichtssagend... dabei ist er das genaue Gegenteil.
„Das ist eine sehr schöne und weise Antwort“, sage ich lächelnd und bin endlich von der Richtigkeit der Dinge überzeugt. Es ist ganz anders als bei Lyme und Adam eben... die beiden sagen wirklich die Wahrheit und Erleichterung durchströmt mich. Niemand mit gebrochenem Herzen.

Bei der letzten Frage scheinen die beiden so richtig aufzugehen. Beetees Miene erhellt sich sichtbar und auch Wiress Antwort fällt deutlich ausführlicher aus.
Beetee erzählt stolz von seinem „Sensorischen Hologrammen“, nennt es sein “Vermächtnis“ und ist sogar so lieb, uns zu erklären, was das heißt.
„Das hört sich wirklich faszinierend an! Wie schade, dass du nicht weiter daran tüfteln kannst!“, entfährt es mir, ehe ich weiß, was da über meine Lippen kommt. An sich ist es keine schlimme Antwort, aber es trifft mich mehr, als man mir anmerkt. Ja... die beiden sind genial. Das Land wird ihr Genie missen, weil es es braucht.
„Aber stell dir nur vor, was das in Zukunft bringen wird, Caesar“, wirft Beetee ein und reißt mich aus meinen erschreckenden Gedanken. „Telefonate, bei denen man seinem Gesprächspartner in Hologramm-Form gegenüber sitzen und ihn sogar berühren kann.“
Ich lächele Beetee tapfer an und lasse mir nicht anmerken, dass mir die gelassene Stimmung verraucht ist. Ich versuche das Gefühl zu überspielen... wie immer, wenn es mich überfällt. Ich muss arbeiten. Ich werde gefilmt. Das ganze Land sieht zu. Das rede ich mir zu und es hilft.
„Und das kann man tatsächlich erfinden? Trotz der Entfernung und der Tatsache, dass man sich eben nicht gegenüber sitzt?“, frage ich interessiert nach. Das wären Welten an Fortschritte! Es ist undenkbar für mich!
„Es gibt nichts, was ein wenig Hirnschmalz und logische Überlegungen nicht möglich machen können... So wie einen Sieg in der Arena“, antwortet Beetee und für mich ist es ein schlauer Schachzug von ihm. Er macht seine Sache heute wirklich geschickt.
„Diese Spiele sind besonders. Niemand weiß, wer letztendlich gewinnen wird“, sage ich ermunternd. „Wie ist es bei dir, Wiress?“
"Mein liebstes Stück Arbeit hat vierzehn Jahre penibelste Entwicklung verlangt und ist ebenfalls erst dieses Jahr fertig geworden“, eröffnet sie uns mit ihrer zarten Stimme. "Eine vollkommen bewegliche Handprothese mit der man fühlen kann", erläutert sie uns und schmückt ihre Erzählung aus. “Ich wollte immer eine Hand erfinden, mit der man Wärme, Kälte...Trockenheit und Nässe... Hartes und weiches spüren konnte, wie eine richtige Hand aus Metall." Sie pausiert kurz, wie als wenn sie ihr Gedankengut für uns ordnen muss... als müsste sie eine Sprache finden, die wir verstehen, die auf unserem einfachen Level gehalten ist.
"Sie ist zwar fertig geworden, aber bislang wurde sie nur sporadisch an einem Lebendobjekt getestet."
In diesem Moment fühle ich so viel Ehrfurcht vor den beiden Gestalten vor mir, die unscheinbarer nicht hätten wirken können. Mir geht auf, wie wenig ihre Arbeiten doch verfolgt habe, obwohl ich ständig zu sagen pflege, dass mir alle Sieger wie Familie sind. Ich bin gleichzeitig so stolz auf sie, dass ich beinahe Tränen in den Augen habe. Ich bin schlichtweg überwältigt. Im ganzen Saal spürt man eine leicht überraschte Bewunderung. Als merken die Leute erst jetzt wirklich, wie genial diese verrückten Außenseiter doch sind.
„Es ist gewiss nicht nur ein großer Fortschritt in der Technik, sondern auch in der Medizin. Es ist mehr als schade, dass ihr daran nicht weiter arbeiten könnt. Ich hoffe, den Leuten ist eurer Genie jetzt ein wenig näher gebracht worden.“ Ich schaue kurz in dem Saal, zum Live-Publikum und dann zu den beiden Erfindern zurück. „Ihr habt so viel für unser Land gemacht. Die meisten wissen nicht einmal, dass Beetee das Kommunikationssystem überarbeitet und verbessert hat oder den bis dato beliebtesten Musikship erschaffen hat. Und wenn wir jetzt noch all' die Sachen hinzufügen, die du geleistet hast, Wiress... Da kommt eine beträchtliche Menge zusammen. Ihr seid die besten der besten. Da sollten sich Sponsoren doch zwei mal überlegen, ob sie diesen Vorteil missen wollen oder auf euch setzen, um euer Genie zu erhalten.“
Jetzt habe ich gewaltig Werbung für die beiden gemacht. Die Tribute aus 2 können für sich selber sprechen, aber die beiden haben ihre Leistungen für sich sprechen lassen. Ich war nur der Übermittler.


24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:27 Uhr
Caesar empfängt Mags und Finnick

Ich strahle meine nächsten Gäste an und setze mich nach ihnen.
„Distrikt 4! Ihr habt schon unsere schönsten Fischparfums hervor gebracht!“, lache ich. „Okay, schlechte Fischwitze sind wirklich ein mieser Einstieg. Wir sind doch hier vorurteilsfrei!“ Während ich rede, unterstütze ich meine Aussage wie immer mit viel Gestik und Mimik. Ich hab mir mal sagen lassen, dass es auf viele, die nicht im Kapitol wohnen, ein wenig abschreckend wirkt, aber ich rede ja nun mit unseren ehemaligen Siegern und sie kennen mich und sind es mittlerweile gewohnt.

„Werden wir also wieder ernst... Finnick, du giltst als begehrenswertester Mann Panems und hattest gewiss viele Liebesbeziehung hier im Kapitol. Die nächste Frage interessiert vor allem die Frauen... Gibt es irgendetwas, was du den Teuersten noch sagen möchtest, bevor du in die Arena ziehst?“

Bei der nächsten Frage beobachte ich die Reaktionen genau.
„Finnick, du hast schon vorher stolz verkündet, dass du dich freiwillig melden wirst und Mags, du hast es zu unser aller Überraschung auch gemacht. Was ist euch bei der Ernte durch den Kopf gegangen, als es dann soweit war?“
Das ist nach all den Jahren noch eine interessante Frage für mich. Ich weiß schlicht nicht, wie sie sich fühlen. Ich verstehe, dass es bei Jedem individuell ist - und doch... Sind sie sehr stolz auf ihren Distrikt und auf ihr Land, wenn sie sich freiwillig melden? Irgendwie muss ich sofort an Katniss denken und wie panisch sie war. Wie oft hatte ich verängstigte Tribute vor mir? Wie oft hab ich sie hinter den Kulissen in Panik ausbrechen sehen?
Ich verdränge die Gedanken. Die beiden hier haben sich freiwillig gemeldet. Sie bringen ihr Opfer dar.

Nun lächele ich Mags an. Mags, die ganz Panem nur als gutmütige, weise Frau kennt. Mags, die so alt geworden ist... und die meisten traurigerweise nur als Kanonenfutter sehen.
Ich finde das sehr bedauerlich, denn Mags ist eine wirklich liebe Frau. Und mit der nächsten Frage möchte ich an das Gute in ihr erinnern.
„Du hast schon einige Jahre hinter dir gelassen, meine liebe Mags. Wenn du jetzt auf dein Leben zurück schaust, was erfüllt dich da am meisten mit Stolz?“, frage ich lächelnd und bin gespannt auf ihre Antwort.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Finnick Odair am Fr 11 Sep - 17:51:50

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:27 Uhr
Caesar, Mags und Finnick



Finnick schüttelt seine Hände und holt tief Luft, als er Beetee und Wiress von der Bühne gehen sieht. Show time. Es ist soweit. Er sieht noch schell an sich runter, richtet sein Oberteil und setzt sich schließlich sein Siegerlächeln fürs Kapitol auf. Dann tritt er gemeinsam mit Mags vor die Kamera. Er steht nicht zum ersten Mal davor, aber dennoch ist da wieder dieses bedrängende Gefühl, ja nichts falsch zu machen. Alles was er sagt oder tut wird ganz genau beobachtet und aufgezeichnet... und entscheidet schließlich darüber, ob er in der Arena lebt oder stirbt. Auch wenn er dieses Gefühl im Kapitol gewohnt ist, so ist es doch alles andere als angenehm. Ob Mags wohl auch so einen Druck hat?

„Distrikt 4! Ihr habt schon unsere schönsten Fischparfums hervor gebracht!“, sagt Caesar lachend. Finnick bemüht sich ebenfalls um ein breites Lächeln. Wenigstens versucht Caeser die Stimmung ein wenig zu heben. Auch wenn Finnick bessere Fischwitze kennt.
„Okay, schlechte Fischwitze sind wirklich ein mieser Einstieg. Wir sind doch hier vorurteilsfrei!“
Wieder lächelt Finnick. Ja, immer schon lächeln... das wirkt sympathisch auf die Zuschauer.

„Werden wir also wieder ernst... Finnick, du giltst als begehrenswertester Mann Panems und hattest gewiss viele Liebesbeziehung hier im Kapitol. Die nächste Frage interessiert vor allem die Frauen...
Oh je. Finnick ahnt nichts Gutes. Fragen mit diesem Thema sind meistens sehr schwer zu beantworten.
Gibt es irgendetwas, was du den Teuersten noch sagen möchtest, bevor du in die Arena ziehst?“
Und er hatte Recht. Das ist nicht einfach. Aber er kann das... schnell denkt er sich etwas Nettes und Höfliches aus. Denn das ist eine dieser Fragen, die er unmöglich ehrlich beantworten kann. Aber ein paar gut klingende Worte kriegt er auf jeden Fall hin.
"Ja, sehr gerne. Ich freue mich über diese Gelegenheit. Also: Ich möchte mich bei allen Frauen herzlichst bedanken, die mich auf diesem langen Weg unterstützt haben und immer an meiner Seite waren."
So weit so gut. Schön in die Kamera schauen, lächeln und versuchen, ehrlich zu klingeln. "Ihr habt mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Jede einzelne von euch hat ein Stück dazu beigetragen und das werde ich nie vergessen. Vielen Dank!"
Sein Lächeln wird breiter, während er der Kamera zuzwinkert. Na geht doch. Er war so überzeugend, dass er es fast selbst geglaubt hätte. Und diese hirnlosen Gestalten im Kapitol, die sich Frauen nennen, werden das ganz sicher auch glauben. Er muss ihnen nur ein wenig Zuwendung geben und schon fressen sie ihm aus der Hand. Und wenn er ganz viel Glück hat, hat die ein oder andere von ihnen einen sehr reichen Ehemann, der gerne mal Sponsor spielen würde. Falls sie nicht einfach selbst sponsern, natürlich.

Aber jetzt muss er sich erstmal auf die nächste Frage konzentrieren. Das Interview ist zu seinem Pech leider noch nicht vorbei.
„Finnick, du hast schon vorher stolz verkündet, dass du dich freiwillig melden wirst und Mags, du hast es zu unser aller Überraschung auch gemacht. Was ist euch bei der Ernte durch den Kopf gegangen, als es dann soweit war?“
Er schaut Mags an, die aber keine Anstalten macht, zuerst antworten zu wollen. Also gut, dann beantwortet Finnick die Frage als Erster. Diesmal ist es um einiges leichter, als bei der davor. Denn das ist eine Frage, auf die man sich schon vorbereiten konnte.
"Das ist wie immer eine sehr interessante Frage, Caesar", fängt er an und lächelt dabei, "also ich muss zugeben, dass ich mich besser gefühlt habe, als bei meiner ersten Ernte. Ich war vorbereitet und hatte mich darauf eingestellt. Und als ich dann die Gelegenheit hatte, mich endlich zu melden, wurde mein Entschluss nur bekräftigt. Diese ganze Atmosphäre bei der Ernte war überwältigend. Ich bin wahnsinnig stolz darauf, meinen Distrikt und meine Heimat vertreten zu dürfen. Und ich werde jeden einzelnen, der an mich glaubt, mit Stolz erfüllen."
Er nickt kräftig, um seiner Aussage Ausdruck zu verleihen und lächelt anschließend wieder. Auch diesmal ist er zufrieden. Ihm wird gerade bewusst, was für ein Glück er damit hat, schon Erfahrungen vor der Kamera zu haben. Natürlich ist er ab und zu noch aufgeregt und denkt viel nach, aber er hat sich um einiges verbessert und kann sich sicher sein, keine Anfängerfehler zu machen. Er weiß zum Glück, wie man mit den Leuten im Kapitol umzugehen hat. Jedenfalls mit den meisten von ihnen.

Bei der nächsten Frage spricht Caesar nur Mags an. Finnick achtet also nur auf seinen Gesichtsausdruck, seine Haltung und darauf, konzentriert zu bleiben. Wie es aussieht ist das die letzte Frage und danach sind sie durch. Na zum Glück. Er verliert wirklich langsam die Lust. Am liebsten würde er jetzt in seinem Bett liegen, etwas bequemes anhaben und irgendwas zuckerreiches essen. In ein paar Tagen kann er vielleicht schon tot sein und er darf jetzt nicht mal das machen, was ihm gefällt. Das Kapitol ist auf so viele Weisen einfach nur grausam.
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Re: Caesar's Aufnahmestudio

Beitrag von Caesar Flickerman am So 4 Okt - 14:31:51

24. November im Jahr der 75. Hungerspiele
20:27 Uhr
Caesar, Mags und Finnick
Später mit Abby und Erik

Finnick ist wie immer der lächelnde Sunnyboy, den wir kennen. Höflich geht er auf meine Fragen ein und ich sehe, wie die Frauen im Publikum bei seinem charmanten Lächeln fast zu Boden gehen. "Ihr habt mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Jede einzelne von euch hat ein Stück dazu beigetragen und das werde ich nie vergessen. Vielen Dank!", strahlt er.
„Das hast du wirklich sehr, sehr schön gesagt, Finnick!“, sage ich inbrünstig. „Ich bin mir sicher, dass auch sie sich sehr geehrt fühlen.“

Die nächste Frage wird geschlechtsneutraler und gespannt höre ich, was er über die Ziehung zu sagen hat.
“Diese ganze Atmosphäre bei der Ernte war überwältigend. Ich bin wahnsinnig stolz darauf, meinen Distrikt und meine Heimat vertreten zu dürfen. Und ich werde jeden einzelnen, der an mich glaubt, mit Stolz erfüllen."
„Das glaube ich dir aufs Wort!“, rufe ich euphorisch aus und klopfe ihm auf die Schulter. „Du bist wahrlich nicht auf den Mund gefallen, mein Junge!"


Als Finnick und Mags dann von der Bühne gehen, heiße ich die beiden aus 5 willkommen.
„Hallöchen, meine Lieben!“, fange ich an.

„Wisst ihr, was mich wahrhaftig glücklich macht? Mich mit euch Tributen zu unterhalten. Jedes Jahr aufs Neue. Wenn wir uns Auge um Auge gegenüber sitzen und fröhlich miteinander plaudern. Erik, freust du dich schon auf die Spiele?“, frage ich lächelnd.

Die nächste Frage gilt beiden und das gleiche fast schon freche Glitzern wie eben in Distrikt 3 tritt kurz in meine Augen.
„Beetee hat uns Babby ja schon bestätigt und wir sind uns alle sicher, dass euer Babby“, ich muss lachen, alleine wenn ich schon an den verwirrten Beetee denke, „das schlauste ganz Panems geworden wäre.“ Ich sehe einige schmunzelnde Gesichter in der Menge, was mich noch mehr erfreut. Beetee ist manchmal einfach nur knuffig.
„Ich denke, jeder, der auch nur eins und eins zusammen zählen kann, sieht, dass sich Distrikt 3 und 5 verbünden werden“, sage ich, denn das sollte kein großes Geheimnis sein und das Gegenteil würde mich sehr wundern. „Diese Kombination aus Wissen und Schläue ist sehr machtvoll, findet ihr nicht? Glaubt ihr, dieses Mega-Bündnis bringt euch mehr als Körperkraft und Kampfgeschick?“

Für Abby habe ich eine, wie ich finde, besondere Frage in petto und es lehnt auch an unser letztes Interview vor knapp zwei Monaten an.
„Herzlichen Glückwunsch für den Erfolg deines Buches, Abby! Dieses Jahr hat es bisher am längsten auf Platz 1 gehalten!“, gratuliere ich und lächele stolz. Wusste ich doch, dass es gut ankommen würde – immerhin ist es von Abby!
„Wenn ich an das Buch denke, finde ich es wirklich sehr berührend, wie sehr es mich an dich und Beetee erinnert. Du hast deinen Screwster gefunden! Dass Beetee dich damals zum Buch inspiriert hat, macht das ganze noch besonderer!“ Ich klatsche begeistert in die Hand und grinse von Ohr zu Ohr. Mir gefallen die beiden zusammen immer mehr. Ich hatte letztes Mal ja schon den eindruck, dass Abby ihn sehr mag. Jetzt, als ich mich von Biress lösen konnte, klingt Babby immer süßer in meinen Ohren. Ihre Anfänge waren bestimmt wunderbar peinlich und einfach herzzerreißend. Ob Beetee ihr wohl was gebastelt hat? Hat er ihr Komplimente gemacht, indem er sie mit Werkzeugen verglichen hat?
„Nun denn, das Buch handelt davon, dass Wünsche in Erfüllung gehen“, fahre ich fort. „In deinem jetzigen Leben, was wäre da das, was du dir am sehnlichsten wünschst?
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